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Wirtschaft in Kürze

  • Foto del escritor: Argentinisches Tageblatt
    Argentinisches Tageblatt
  • 25 feb 2021
  • 12 Min. de lectura

Argentinische Wirtschaft

Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 95,02, gegen $ 94,23 eine Woche zuvor. Die Abwertung betrug in diesem Jahr 5,73%, unter der Inflation, die in dieser Periode um die 7,5% liegt. Der Schwarzkurs schloss zu $ 145, gegen $ 149 in der Vorwoche. Das ist der niedrigste Stand in fast fünf Monaten, $ 50 unter dem Höchststand, der im September erreicht wurde. Der Kurs, der sich aus dem Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) lag bei $ 144,46, gegen $ 147,93 in der Vorwoche.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires stieg in einer Woche zum Mittwoch um 2,80%, liegt dabei jedoch um 3,16% unter Ende Dezember 2020.

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Die Staatstitel in Dollar, die in New York gehandelt werden, standen in einer Woche zum Mittwoch unter Baissedruck. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029 LA: -4,05%, Bono 2030 LA: -0,58%; Bono 2035 LA: -2,48%; Bono 2038 LA: -0,16%; Bonar 2024: +3,17%. Die Landesrisikorate erreichte 1.500 Basispunkte, womit die Rendite der argentinischen Staatstitel bis zu 20% (in Dollar) erreichte. Doch die Kurse argentinischer Aktien, die auch in New York gehandelt werden, wurden von der allgemeinen Hausse mitgerissen: YPF stieg am Mittwoch um 8,8%, Globant um 4,5%, und Cresud, Telecom Argentina, Banco Macro und Tenaris leicht über 3%.

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Der EMAE-Index des INDEC (Estimador mensual de la actividad económica), der eine grobe Schätzung des BIP auf Grund kurzfristig verfügbarer Daten darstellt, weist im Dezember eine Zunahme von 0,9% auf, liegt jedoch um 10% unter dem gleichen Vorjahresmonat. Es ist der grösste Rückgang seit 2002, als es 10,9% waren. Nach Branchen aufgeteilt, stehen beim interannuellen Vergleich Hotels und Restaurants beim Rückgang mit -47,1% an erster Stelle, gefolgt von Personentransport und Telefonie mit -19,2%, Bergbau mit -9,2% und öffentlicher Verwaltung und Verteidigung mit -7,8%. Die Landwirtschaft weist einen Rückgang von 3,2% aus. Zunahmen verzeichnen Banken & Finanzmakler mit 11,3%, Handel mit 10,7%, Fischerei mit 6,5%, Bauwirtschaft mit 6,3%, Industrie mit 4,5% und Strom, Gas und Wasser mit 2,7%.

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Der Senat hat am Mittwoch das Gesetz zur Förderung der Bauwirtschaft verabschiedet, das eine Weißwaschung von finanziellen Mitteln vorsieht, die in Bauobjekten investiert werden. Beträge, die in den ersten 60 Tagen legalisiert werden, zahlen eine Steuer von 5%. Bis zu 90 Tagen steigt die Steuer auf 10% und danach auf 20%. Die Mittel, die weißgewaschen werden, müssen auf ein Sonderkonto deponiert werden, können aber in Staatstiteln angelegt werden, bis sie effektiv für ein Bauvorhaben eingesetzt werden. Da viele Personen die Mittel, die sie hier einsetzen, in Dollar halten, ist vorauszusehen, dass jetzt Druck auf den freien Dollarkurs entsteht.

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Pensionen, Hinterbliebenenrenten u.a. soziale Subventionen steigen ab März um 8,07%, wie es sich aus der neuen Berichtigungsformel ergibt. Zusätzlich soll ein Bonus an die Bezieher von Mindestpensionen und andere Empfänger niedriger Pensionen und Renten gezahlt werden, dessen Höhe nicht bekanntgegeben wurde.

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Der Index der Grossistenpreise des INDEC verzeichnet im Januar eine Zunahme von 5,6%, die sich mit einer von 4% bei den Konsumentenpreisen vergleicht. In 12 Monaten zum Januar betrug die Zunahme 40,8%. Lokal erzeugte Produkte nahmen im Januar um 5,7% zu, importierte hingegen nur um 4,4%.

