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Wirtschaft in Kürze

  • Foto del escritor: Argentinisches Tageblatt
    Argentinisches Tageblatt
  • 18 feb 2021
  • 13 Min. de lectura

Argentinische Wirtschaft

Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 94,23, gegen $ 93,73 eine Woche zuvor. In diesem Jahr betrug die Abwertung 4,85%. Bisher lag die Abwertungsrate leicht über der Zunahme des Indices der Konsumentenpreise; jetzt soll sie niedriger sein, so dass es im ganzen Jahr 25% sind, wie es Minister Guzmán angekündigt hat. Das bedeutet, dass der Wechselkurs wieder hinter der Inflation zurückbleibt. Der Devisenmarkt stand weiter unter Angebotsdruck, so dass die ZB im Februar insgesamt u$s 450 Mio. kaufen musste, um den Kurs zu halten. Der schwarze Dollarkurs (genannt “blue”) schloss bei $ 149, gegen $ 151 in der Vorwoche, und der Kurs, der sich über Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt, (genannt “contado con liquidación”) lag bei $ 147.93, gegen $ 149,75 in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31.1.22 bei $ 128, was einen Zinssatz von 46,49% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch eine Zunahme von 0,86% und lag um 2,26% über Ende Dezember 2020.

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Die Staatstitel, die auf Dollar lauten und an der Börse von New York kotieren, die bei der jüngsten Umschuldung ausgegeben wurden, lagen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen der Baisse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2028 LA: -0,40%; Bono 2030 LA: -2,47%; Bono 2035 LA: -1,22%; Bono 3038 LA: -0,88%; Bonar 2024: +8,89%. Bis zum Dienstag waren die neuen Titel stärker gefallen, und am Mittwoch setzte eine Erholung ein. Somit schloss die Landesrisikorate (Differenz der Rendite argentinischer Staatstitel und der “Treasuries”) bei 1484 Basispunkten, was eine Rendite der argentinischen Titel (auf ihren Börsenwert) von ca. 16% bedeutet.

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Nachdem die ZB eine Erhöhung der Bankprovisionen auf Kreditkarten von je 9% im Januar und Februar 2021 genehmigt hat, kostet die Haltung einer Kreditkarte, je nach Bank, mindestens $ 1.087 bis $ 1.180 pro Monat. Die einzelnen Banken fordern unterschiedliche Provisionen. Die Kredite, die über diese Karten automatisch vergeben werden, sind die höchsten, die die Banken erheben, und liegen über 50%.

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In 12 Monaten zum November 2020 haben 22.176 Unternehmen ihre Tätigkeit aufgegeben, ergibt die Statistik der AFIP auf der Grundlage der Eintragungen bei der ANSeS. Insgesamt hatten diese Unternehmen im November 523.259 Arbeitnehmer, gegen 545.435 ein Jahr zuvor. Die Verringerung der Zahl der Unternehmen hat jeoch schon lange vorher begonnen. Im November 2015 betrug die Zahl 569.146 Unternehmen.

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Die AFIP hat durch Beschluss 4933 (Amtsblatt vom 18.2.21) verfügt, dass Mietverträge beim Steueramt eingetragen werden müssen. Das betrifft die Besitzer der Wohnungen, die dann den Betrag der Miete bei ihrer Gewinnsteuererklärung angeben müssen, was sie oft nicht getan haben.

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Die Banco Ciudad, die von der Regierung der Bundeshauptstadt abhängt, hat ein Programm für den Kauf von Fahrrädern mit einem zinslosen Kredit auf 36 Monate eingeführt, das dazu bestimmt ist, den Zugang von Kindern zur Schule zu erleichtern, so dass sie nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, in denen sie sich mit Covid-19 anstecken können. Die Kredite können über die Kreditkarten Visa und Mastercard vom 15. Februar bis zum 31. März beantragt werden.

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Die Landwirte haben in letzter Zeit die Verkäufe von Mais und Sojabohne stark erhöht. Das ist einmal auf die gestiegenen Weltmarktpreise zurückzuführen, und dann auch auf die Befürchtung, dass die Exportzölle erhöht werden. In der 2. und 3. Februarwoche waren es insgesamt ca. 1 Mio. Tonnen Sojabohne der Ernte 2021, die erst im April beginnt, und 511.000 Tonnen der vorangehenden Ernte. Bei Sojabohne verbleibt noch ein Bestand von fast 10 Mio. Tonnen der alten Ernte, und es wurden schon über 8 Mio. Tonnen der zukünftigen Ernte im Voraus für den Export gemeldet.

