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Wirtschaft in Kürze

  • Foto del escritor: Argentinisches Tageblatt
    Argentinisches Tageblatt
  • 4 mar 2021
  • 11 Min. de lectura

Argentinische Wirtschaft

Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 95,64, gegen $ 95,02 eine Woche zuvor. In diesem Jahr betrug die Abwertung 6,42%. Die ZB kaufte am Mittwoch u$s 120 Mio. auf dem Devisenmarkt, womit es im März fast u$s 300 Mio. sind, die zu den u$s 600 Mio. hinzukommen, die die ZB im Februar gekauft hat. Der Schwarzkurs schloss bei $ 147, gegen $ 145 in der Vorwoche, und der Kurs, der sich über Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) schloss zu $ 148,28, gegen $ 144,46 in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31,1,22 bei $ 126,10, was einen Zinssatz von 44,18% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch eine Baisse von 4,60% und liegt somit um 7,62% unter Ende 2020.

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Die Staatstitel in Dollar, die in New York gehandelt werden, standen in einer Woche zum Mittwoch unter Baissedruck. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029 LA: +1,41%; Bono 2030 LA: -0,57%; Bono 2035 LA: -0,63%; Bono 2038 LA: -3,83%; Bonar 2024: -0,55%.

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Der landesweite Stromkonsum lag im Januar 2021 mit 11.927 GWSt. um 0,3% unter dem gleichen Vorjahresmonat, aber um 5,3% über Dezember 2020, berichtet die Stiftung Fundelec. Im interannuellen Vergleich lag der Konsum der Haushalte, der 48% des Gesamtkonsums ausmacht, um 1,9% höher, während der Handel (Anteil von 27%) eine Abnahme von 6,4% und die Industrie (25%-Anteil) eine von 1,2% verzeichnen.

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Im Februar 2021 wurden 30.141 Automobile, Pick-ups und Lastwagen in das offizielle Register eingetragen, 8,9% über dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet der Agenturenverband Acara. Das entspricht den Verkäufen der Agenturen an ihre Kunden. Die meistverkauften Modelle waren folgende: FIAT Cronos (3.161 Einheiten), Toyota Hilux (2.194), VW Gol Trend (1.684), Peugeot 208 (1.492), VW Amarok (1.367), Ford Ranger (1.376), Toyota Ethios (1.140), Toyota Corolls (1.056), Chevrolet Onix (823) und Toyota Yaris (823). Nach Marken aufgeteilt stand Toyota an erster Stelle, gefolgt von VW, FIAT, Renault, Chevrolet, Peugeot, Ford, Nissan, Jeep, und Citroen.

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Im Februar 2021 wurden 125.189 gebrauchte Kfz verkauft, 0,43% über dem gleichen Vorjahresmonat und 5,53% unter Januar 2021, berichtet die Kammer des Kfz-Handels CCA (Cámara de Comercio Automotor). Für jedes neu verkaufte Kfz wurden 4,15 gebrauchte verkauft, was ein anormal hoher Koeffizient ist.

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Im Februar 2021 erzeugten die lokalen Fabriken 21.809 Kfz, 16,5% über dem gleichen Vorjahresmonat. Die Lieferungen an die Agenturen betrugen 26.676 Kfz, 2% unter dem Vorjahr, und die Exporte 15.055 Einheiten, 1,9% unter dem Vorjahr.

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Der Construya-Index, den die Fabrikanten von Baumaterialien auf Grund ihrer Lieferungen aufstellen, lag im Februar 2021 (saisonbereinigt) um 8,17% über Januar 2021, womit das erste Bimester 2021 um 25,2% unter der gleichen Vorjahresperiode lag.

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Die Hauswarte haben eine Lohnerhöhung von 32% erhalten, von der 7% im April, 10% im Juli, 10% im Oktober und 5% im Februar 2022 gezahlt werden. Bezogen auf das Jahr liegt die Erhöhung somit weit unter 32%. Die Wohnungsausgaben (“expensas”) werden somit schrittweise steigen.