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Der Index der Baukosten des INDEC verzeichnet im Januar eine Zunahme von 3,3% und in 12 Monaten eine von 38,5%.

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Die Kammer der Fahrradfabrikanten vereinbarte mit dem Produktionsministerium (geleitet von Matías Kulfas), ein Programm für die lokale Erzeugung von elektrisch angetriebenen Fahrrädern einzuleiten, mit dem Ziel zunächst 10.000 Einheiten im Jahr herzustellen. Der lokale Anteil an den Fahrrändern soll zunächst 38% betragen. Der Preis dieser Fahrräder soll zwischen u$s 500 und u$s 900 liegen. Nachdem der Fahrradverkehr schon seit Jahren gefördert wurde, besonders in der Bundeshauptstadt, war es logisch, dass auch elektrische Fahrräder hinzukommen, die für längere Strecken gedacht sind.

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Immobilienmakler schätzen, dass über die Hälfte der Mietverträge von den Besitzern nicht beim Steueramt angegeben werden,so dass die Mieten nicht als Einnahmen gebucht werden, auf die die Gewinnsteuer bezahlt wird. Mit der neuen Norm, wird es viel schwieriger werden, Mietverträge nicht einzutragen. Es wurde darauf hingewiesen, dass dies das Wohnungsangebot verringern würde, was jedoch zweifelhaft ist. Denn eine leere Wohnung ist mit Kosten verbunden (städtische Immobiliensteuer, Gemeinausgaben und Instandhaltung). Dennoch werden viele Wohnungen nicht vermietet, vor allem in der Bundeshauptstadt. Das Problem bei den Mietverträgen besteht in der Garantie. Die einzige Lösung für Mieter, die keinen Verwandten oder Freund mit Immobilieneigentum haben, der bereit ist, die Garantie zu stellen, ist eine Garantie durch staatliche Banken, bei der der Eigentümer die Miete pünktlich erhält und die Bank sich mit dem Mieter auseinandersetzt. Diese Garantie gibt es nur sehr beschränkt. Die Pandemiekrise hat dazu geführt, dass die Fälle von säumigen Mietern stark gestiegen sind, wobei viele Mieter, die nicht zahlen, keine Möglichkeit haben, woanders unterzukommen. Es ist in soziales Problem von großem Ausmaß.

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Im Januar 2021 wurden 29.940 Motorräder in das offizielle Register eingetragen, 1,21% über dem gleichen Vorjahresmonat und 4,3% unter Dezember 2020, berichtet der Verband ACARA. Dies entspricht den Verkäufen der Agenturen an ihre Kunden. An erster Stelle stand Honda, mit einem Marktanteil von 29,3%, an zweiter Yamaha mit 13,8% und an dritter Zanella mit 9,7%.

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Energiesekretär Dario Martínez bestätigte, dass dieses Jahr Gas importiert werden muss, wobei zu diesem Zweck wieder ein Schiff verpflichtet werden muss, dass in Bahía Blanca das verflüssigte Gas in normales Gas umwandelt. Unter der Macri-Regierung wurde der Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt, dass das Schiff betrieb, weil die lokale Gasförderung ausreichte, um den Konsum zu decken. Das per Schiff importierte Gas kostet schließlich zwei- und dreimal so viel wie das lokal erzeugte. Das Energiesekretariat hat außerdem die zweite Runde des Gasprogrammes in Gang gesetzt, mit einer Ausschreibung, an der sich Gasproduzenten beteiligen, die in der Lage sind, in den Wintermonaten mehr Gas zu fördern.

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Die Industrieproduktion lag 2020 um 6,3% unter 2019, berichtet das Studienzentrum des Industrieverbandes “Unión Industrial Argentina”. Doch Dezember 2020 lag um 4,8% über dem gleichen Vorjahresmonat und 2,7% über November 2020. Das Ministerium für produktive Entwicklung weist darauf hin, dass die Erholung im Januar 2021 weiterging. Der Stromkonsum der Industrie sei interannuell um 7,9% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Kfz-Produktion um 17,5% höher, die von Zement um 19,2%, die von anderen Baumaterialien um 24%, die von Kautschuk und Kunststoffen um 14% und die von Stahl um 24%.