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Die üppigen Regenfälle der letzten Wochen, vor allem in der zentralen Pampa-Gegend, haben die Ernteaussichten für dieses Jahr verbessert. Die Getreidebörse von Rosario rechnet bei Mais mit 2,5 Mio. Tonnen mehr, so dass es insgesamt 48,5 Mio. Tonnen sein würden, und bei Sojabohne sollen es 2 Mio. Tonnen mehr sein, so dass 49 Mio. Tonnen erreicht werden. Zusammen sind es 97,5 Mio. Tonnen. Mit Weizen (17 Mio. Tonnen), Gerste, Roggen, Sorghum, Sonnenblume und Erdnuss wären es dann über 125 Mio. Tonnen, eine der drei höchsten Ernte der argentinischen Geschichte. Da jedoch die Preise besonders bei Sojabohne, aber auch sonst, allgemein stark gestiegen sind, wird es wertmäßig dieses Jahr ein Rekord sein. Es wird mit ca. u$s 37,6 Mrd. gerechnet, u$s 10 Mrd. mehr als im Vorjahr.

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Pensionen, Hinterbliebenenrenten, Gnadenrenten und Kindergelder werden ab März um 8% bis 8,2% erhöht. Diese Zunahme liegt auf alle Fälle unter der erwarteten Zunahme des Indices der Konsumentenpreise, so dass ein realer Verlust eintritt.

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Trotz Umschuldung eines großen Teils der Staatsschuld wird das Schatzamt im Jahr 2021 insgesamt Amortisationen von u$s 53,08 Mrd. zahlen müssen, hat das Budgetbüro des Kongresses berechnet. 72% dieser Schuld lautet auf Pesos, wobei ein großer Teil indexiert ist. Vom Gesamtbetrag entfallen u$s 24,68 Mrd., gleich 46,5%, auf innerstaatliche Schulden (zum größten Teil des Schatzamtes gegenüber der ZB und der ANSeS). Diese Schulden werden automatisch erneuert, so dass sie einen anderen Charakter haben, weil der Staat schließlich eine Einheit bildet. Bei der Schuld gegenüber dem IWF verfallen dieses Jahr zwei Amortisationsquoten von je u$s 1,87 Mrd., eine im September und die andere im Dezember. Im Mai verfallen u$s 2,46 Mrd., die dem Pariser Klub gezahlt werden müssen. Hinzu kommen noch Schulden gegenüber der Weltbank, der BID, die im Prinzip durch neue Kredite ausgeglichen werden.

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YPF hat den Preis von Benzin und Dieselöl am Montag erneut erhöht. Die Zunahme war unterschiedlich und liegt durchschnittlich bei ca. 1,2%, so dass es in diesem Jahr schon 11% sind. In der Stadt Buenos Aires kostet Superbenzin jetzt $ 74,60 pro Liter. Die YPF-Leitung weist darauf hin, das die Preise denen anderer Marken angepasst wurden. Im Landesinneren waren die Zunahmen unterschiedlich.

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Wie aus dem Außenministerium und anderen Regierungsstellen bekannt wurde, hat Russland Interesse in drei Bereichen zu investieren oder sie mit Krediten zu finanzieren. Einmal handelt es sich um ein Atomkraftwerk von 1.200 MW. Das war schon 2015 im Prinzip verpflichtet worden, wurde dann unter der Macri-Regierung wegen der hohen Kosten des dabei erzeugten Stromes fallen gelassen.An zweiter Stelle steht das Wasserkraftwerk Chihuidos, am oberen Lauf des Limay-Flusses, in der Provinz Neuquén. Es war schon unter der Regierung von Cristina an ein russisches Unternehmen zugeteilt worden, das sich unter Macri zurückzog, weil es nicht bereit war, die Bedingungen zu ändern. Und schließlich kommt noch eine Eisenbahn von Bahía Blanca nach Concepción und Talcahuano in Chile hinzu, mit einer Abzweigung nach Vaca Muerta, in Neuquén. Doch die russische Regierung macht all dies und auch andere Kredite für Investitionsprojekte vom Abschluss des Abkommens mit dem Internationalen Währungsfonds abhängig.