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Die Steuereinnahmen des Nationalstaates, einschliesslich Sozialabgaben, Zöllen und Gebühren, lagen im Februar 2021 mit $ 716,59 Mrd. um 51,9% über dem gleichen Vorjahresmonat. Die Zunahme ist vornehmlich auf den gestiegenen Aussenhandel zurúckzuführen, in dem die Hausse von Sojabohne u.a Arten zum Ausdruck kommt. Der Erlös der MwSt. stieg internauell um 49,3%, aber die direkt vom Steueramt ein-geommene MwSt. nahm um 31,4% zu, während die vom Zollamt einbehaltene um 90,7% zunahm. Die Einnahmen aus Exportzöllen stiegen um 205%, die der Importzölle um 86,14%. Die Steuer auf persöniche Güter ergab 307% mehr. Der Erlös der Gewinns-teuer stieg um 57,8% und der der internen Konsumsteuern um 60,7%.

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Die Handelsbilanz schloss im Januar mit einem Überschuss von u$s 1.068 Mio., knapp über dem gleichen Vorjahresmonat. Die Exporte lagen bei u$s 4.912 Mio., 7,3% über Januar 2020, und die Importe bei u$s 3.844 Mio., 8,7% über dem Vorjahr. Beim Export waren die Preise dieses Jahr um 10,7% höher als im Vorjahr, während die Menge um 3,1% geringer war. Beim Import nahm die Menge um 7,3% und der Durchschnittspreis um 1,4% zu.

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Die Wirtschaftsleistung lag im Januar um 1,3% über dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet das Studienzentrum von Orlando Ferreres & Partnern. Es handelt sich um die dritte monatliche interannuelle Zunahme in Folge. Im Januar 2021 betrug die interannuelle Zunahme bei der Industrie 4,8%, beim Handel 3,6%, und bei der Bauwirtschaft 6,6%. Es ist auffallend, dass die Wirtschaftsleistung im Januar über der Periode vor der Pandemie liegt und die Wirkung derselben somit voll aufgeholt hat.

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Pensionäre und Hinterbliebenenrentner, die monatlich bis zu $ 30.856 beziehen, werden einen Bonus von $ 1.500 im April und auch im Mai erhalten. Dies kommt zur allgemeinen Erhöhung der Rente von 8,07% hinzu. Schon 2020 hat die Regierung den Beziehern niedriger Pensionen und Renten mehr gegeben als den anderen. Die höheren Pensionen haben ab 2019 einen bedeutenden realen Verlust erlitten, die niedrigen einen geringen. Von den insgesamt 7,07 Mio. Pensionären, Hinterbliebenen- und Gnadenrentnern erhalten ca. 5 Mio. (Gleich ca. 70%) den Bonus.

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Anlässlich des Besuches von Präsident Fernández in Mexiko hat Präsident López Obrador versprochen, den Import von argentinischem Rindfleisch zuzulassen, der immer noch wegen eines Falles von Maul- und Klauenseuche, der vor zwei Jahrzehnten eingetreten war, verboten war. Das begünstigt besonders die etwa 200 argentinischen Restaurants, die in Mexiko tätig sind und vornehmlich Rindfleischgerichte bieten. Bisher haben sie das Fleisch aus Uruguay, Paraguay und auch aus den USA bezogen.

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Transportminister Mario Meoni wies darauf hin, dass die Passagiere der Omnibusse der Bundeshauptstadt und Umgebung (AMBA, Area Metropolitana de Buenos Aires) nur 20% der Kosten zahlen. Gemäß offiziellen Daten betrugen die Kosten pro Passagier im Januar 2021 durchschnittlich $ 97,50, von denen die Regierung $ 84,5 gedeckt hat und der Passagier nur $ 13. Obwohl die Mindestpassage $ 18 kostet, ist sie in Wirklichkeit geringer, einmal wegen des Sozialtarifs von $ 8,10, den viele zahlen, und dann weil Passagiere, die binnen 2 Stunden mehr als einen Omnibus verwenden, beim zweiten einen Rabatt von 50% und beim dritten einen von 75% genießen.