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Im Januar wiesen die Staatsfinanzen einen primären Überschuss (ohne Zinsen ) von $ 24,07 Mrd. aus, teilt das Wirtschaftsministerium mit. Mit Zinsen von $ 27,10 Mrd. gelangt man zu einem Gesamtdefizit (benannt finanzielles Defizit) von $ 3,03 Mrd. Die gezahlten Zinsen betrugen im Januar, ohne Zahlungen innerhalb des staatlichen Bereiches (an die ZB, die ANSeS u.a.) $ 27,10 Mrd. Die Umschuldung von Schulden von insgesamt u$s 66 Mrd., die im August 2020 erfolgte, hat eine spürbare Erleichterung für die kommenden Jahre geschaffen. Ohne dies hätten im Januar $ 71,6 Mrd. an Zinsen bezahlt werden müssen. Die laufenden Einnahmen lagen bei $ 605,76 Mrd., 53,3% über dem gleichen Vorjahresmonat. Die Ausgaben stiegen hingegen gegenüber dem Vorjahr nur um 21,2%.

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Der föderale Rat der Immobilienmakler hat der Regierung eine Lösung für das Problem der säumigen Mieter vorgeschlagen. Viele schulden ein ganzes Jahr Miete. Bei Ablauf der Frist, während der die Mieten eingefroren und Räumungen verboten sind, also am 31. März 2021, muss eine Lösung geschaffen werden, da die Mieter nicht die volle Miete plus die Schuld bezahlen können. Der Verband schlägt ein Programm wie das der Nahrungsmittelkarte AlimentAr vor, das er AlquilAr nennt, das eine Zahlung der geschuldeten Mieten in 18 Monaten vorsieht.

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Das Energiesekretariat hat großen Stromverbrauchern (über 300 Kw) ab 1. März die Subvention entzogen. Es handelt sich um fast 4.000 Einzelfälle, bei denen die Erhöhung des Tarifs um die 50% ausmacht. Die Staatskasse spart dabei um die $ 35 Mrd. pro Jahr. Die Konsumenten, die den Strom direkt von CAMMESA beziehen, zahlten schon vorher den vollen Tarif, während diejenigen, die über die Verteilungsunternehmen (Edesur, Edenor u.a.) kauften, eine Subvention von über 50% erhielten, die jetzt abgeschafft wurde. Schulen, Universitäten und Hospitale werden weiter den bestehenden Tarif (mit Subvention) zahlen, auch wenn ihr Stromverbrauch hoch ist.

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Durch Beschluss 204/21 (Amtsblatt vom 23.2.21) wurden die Tarife für Telefonie (über das Netz), Kabelfernsehen und Internet ab 1. März um bis zu 5% erhöht. Bei Mobiltelefonen war schon im Februar eine Tariferhöhung von 7,5% und noch einmal so viel im März zugelassen worden.

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Der Umsatz der Supermärkte, die vom INDEC erfasst werden, lag im Dezember 2020 mit $ 115,84 Mrd. um 38,5% über dem gleichen Vorjahresmonat. Bei konstanten Werten (also in Mengen) ergibt sich dabei eine Zunahme von 2,6%. Die Grossistensupermärkte hatten einen Umsatz von $ 19,80 Mrd., 39,5% über dem Vorjahr. Bei Supermärkten und Grossistensupermärkten zusammengerechnet nahmen die Online-Verkäufe interannuell um 211,1% zu.

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Diesen Freitag (den 26.2.21) verfallen Staatstitel in Höhe von $ 210 Mrd. Davon entfallen $ 143,77 Mrd. auf Schatzscheine Lecer (die mit dem CER-Index berichtigt werden) und $ 67,96 Mrd. auf Ledes, die einen festen Zinssatz zahlen, der sich aus dem Diskont auf den Nennwert ergibt. Das Wirtschaftsministerium hat die Ausschreibung von Schatzscheinen in Höhe von $ 210 Mrd. verfügt, um diese Zahlungen zu decken und einen Überschuss zu erhalten, der für Defizitfinanzierung eingesetzt wird. Die Ausgabe bezieht sich auf Ledes, mit einem festen Zinssatz, Lepase, bei denen der Zinssatz dem der passiven Swaps plus 2,25% entspricht, und Boncer, die mit dem CER-Index berichtigt werden, wobei es in jedem Fall mehrere Serien mit unterschiedlichen Verfallterminen ausgegeben werden.