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Lateinamerikanische Wirtschaft

Brasilien verzeichnet im Jahr 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 4,5%, wobei Dezember jedoch eine Zunahme von 0,64% verzeichnet. Das geht aus ZB-Zahlen hervor. Das Defizit der Staatsfinanzen erreichte 13,7% des BIP, als Folge von pandemiebedingten Staatsausgaben von 8% des BIP. Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einer BIP-Zunahme von 3,5%. Die Staatsschuld liegt über 90% des BIP.

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Deutsche Wirtschaft

Die Bundesregierung will effektiver gegen Geldwäsche vorgehen und sich auch international dafür besser vernetzen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch, das Transparenzregister auszuweiten, mit dem Hintermänner verschachtelter Unternehmenskonstruktionen sichtbar werden. Das bestehende „Arsenal im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ werde weiter aufgerüstet, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Damit soll es leichter fallen, die oft absichtlich komplexen Firmenkonstrukte zu durchschauen, Strohmänner zu erkennen und Briefkastenfirmen aufzuspüren.“ Das Register solle Unternehmen davor schützen, mit unseriösen Geschäftspartnern und kriminellen Machenschaften in Verbindung zu kommen. Zugleich sollen die Ermittler in Deutschland enger mit Behörden in anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Die Weitergabe von Daten über das Bundeskriminalamt an Europol soll erleichtert werden. (dpa)

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Viele Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 Urlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen gemacht. Gut jede zweite Urlaubsreise fand einer Umfrage zufolge im eigenen Land statt - ein Reiseverhalten ähnlich wie in den 1970er Jahren. Dennoch verzeichnete der Deutschland-Tourismus einen massiven Einbruch. Die Übernachtungszahlen sanken auf ein Rekordtief. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet vor allem für die Sommermonate mit einer Belebung der Reisen aus Deutschland und Europa. Allerdings ist die Verunsicherung der Menschen einer Umfrage zufolge derzeit noch groß. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch sank die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr um 39,0% auf das Rekordtief von 302,3 Mio. Es war der niedrigste Stand seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992. (dpa)

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Bei den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen wollen die Arbeitgeber Einkommensverbesserungen auf das nächste Jahr verschieben. Sie legten am Freitag vergangener Woche einen Vorschlag für die Struktur eines Tarifabschlusses vor, der unter anderem einen „Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab dem Jahr 2022“ ermöglichen soll. IG Metall reagierte mit scharfer Kritik. Eine Nullrunde sei „schlicht inakzeptabel“, sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Das Konzept der Arbeitgeber sei „bei allen Themen eine Wundertüte ohne Inhalt“. (dpa)

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Im vergangenen Jahr sind in Deutschland wegen der Corona-Krise so wenige Menschen mit dem Flugzeug geflogen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das Statistische Bundesamt zählte 2020 an den 24 größten Verkehrsflughäfen zusammen noch 57,8 Mio. Passagiere. Das war nur 25,5% des Vorjahres. 1991 hatten im wiedervereinten Deutschland 63 Mio. Passagiere die Flughäfen genutzt. (dpa)

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Die Deutsche Post bringt erstmals eine Briefmarke auf den Markt, die einen Matrixcode enthält und dadurch nachverfolgbar ist. Der Verbraucher kann in einer App sehen, wann der Brief im Briefzentrum seiner Region ist und wann er in der Region des Adressaten ankommt. Die Zustellung selbst wird nicht gescannt. Die Marken sollen fälschungssicher sein und Mehrfachverwendung ausschließen. Ab 2022 sollen alle neuen Briefmarken den Code haben. (dpa)

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will Steuerflucht aus Deutschland erschweren. Das geht aus einem Gesetzentwurf zum sogenannten Steueroasen-Abwehrgesetz hervor. Durch das Vorhaben sollen Personen und Unternehmen davon abgehalten werden, Geschäftsbeziehungen zu Staaten und Steuergebieten fortzusetzen oder neu aufzunehmen, die sich nicht an internationale Steuerstandards halten. Entscheidend sei jedoch, dass der Kampf gegen Steuerflucht international koordiniert laufe. Grundlage des deutschen Gesetzesvorhabens ist die Schwarze Liste der EU zu Steueroasen. Auf der Liste stehen zwölf Staaten, darunter etwa Panama oder die Seychellen, die aus EU-Sicht Steuerhinterziehung oder unfairen Steuerwettbewerb erleichtern. Geschäfte in Ländern und Gebieten auf der Liste sollen beispielsweise in geringerem Umfang von der Steuer in Deutschland abgesetzt werden können. Zusätzlich sollen Steuerpflichtige, die Geschäfte mit Steueroasen machen, ihre Geschäftsbeziehungen und vereinbarten Vertragsbedingungen in Zukunft stärker dokumentieren. Der Gesetzentwurf ist noch nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. (dpa)