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Die AFIP hat durch Beschluss 4936 (Amtsblatt vom 1.3.21) verfügt, das der Beginn von Klagen vor der Justiz und Vermögenspfändungen wegen nicht gezahlter Steuern oder Sozialabgaben bis zum 31. März 2021 hinausgeschoben wird. Dies betrifft ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen (pymes) und solche, die von der Pandemie besonders betroffen wurden. Das Problem ist damit nicht gelöst, da die von dieser Notmaßnahme erfassten Unternehmen in diesem Monat ihre Schulden an die AFIP bestenfalls leicht verringern können. In der Regierung denkt niemand an eine grundsätzlich Lösung, die die Vermögensbeschlagnahme auf das Anlagevermögen beschränkt. Denn wenn das Umlaufvermögen von der Pfändung erfasst wird, kann das Unternehmen nicht mehr normal tätig sein und ist zum Konkurs verurteilt. Außerdem müsste es eine Frist von mindestens 3 Monaten geben, um eine Pfändung zuzulassen. Denn die Anwälte der AFIP beschleunigen dieses Verfahren, um sich ihre Honorare zu sichern.

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Die lokalen Banken, sowohl die privaten argentinischen, wie die ausländischen und die staatlichen, weisen im November 2020 einen Verlust von $ 2,3 Mrd. und im Dezember einen von $ 4,41 Mrd. aus, ergibt der letzte Bankenbericht der ZB. In Bankkreisen wird darauf hingewiesen, dass Januar und Februar 2021 noch schlechter abschließen werden. Die Filialen ausländischer Banken wiesen in den letzten 2 Monaten 2020 einen Verlust von $ 5,90 Mrd., aus, die Banken in argentinischem Besitz einen von $ 1,49 Mrd. Die staatlichen Banken wiesen im Dezember einen Gewinn von $ 24,3 Mrd. aus. Die privaten Banken schlossen das ganze Jahr 2020 mit einem Gewinn von $ 141,55 Mrd., gegen $ 253,50 Mrd. im Jahr 2019. Die staatlichen Banken schlossen das Jahr 2020 mit einem Gewinn von $ 161,28 Mrd., gegen $ 39,25 Mrd. im Jahr 2019. Wenn man bei den Bankbilanzen die Inflation berücksichtigt, ist das Ergebnis allgemein viel schlechter. Die staatlichen Banken, an erster s<stelle die Banco Nación, profitieren von den staatlichen Depositen, die 2020 wegen der hohen Geldschöpfung stark gestiegen sind.

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Präsident Alberto Fernández kündigte am Montag an, dass er ein Gesetzesprojekt im Kongress einbringen werde, das den Notzustand bei öffentlichen Diensten erklärt und die Tarife unabhängig vom Wechselkurs macht (“desdolarizar”). Er wies darauf hin, dass die Tarife sich an das Einkommen halten müssten und stellte eine starke Erhöhung für Unternehmen und große Konsumenten und eine niedrige für kleine Haushalte in Aussicht.

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Der Kredit, den der argentinische Staat 2018 beim Internationalen Währungsfonds aufgenommen hat, von netto u$s 44 Mio. wurde laut Angaben des Wirtschaftsministeriums in Höhe von u$s 37,15 Mrd. für Amortisation und Zinsen bestehender Staatsschulden in Dollar aufgewendet. Weitere u$s 6,07 Mrd. wurden für Tilgung von Passiven in Pesos verwendet. Bei der Staatsschuld in Dollar handelte es sich bei u$s 15,23 Mrd. um Schatzscheine, bei u$s 10,75 Mrd. um Bonar 2024, bei u$s 5,43 Mrd. um Dollarbonds und u$s 280 Mio. um Bonds in Euros. Weitere u$s 3,18 Mio. wurden für Amortisationen von Krediten internationaler Finanzanstalten aufgewendet. Es verbleiben noch folgende Zahlungen: u$s 245 Mio. für den Par-Bond, u$s 253 Mio. für den Gasplan und u$s 203 Mio. für verschiedene Zahlungen. Beim Ersatz all dieser Schulden, die durchschnittlich zu ca. 7% verzinst wurden, sank der Zinssatz auf ca. 2%. Der Kredit des IWF hat die Zinslast stark verringert. Alles was Minister Guzmán und Präsident Fernández über diese Schuld gegenüber dem IWF geäußert haben, stimmt einfach nicht. Sie sind entweder falsch informiert worden, oder sie haben gelogen.