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Die Exporte von Bergbauprodukten lagen im Jahr 2020 laut Angaben des Studienzentrums des Produktionsministeriums mit u$s 2,6 Mrd. um 19% unter dem Vorjahr. Doch im Dezember 2020 waren es mit u$s 304 Mio. 7% über Dezember 2019. Im Jahr 2020 entfielen 67,8% dieser Exporte auf Gold, und erreichten u$s 1,76 Mrd. ,18% unter 2019. In Mengen ging der Goldexport um 44% zurück, was zum Teil durch einen höheren Preis ausgeglichen wurde. 22,7% der Exporte entfielen auf Silber, 5% unter dem Vorjahr. Auch hier trat ein Mengenrückgang ein, der 22% betrug, der zum Teil durch höhere Preise ausgeglichen wurde. Die Exporte von Lithium erreichten 2020 u$s 131 Mio., 33% unter dem Vorjahr. In Mengen betrug der Rückgang 12%, aber der Preis fiel.

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Der Minister für soziale Entwicklung, Daniel Arroyo, wurde von Bundesrichter Sebastián Casanello bei der Klage wegen angeblicher Überpreise beim Kauf von Lebensmitteln freigesprochen. Der zuständige Staatsanwalt Marijuan hatte festgestellt, dass die Preise eine minimale Abweichnung von denen aufwiesen, die das Kontrollamt SIGEN (Sindicatura general de la Nación) als Richtpreise festgesetzt hatte. Das Problem bei staatlichen Käufen besteht allgemein darin, dass der Staat oft mit Verzögerung zahlt, was bei der bestehenden Inflation zu einem Verlust für den Lieferanten führt. 1976 waren die Käufe des Staates indexiert worden, was zu einer Verringerung der angebotenen Preise führte. Das wurde im Rahmen der Konvertibilität 1991 aufgehoben und später nicht wieder eingeführt.

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Lateinamerikanische Wirtschaft

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat General (im Ruhestand) Joaquim Silva e Luna, Verteidigungsminister unter der Regierung von Michel Temer, und gegenwärtig brasilianischer Vertreter beim Wasserkraftwerk Itaipú, zum neuen Vorsitzenden von Petrobras ernannt. Daraufhin ist der Börsenkurs der Petrobras-Aktien sofort um 20% gesunken. Der bisherige Geschäftsführer, Roberto Castello Branco, war ein Wirtschaftler, den Wirtschaftsminister Paulo Guedes ernannt hatte. Hier kommt auch ein zunehmender Konflikt zwischen Bolsonaro und Guedes zum Ausdruck. Es geht jetzt um die Erhöhung der Brennstoffpreise, die in diesem Jahr schon ca. 30% beträgt, mit der Bolsonaro nicht einverstanden ist.

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Deutsche Wirtschaft

Die Bundesregierung will effektiver gegen Geldwäsche vorgehen und sich auch international dafür besser vernetzen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch, das Transparenzregister auszuweiten, mit dem Hintermänner verschachtelter Unternehmenskonstruktionen sichtbar werden. Das bestehende „Arsenal im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ werde weiter aufgerüstet, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Damit soll es leichter fallen, die oft absichtlich komplexen Firmenkonstrukte zu durchschauen, Strohmänner zu erkennen und Briefkastenfirmen aufzuspüren.“ Das Register solle Unternehmen davor schützen, mit unseriösen Geschäftspartnern und kriminellen Machenschaften in Verbindung zu kommen. Zugleich sollen die Ermittler in Deutschland enger mit Behörden in anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Die Weitergabe von Daten über das Bundeskriminalamt an Europol soll erleichtert werden. (dpa)