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Die Bundesregierung hat nach Angaben von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ein Maßnahmenpaket zur Stützung von Flughäfen geschnürt. Der Bund werde die 15 wichtigsten deutschen Airports mit mehr als E 600 Mio. unterstützen. Hinzu komme eine Finanzhilfe für die Flugsicherung - sowohl an Regionalflughäfen als auch für die Deutsche Flugsicherung. Das Paket sieht etwa vor, dass der Bund einmalig mit Zuschüssen zwölf Flughäfen hilft, an denen er nicht beteiligt ist. (dpa)

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist Befürchtungen vor einer riesigen Pleitewelle als Folge der Corona-Krise entgegengetreten. "Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte weit unter ihrem historischen Höchststand bleiben", sagte Weidmann der "Augsburger Allgemeinen". Vor allem die diversen Maßnahmen der Bundesregierung zur Stützung der Unternehmen dürften dazu beitragen. "Der Wirtschaftseinbruch wird sich erst in den kommenden Quartalen in den Insolvenzzahlen niederschlagen", sagte der Bundesbank-Präsident. "Sie werden zwar deutlich steigen, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus." (dpa)

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Wirtschaftsminister Peter Altmaier und die Wirtschaft wollen zu den nächsten Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise Anfang März eine Öffnungsstrategie erarbeiten. Das sagte der CDU-Politiker nach dem "Wirtschaftsgipfel" mit Verbänden am Dienstag. Es gehe um Empfehlungen an die Ministerpräsidenten, sagte Altmaier. Es sei von Verbänden "nachvollziehbar" beklagt worden, dass Ungewissheit mit das schwierigste sei in der derzeitigen Lage. Altmaier kündigte außerdem Nachbesserungen bei den staatlichen Hilfen an. Ein "Härtefallfonds" solle Ungerechtigkeiten beheben. Die Idee sei, dass die Länder für einen solchen Fonds einen gewissen Beitrag einsetzen könnten. Wegfallen sollen zudem Obergrenzen bei der Überbrückungshilfe III. Bisher sind Unternehmen bis zu einem Umsatz von E 750 Mio. im Jahr 2020 antragsberechtigt. Altmaier sagte, er sei dazu in gutem Austausch mit dem Finanzministerium. (dpa)

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Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas trennt sich von seiner US-Tochter Reebok. Das Unternehmen habe beschlossen, einen formalen Prozess einzuleiten, "der auf die Veräußerung von Reebok abzielt", teilte Adidas mit. In Zukunft wolle sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die führende Position der Marke Adidas weltweit weiter zu stärken. Wo die Reise für Reebok hingehen wird, ist unklar. Die US-Tochter werde vom ersten Quartal an als "aufgegebener Geschäftsbereich" ausgewiesen. "Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Reebok und Adidas ihr Wachstumspotenzial unabhängig voneinander deutlich besser ausschöpfen können. Wir werden in den kommenden Monaten mit Hochdruck daran arbeiten, eine erfolgreiche Zukunft für die Marke Reebok und das Team dahinter zu gewährleisten", sagte Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted am Dienstag. (dpa)

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Die Deutsche Post DHL geht bei dem Ausbau ihres Automatennetzes neue Wege. Mit der "Poststation" startete der Bonner Konzern am Dienstag in Würselen bei Aachen ein Pilotprojekt, bei dem es um eine Erweiterung der bisherigen "Packstationen" geht. An der gelben Box, die kein Personal hat, können Kundinnen und Kunden Pakete aufgeben, Briefe frankieren und in einen integrierten Briefkasten werfen. Ende des Monats soll an dem Bildschirm zudem eine Videoberatung durch Mitarbeiter vom Kundenservice in Fürth möglich sein. Die Anlage ist eine Erweiterung der Packstationen, bei denen es nur um Pakete geht und von denen es bundesweit schon mehr als 6500 gibt. Das Testverfahren betrifft zunächst nur 20 solcher neuen Stationen in Nordrhein-Westfalen. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie stark die Nachfrage ist nach so einem Angebot. Ob Poststationen zukünftig auch bundesweit eingeführt werden, ist noch völlig offen. (dpa)