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Die Beträge der Arbeitslosenversicherung, die am 28.2.21 abliefen, werden bis zum 31. Mai weiter bezahlt, hat das Arbeitsministerium verfügt. Im Dezember 2020 erhielten 140.726 entlassene Arbeitnehmer diese Subvention., die von $ 6.000 bis $ 10.000 pro Monat reicht.

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Die Exporte von Getreide und Ölsaaten, einschließlich Speiseöl und Sojamehl, lagen im ersten Bimester 2021 mit 23,8 Mrd. Tonnen ca. 600% über der gleichen Vorjahresperiode und ca. 100% über dem ersten Bimester 2019. In Werten ist die Zunahme noch viel höher. Diese hohen Exporte wurden durch die starke Zunahme der Preise von Sojabohne und auch anderer Arten angeregt, wobei der beschleunigte Export auch auf der Furcht beruht, dass die Regierung die Exportzölle erhöhen könnte.

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Lateinamerikanische Wirtschaft

In Brasilien fiel das Bruttoinlandsprodukt 2020 um 4,1%, wobei das 4. Quartal eine interanuelle Zunahme von 3,2% aufweist und 7,7% über dem 3. Quartal liegt, berichtet das statistische Amt IBGE. Für 2021 sieht das Wirtschaftsministerium, geleitet von Paulo Guedes, eine BIP-Zunahme von 3,5% vor.

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Deutsche Wirtschaft

Die Bundesregierung will effektiver gegen Geldwäsche vorgehen und sich auch international dafür besser vernetzen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch, das Transparenzregister auszuweiten, mit dem Hintermänner verschachtelter Unternehmenskonstruktionen sichtbar werden. Das bestehende „Arsenal im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ werde weiter aufgerüstet, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Damit soll es leichter fallen, die oft absichtlich komplexen Firmenkonstrukte zu durchschauen, Strohmänner zu erkennen und Briefkastenfirmen aufzuspüren.“ Das Register solle Unternehmen davor schützen, mit unseriösen Geschäftspartnern und kriminellen Machenschaften in Verbindung zu kommen. Zugleich sollen die Ermittler in Deutschland enger mit Behörden in anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Die Weitergabe von Daten über das Bundeskriminalamt an Europol soll erleichtert werden. (dpa)

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Die Folgen der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto haben dem Agrarchemie-Konzern Bayer den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte eingebrockt. Im vergangenen Jahr betrug das Konzernergebnis minus E 10,5 Mrd.. 2019 hatte es noch einen Gewinn von E 4,1 Mrd. gegeben. Die tiefroten Zahlen lagen vor allem an Rückstellungen für die US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Glyphosat. Die Geschäfte des Konzerns mit 100 000 Mitarbeitern entwickelten sich 2020 insgesamt durchwachsen. Der Umsatz sackte um 4,9% auf E 41,4 Mrd. Bayer sprach von einer «operativ robusten Geschäftsentwicklung». (dpa)

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Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist 2020 auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren geklettert. 12,35 Mio. Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) Anteilsscheine von Unternehmen und/oder Aktienfonds und damit knapp 2,7 Mio. mehr als ein Jahr zuvor. Höher war die Zahl der Aktionäre hierzulande zuletzt im Jahr 2001 mit fast 12,9 Mio. Allerdings sind in der Statistik 2020 erstmals auch ausländische Aktionäre mit Wohnsitz in Deutschland erfasst. Dies allein erhöhte die Zahl um 500 000. Insbesondere jüngere Menschen hätten die Corona-Krise genutzt, um sich mit ihren Finanzen zu beschäftigten. (dpa)