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Allianz hat das Jahr 2020 trotz coronabedingten Gewinneinbruchs besser überstanden als von manchen Börsenfachleuten erwartet. Der Nettogewinn sank um 14% auf E 6,8 Mrd. Das Unternehmen bezifferte die «negativen Covid-19-Effekte» im operativen Ergebnis auf E 1,3 Mrd. Der Umsatz des Konzerns sank leicht um 1,3% auf E 140 Mrd. Gut lief auch die Vermögensverwaltung, das zweite Standbein neben dem eigentlichen Versicherungsgeschäft. Zum Jahresende verwaltete die Allianz insgesamt knapp E 2,4 Bio. eigenes und fremdes Gelder, so viel wie nie zuvor. Davon waren E 1,7 Bio. Kundengelder, die der Allianz knapp E 33 Mrd. mehr als ein Jahr zuvor anvertraut hatten. (dpa)

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Auch in der Corona-Krise bleibt China der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Zwischen den beiden Staaten wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von E 212,1 Mrd. gehandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Während die Exporte nach China mit minus 0,1% auf E 95,9 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig waren, stiegen die Importe trotz der Pandemie um 3%, auf E 116,3 Mrd. Der Importüberschuss betrug so E 20,4 Mrd. Der wichtigste Abnehmer deutscher Güter blieben die USA, wobei die Exporte dorthin binnen Jahresfrist um 12,5% auf E 103,8 Mrd. zurückgingen. Es folgten China und Frankreich als Exportziele. Im USA-Geschäft gab es auch den höchsten deutschen Exportüberschuss mit einem Einzelstaat, von E 36,1 Mrd. Die wichtigsten deutschen Exportgüter blieben auch in dem insgesamt schwachen Außenhandelsjahr Autos, Maschinen und Chemieprodukte. (dpa)

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Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Februar trotz Corona-Beschränkungen aufgehellt. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Ifo-Geschäftsklima um 2,1 Punkte auf 92,4 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Oktober. Analysten hatten zwar mit einer Verbesserung gerechnet, allerdings nur mit einer geringfügigen auf 90,5 Punkte. «Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz Lockdowns robust, vor allem wegen der starken Industriekonjunktur», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Zahlen. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage besser als auch die Zukunftsaussichten. (dpa)

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Deutschland ist besser durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen als angenommen. Trotz des zweiten Lockdowns stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3% , wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Gesamtjahr schrumpfte die Wirtschaft um 5%. Das Haushaltsdefizit des Staates lag bei 4,2% Prozent der Wirtschaftsleistung. Das war das zweithöchste Minus seit der deutschen Vereinigung. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen gaben E 139,6 Mrd. mehr aus als sie einnahmen. (dpa)

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Getrieben von besseren Exporterwartungen blickt die deutsche Industrie einer Umfrage zufolge wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Wie eine am Mittwoch vorgelegte Sonderauswertung der Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ergab, beurteilen 31% der Industrieunternehmen ihre Geschäftslage als gut - im Herbst 2020 waren es 23%. Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate sind die optimistischen Stimmen in der Überzahl. (dpa)

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Weltwirtschaft

US-Präsident Joe Biden hat die Nominierung der umstrittenen Ökonomin Judy Shelton zurückgezogen, die sein Amtsvorgänger Donald Trump für einen Sitz im Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve vorgesehen hatte. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag vergangener Woche mit. Trump hatte Shelton noch vor seinem Abschied aus dem Amt auf den Posten setzen wollen. Ihre Bestätigung war jedoch im November im US-Senat vorerst gescheitert: Trumps Republikaner verfehlten dort knapp die nötige Mehrheit, um die Nominierung voranzubringen. Shelton ist als ausgewiesene Kritikerin der US-Notenbank bekannt. Sie hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Wirtschaftsfragen beraten und arbeitete zuletzt in einer hochrangigen Position für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fachlich fiel Shelton durch ungewöhnliche Positionen auf. Sie vertritt etwa die Ansicht, das internationale Währungssystem solle wieder zu einem System der Golddeckung zurückkehren. Das Direktorium der Fed hat sieben Mitglieder und ist an den wichtigsten Entscheidungen der Notenbank beteiligt, auch der Festsetzung des Leitzinses. (dpa)