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Die Corona-Krise hat dem Bio-Markt in Deutschland einen deutlichen Schub gegeben. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist Marktanalysen zufolge im vergangenen Jahr um mehr als 20% auf E 15 Mrd. gestiegen. Das sei ein Rekord, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch zur Eröffnung der weltgrößten Naturkostmesse Biofach in Nürnberg, die in diesem Jahr online ausgerichtet wird. Auch der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche nehme stetig zu und liege aktuell bei rund 10%. Ziel sei, die Fläche bis 2030 auf 20% zu steigern. (dpa)

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Ford will Elektroautos in Köln herstellen. In den kommenden zweieinhalb Jahren werde eine Milliarde Dollar in den Standort investiert, um ihn "zu modernisieren und zu verwandeln in das Kölner Ford-Elektrifizierungs-Zentrum", sagte Ford-Europachef Stuart Rowley am Mittwoch. In der zweiten Hälfte 2023 soll das Fahrzeug auf den Markt kommen. Es ist das erste Elektro-Auto des Konzerns, das in Europa gefertigt wird und für den Massenmarkt bestimmt ist. 2013 brachte Ford schon einmal eine Focus-Version als Stromer heraus, dies aber ohne Erfolg. (dpa)

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Weltwirtschaft

US-Präsident Joe Biden hat die Nominierung der umstrittenen Ökonomin Judy Shelton zurückgezogen, die sein Amtsvorgänger Donald Trump für einen Sitz im Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve vorgesehen hatte. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag vergangener Woche mit. Trump hatte Shelton noch vor seinem Abschied aus dem Amt auf den Posten setzen wollen. Ihre Bestätigung war jedoch im November im US-Senat vorerst gescheitert: Trumps Republikaner verfehlten dort knapp die nötige Mehrheit, um die Nominierung voranzubringen. Shelton ist als ausgewiesene Kritikerin der US-Notenbank bekannt. Sie hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Wirtschaftsfragen beraten und arbeitete zuletzt in einer hochrangigen Position für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fachlich fiel Shelton durch ungewöhnliche Positionen auf. Sie vertritt etwa die Ansicht, das internationale Währungssystem solle wieder zu einem System der Golddeckung zurückkehren. Das Direktorium der Fed hat sieben Mitglieder und ist an den wichtigsten Entscheidungen der Notenbank beteiligt, auch der Festsetzung des Leitzinses. (dpa)

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Die nigerianische Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala (66) wird neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Der Rat der 164 Mitgliedsländer bestellte sie am Montag einstimmig für den Spitzenposten. Sie soll ihr Amt am 1. März antreten. Okonjo-Iweala hatte sich im vergangenen Jahr gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt, doch blockierten die USA als einziges Land im Oktober ihre Ernennung. Die neue US-Regierung hob den Widerstand auf und machte damit den Weg für sie frei. Okonjo-Iweala ist die erste Frau und die erste Afrikanerin auf dem Posten. (dpa)

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Die Industrie der Eurozone hat ihre Erholung vom schweren Corona-Einbruch vorerst gestoppt. Im Dezember ging die Fertigung m Monatsvergleich um 1,6% zurück, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Nach dem drastischen Corona-Einbruch in den Monaten März und April des vergangenen Jahres konnte sich die Industrie im gemeinsamen Währungsraum zunächst tendenziell erholen und war bis zum November zum Teil kräftig gestiegen. Darüber hinaus fiel der Produktionszuwachs im November etwas stärker aus als bisher bekannt. Eurostat revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 2,6%, nach zuvor 2,5%. Wie schwer die Corona-Krise die Industrie getroffen hat, macht sich noch immer im Jahresvergleich bemerkbar. Im Dezember wurde 0,8% weniger produziert als ein Jahr zuvor. Wie Eurostat weiter mitteilte, schrumpfte die Fertigung im Währungsraum 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7%. Der Dämpfer zum Jahresende 2020 zeigte sich vor allem bei der Herstellung von Investitionsgütern. (dpa)