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Mit vorbereiteten, bereits abgemessenen Zutaten und eigenen Rezepten beliefert der Kochboxenversender Hellofresh seine Kunden - und hat aufgrund der hohen Nachfrage in der Corona-Krise ein Rekordjahr verbucht. Mit E 3,75 Mrd. habe sich der Umsatz im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, teilte das MDax-Unternehmen mit. Dabei macht nach wie vor das Geschäft in den USA über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Märkte werden gemeinsam als internationales Segment gelistet. Im ersten Jahr der Corona-Krise verzeichnete Hellofresh weltweit rund 74,3 Mio. Bestellungen und damit fast doppelt so viele wie noch 2019. Auch unterm Strich blieb einiges übrig: Nach einem Verlust von rund E 7 Mio. im Vorjahr erzielte der Konzern nun einen Gewinn von E 351 Mio. (dpa)

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Unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht hat die IG Metall ihre Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie begonnen. Kurz nach Mitternacht legten Beschäftigte beispielsweise im Bremer Mercedes-Werk, in Hamburg bei Airbus Operations, im Daimler-Werk in Berlin-Marienfelde oder bei Continental im rheinland-pfälzischen Rheinböllen die Arbeit kurzfristig nieder. Im Laufe des Tages sollten viele weitere Betriebe folgen, wie die Gewerkschaftsbezirke angekündigt haben. Schon am Vortag hatten sich tausende Metaller an Protestaktionen beteiligt, die wegen der Corona-Pandemie mit großem Abstand erfolgen mussten. Die Gewerkschaft fordert für die rund 3,8 Mio. Beschäftigten 4% mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben bislang Lohnerhöhungen frühestens für das Jahr 2022 in Aussicht gestellt und wollen automatische Abweichungen vom Tarifniveau für schwächere Betriebe. (dpa)

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Das Bundeskabinett hat am Mittwoch grünes Licht für das lange umstrittene Lieferkettengesetz zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltvorgaben gegeben. Mit dem Gesetz sollen größere deutsche Unternehmen von 2023 an weltweit zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltvorgaben in ihren Lieferketten gezwungen werden. Die Firmen sollen demnach ihre gesamte Lieferkette im Blick haben, aber abgestuft verantwortlich sein. Wird einer Firma ein Missstand in der Lieferkette bekannt, soll sie verpflichtet werden, für Abhilfe zu sorgen. Eine Behörde überwacht dies. (dpa)

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Die Corona-Krise hat tiefe Spuren in der Bilanz der Deutschen Bundesbank hinterlassen: Erstmals seit 1979 fällt die Überweisung aus Frankfurt für den Bundesfinanzminister aus. «Die erhöhte Risikovorsorge ist der Hauptgrund, weshalb die Bundesbank für 2020 ein ausgeglichenes Jahresergebnis ausweist», sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch. Das Bundesfinanzministerium plant traditionell einen Bundesbankgewinn in Höhe von E 2,5 Mrd. in den Bundeshaushalt ein - so auch für 2021. Seit der Euro-Einführung 1999 erzielte die Bundesbank jedes Jahr Gewinn, den höchsten 2001 mit E 11,2 Mrd. (dpa)

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Die deutsche Reisebranche stellt sich nach dem historischen Einbruch im Corona-Krisenjahr 2020 auf weiter harte Zeiten ein und schreibt das laufende Touristikjahr wirtschaftlich weitgehend ab. «Es wäre schon als Erfolg zu werten, wenn wir für den Markt der Reisebüros und Reiseveranstalter rund 50% des Umsatzvolumens von 2019 erreichen würden», sagte Norbert Fiebig, Präsident des Reiseverbandes DRV. Nach dem Rekordjahr 2019 war der Umsatz mit organisierten Reisen in der Corona-Krise um 65% auf E 12,5 Mrd. eingebrochen. (dpa)

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Beinahe jeder dritte deutsche Arbeitnehmer hat im Februar von zu Hause aus gearbeitet - doch es könnten deutlich mehr sein. Das Ifo-Institut in München kommt auf Basis seiner monatlichen Konjunkturumfrage auf eine Quote von 30% der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice waren. Damit sei das Potenzial dafür aber «bei weitem nicht ausgeschöpft». Denn bei 56% der Arbeitnehmer sei das Arbeiten von zu Hause zumindest teilweise möglich. (dpa)