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Die Industrie der Eurozone hat ihre Erholung vom schweren Corona-Einbruch vorerst gestoppt. Im Dezember ging die Fertigung m Monatsvergleich um 1,6% zurück, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Nach dem drastischen Corona-Einbruch in den Monaten März und April des vergangenen Jahres konnte sich die Industrie im gemeinsamen Währungsraum zunächst tendenziell erholen und war bis zum November zum Teil kräftig gestiegen. Darüber hinaus fiel der Produktionszuwachs im November etwas stärker aus als bisher bekannt. Eurostat revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 2,6%, nach zuvor 2,5%. Wie schwer die Corona-Krise die Industrie getroffen hat, macht sich noch immer im Jahresvergleich bemerkbar. Im Dezember wurde 0,8% weniger produziert als ein Jahr zuvor. Wie Eurostat weiter mitteilte, schrumpfte die Fertigung im Währungsraum 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7%. Der Dämpfer zum Jahresende 2020 zeigte sich vor allem bei der Herstellung von Investitionsgütern. (dpa)

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Japans Wirtschaft hat ihre Erholung im Schlussquartal 2020 fortgesetzt. Nach vorläufigen Daten legte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 12,7% zu. Im Vorquartal war Japans BIP bereits um 22,9% gestiegen. Es war das erste Mal nach drei Quartalen, dass die Wirtschaft des Landes wieder zulegte, nachdem Japan im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht war. Bezogen auf das gesamte Kalenderjahr schrumpfte Japans Wirtschaft um 4,8%. Das war der erste Rückgang seit einem Einbruch um 5,7% im Jahr 2009 Im Schlussquartal 2020 wurde die wirtschaftliche Entwicklung in Japan vor allem durch drei Bereiche beflügelt: Der Außenhandel insbesondere mit China legte deutlich zu, während die Unternehmensinvestitionen so stark stiegen wie seit etwa fünf Jahren nicht mehr. Darüber hinaus erhöhten sich die Ausgaben der privaten Haushalte, auch aufgrund coronabedingter Transferzahlungen durch die Regierung. (dpa)

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Milliardenbelastungen durch die Corona-Pandemie und Naturkatastrophen haben dem Rückversicherer Swiss Re 2020 einen Verlust von u$s 878 Mio. eingebrockt. 2019 hatten die Schweizer noch einen Gewinn von u$s 727 Mio. erzielt. Die Anteilseigner sollen dennoch eine unveränderte Dividende in Höhe von 5,90 Franken je Aktie erhalten. (dpa)

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Renault hat im vergangenen Jahr vor allem wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von E 8 Mrd. eingefahren. Nach Einbußen wegen der Corona-Krise gab es für Renault in der zweiten Jahreshälfte bereits deutliche Verbesserungen, wie Generaldirektor Luca de Meo am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris sagte. «Das Jahr 2021 wird schwierig werden», fuhr de Meo fort. Er wies auf die Corona-Krise und fehlende Elektronikbauteile hin. Wegen der Ebbe bei wichtigen Halbleiterprodukten wird Renault im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100 000 Autos weniger bauen als zunächst geplant. Im vergangenen Jahr liefen rund 3 Mio. Fahrzeuge vom Band. (dpa)

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Die Corona-Krise und der geplante Abbau Tausender Arbeitsplätze haben dem Flugzeugbauer Airbus 2020 wie erwartet einen Milliardenverlust eingebrockt. Dank eines Gewinns im vierten Quartal stand für das Gesamtjahr unter dem Strich aber nur ein Verlust von E 1,1 Mrd., wie das Unternehmen in Toulouse mitteilte. Airbus hatte angekündigt, Zigtausende Jobs zu streichen, und außerdem die Flugzeugproduktion um rund 40% gedrosselt. Trotz Krise gab es auch gute Nachrichten für den Boeing-Rivalen: Airbus bekam im vergangenen Jahr mehr Flugzeug-Bestellungen als Stornierungen und verteidigte seine Position als größter Flugzeugbauer der Welt. (dpa)

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Statistiken

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