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Japans Wirtschaft hat ihre Erholung im Schlussquartal 2020 fortgesetzt. Nach vorläufigen Daten legte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 12,7% zu. Im Vorquartal war Japans BIP bereits um 22,9% gestiegen. Es war das erste Mal nach drei Quartalen, dass die Wirtschaft des Landes wieder zulegte, nachdem Japan im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht war. Bezogen auf das gesamte Kalenderjahr schrumpfte Japans Wirtschaft um 4,8%. Das war der erste Rückgang seit einem Einbruch um 5,7% im Jahr 2009 Im Schlussquartal 2020 wurde die wirtschaftliche Entwicklung in Japan vor allem durch drei Bereiche beflügelt: Der Außenhandel insbesondere mit China legte deutlich zu, während die Unternehmensinvestitionen so stark stiegen wie seit etwa fünf Jahren nicht mehr. Darüber hinaus erhöhten sich die Ausgaben der privaten Haushalte, auch aufgrund coronabedingter Transferzahlungen durch die Regierung. (dpa)

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Der milliardenschwere Corona-Aufbaufonds der Europäischen Union ist endgültig unter Dach und Fach. In einem formellen Akt unterschrieben der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, und der portugiesische Premierminister Antonio Costa als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft am Freitag vergangener Woche in Brüssel die sogenannte Aufbau- und Resilienzfaszilität. Die Aufbau- und Resilienzfazilität ist das Herzstück des Wiederaufbauplans der Europäischen Union. Das Geld soll die Folgen der Corona-Pandemie bekämpfen und gezielt investiert werden.E 672,5 Mrd. sollen vor allem an die am schwersten von der Corona-Krise getroffenen EU-Staaten wie Italien und Spanien verteilt werden, davon E 312,5 Mrd. als Zuschüsse und bis zu E 360 Mrd. als Darlehen. Bis das Geld tatsächlich fließt, wird es jedoch noch dauern. Die EU-Staaten müssen der EU-Kommission erst detaillierte Pläne vorlegen, die Finanzierungsziele für Grünes und Digitales belegen. (dpa)

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Die britische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr infolge der Corona-Pandemie drastisch geschrumpft. Wie das Statistikamt ONS am Freitag vergangener Woche in London mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr um 9,9% zurück. Im Gesamtjahr gingen sowohl die Haushaltsausgaben als auch die Unternehmensinvestitionen stark zurück. Der Wirtschaftseinbruch folgt auf ein Wachstum von 1,4% im Jahr 2019. (dpa)

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Der mit seinen deutschen Steinkohlekraftwerken unter Druck stehende Essener Stromerzeuger Steag baut sein Engagement beim Bau von Solarparks im Mittelmeerraum aus. Ein bereits laufendes Projekt der Steag-Tochter Sens auf Sizilien werde erweitert, zudem plane und baue Sens zwei neue Solarparks in Südspanien, teilte die mehreren Ruhrgebietskommunen gehörende Steag am Dienstag mit. Das für einen Investor entwickelte Projekt auf der Mittelmeerinsel Sizilien werde von 440 MW auf eine Gesamtleistung von fast 700 MW aufgestockt. Der Baubeginn der ersten Teilabschnitte ist für das dritte Quartal 2021 anvisiert. An zwei Standorten nahe Granada und Almeria in Südspanien entwickelt die Steag-Tochter zudem zwei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 40 Megawatt. (dpa)

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Der Automarkt in der Europäischen Union ist zu Jahresbeginn wegen der Corona-Maßnahmen eingebrochen. Im Januar wurden in der EU mit 726.491 Autos 24% Pkw weniger neu zugelassen. In Deutschland hatte das Kraftfahrtbundesamt schon mitgeteilt, dass in der Bundesrepublik fast ein Drittel weniger Pkw neu angemeldet wurden. Zu den Lockdown-Effekten kam hinzu, dass die zeitweilige Mehrwertsteuersenkung Ende 2020 ausgelaufen war, mit der die Bundesregierung die Konjunktur wieder ankurbeln wollte. (dpa)

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Eine hohe Nachfrage aus China hat die japanischen Exporte im Januar angekurbelt. Die Ausfuhren seien im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 6,4% gestiegen, teilte das japanische Finanzministerium mit. Damit zogen die Exporte das zweite Mal in Folge an - im Dezember waren sie erstmals seit zwei Jahren gestiegen und zwar um 2%. Die Exporte nach China stiegen im Januar um 37,5%. (dpa)

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Statistiken

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