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Weltwirtschaft

US-Präsident Joe Biden hat die Nominierung der umstrittenen Ökonomin Judy Shelton zurückgezogen, die sein Amtsvorgänger Donald Trump für einen Sitz im Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve vorgesehen hatte. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag vergangener Woche mit. Trump hatte Shelton noch vor seinem Abschied aus dem Amt auf den Posten setzen wollen. Ihre Bestätigung war jedoch im November im US-Senat vorerst gescheitert: Trumps Republikaner verfehlten dort knapp die nötige Mehrheit, um die Nominierung voranzubringen. Shelton ist als ausgewiesene Kritikerin der US-Notenbank bekannt. Sie hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Wirtschaftsfragen beraten und arbeitete zuletzt in einer hochrangigen Position für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fachlich fiel Shelton durch ungewöhnliche Positionen auf. Sie vertritt etwa die Ansicht, das internationale Währungssystem solle wieder zu einem System der Golddeckung zurückkehren. Das Direktorium der Fed hat sieben Mitglieder und ist an den wichtigsten Entscheidungen der Notenbank beteiligt, auch der Festsetzung des Leitzinses. (dpa)

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Die Industrie der Eurozone hat ihre Erholung vom schweren Corona-Einbruch vorerst gestoppt. Im Dezember ging die Fertigung m Monatsvergleich um 1,6% zurück, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Nach dem drastischen Corona-Einbruch in den Monaten März und April des vergangenen Jahres konnte sich die Industrie im gemeinsamen Währungsraum zunächst tendenziell erholen und war bis zum November zum Teil kräftig gestiegen. Darüber hinaus fiel der Produktionszuwachs im November etwas stärker aus als bisher bekannt. Eurostat revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 2,6%, nach zuvor 2,5%. Wie schwer die Corona-Krise die Industrie getroffen hat, macht sich noch immer im Jahresvergleich bemerkbar. Im Dezember wurde 0,8% weniger produziert als ein Jahr zuvor. Wie Eurostat weiter mitteilte, schrumpfte die Fertigung im Währungsraum 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7%. Der Dämpfer zum Jahresende 2020 zeigte sich vor allem bei der Herstellung von Investitionsgütern. (dpa)

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Die ING zieht sich aus dem Privatkundengeschäft in Österreich zurück und könnte dadurch bis zu 550 000 Kunden verlieren. In einem ersten Schritt sollen zu Anfang Juni 2021 Beziehungen zu Kunden beendet werden, die ausschließlich Sparkonten bei der ING Österreich führen. Bis zum Ende des laufenden Jahres will die Bank ihr Privatkundengeschäft in Österreich ganz beenden und sich dort künftig auf Firmenkunden konzentrieren. Der Rückzug aus dem Privatkundengeschäft in Österreich hat auch Auswirkungen auf die Direktbank ING in Deutschland mit Sitz in Frankfurt, denn die Zahl der Privatkunden wurde bislang für Deutschland und Österreich zusammen angegeben. Im vergangenen Jahr stagnierte die Zahl mit insgesamt 9,53 Mio. fast. Jahrelang lockte die Direktbank unter dem Namen ING-Diba Kunden mit relativ hohen Sparzinsen. Doch Einlagen kosten im aktuellen Zinstief Geld. Darum bemüht sich das Institut, das seit November 2018 nur noch unter dem Namen des niederländischen Mutterkonzerns ING auftritt, um mehr Hausbankkunden. (dpa)

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Der neuformierte Autogigant Stellantis, mit Marken den Marken FIAT, Alfa Romeo, Chrysler, Peugeot und auch Opel, hat nach eigener Einschätzung «einen fliegenden Start» hingelegt. Es komme nun darauf an, die angekündigten Synergien von jährlich E 5 Mrd. zu erzielen, sagte Konzernchef Carlos Tavares am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen der beiden Fusionspartner Fiat Chrysler (FCA) und PSA. Die Partner hatten vor eineinhalb Monaten ihre Megafusion zum viertgrößten Autobauer der Welt vor dem Hintergrund coronabedingter Umsatz- und Gewinneinbußen abgeschlossen. (dpa)

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Statistiken

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