Wirtschaft in Kürze
- Argentinisches Tageblatt
- 11 feb 2021
- 18 Min. de lectura
Argentinische Wirtschaft
Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 93,73, gegen $ 92,96% in der Vorwoche. In diesem Jahr betrug die Abwertung 4,3%. Die ZB musste letzte Woche Dollar in geringen Mengen am Markt kaufen, um den Kurs zu halten. Im Monat Februar waren es insgesamt u$s 280 Mio. Der Schwarzkurs schloss bei $ 151, gegen $ 153 eine Woche zuvor. Der Kurs, der sich aus gleichzeitigem Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) lag bei $ 149,75, gegen $ 151,80 in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.12.21 bei $ 128,50, was einen Zinssatz von 50% zum Ausdruck bringt.
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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires stieg in einer Woche zum Mittwoch um 4,18%, und liegt jetzt um 1,2% über Ende Dezember 2020.
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Die argentinischen Staatstitel, die auf Dollar lauten und in New York gehandelt werden, standen in einer Woche zum Mittwoch unter leichtem Baissedruck. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2019LA: -0,27%; Bono 2030 LA: -0,95%; Bono2035 LA: -0,61%; Bono 2038 LA: -0,29%; Bonar 2024: -1,46%.
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Der Index der Konsumentenpreise des statistischen Amtes (INDEC) weist für Januar 2021 eine Zunahme von 4% aus. In 12 Monaten zum Januar betrug die Zunahme 38,5%. Im Januar stiegen Nahrungsmittel um 4,8%, und alkoholische Getränke und Zigaretten um 4,5%. Auf der anderen Seite stiegen Haushaltsausgaben wegen der Einfrierung der Tarife von Strom und Wasser nur um 1,4%, und Bekleidung und Schiuhe nur um 1,4%, was auf das Ende der Saison und Ausverkäufe zurückzuführen ist. Am meisten stiegen Fernverbindungen, mit 15,1%, und Hotels und Restaurants mit 5,4%
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Nachdem die parlamentarischen Kommissionen für Budget und Wohnung das Projekt über Weißwaschung von finanziellen Mitteln genehmigt haben, die für den Bau oder die Erweiterung oder Verbesserung von privaten Bauten bestimmt sind, soll das entsprechende Gesetzesprojekt unmittelbar genehmigt werden. Dies würde dem privaten Bau einen Schub erteilen, aber voraussichtlich auch Druck auf den schwarzen Dollarkurs ausüben.
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Präsident Alberto Fernández hat anlässlich einer Zusammenkunft des föderalen Rates gegen den Hunger mitgeteilt, dass die Entwicklungsbank für Lateinamerika (früher Andenkörperschaft benannt) einen Kredit von u$s 300 Mio. erteilt habe, der zur Finanzierung des Programms AlimentAr bestimmt sei, und der schon im Haushalt vorgesehenen Summe hinzugefügt werde.
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Präsident Alberto Fernández macht sich Sorgen über die Übertragung der Hausse bei den Weltmarktpreisen von Getreide und Ölsaaten auf die internen Preise, und hatte in diesem Sinn erklärt, dass er nur über zwei Instrumente verfüge, um dies zu verhindern, nämlich Exportzölle und Exportkontingente. Doch nach der jüngsten Zusammenkunft mit Vertretern der landwirtschaftlichen Verbände erklärte er, er werde vorläufig weder zusätzliche Exportzölle noch Exportquoten einführen. Aber das Problem ist noch nicht gelöst, und eine Entscheidung steht noch aus.
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Die Regierung hat die Subvention für Arbeitnehmer, die zeitweilig nicht beschäftigt sind, im Rahmen des Programms Repro II bei “kritischen” Bereichen auf $ 12.000 pro Monat und im Gesundheitsbereich auf $ 18.000 erhöht, aber sonst bei $ 9.000 belassen. Die Subvention wird gegenwärtig an ca. 10.000 Unternehmen gezahlt, die sie für 300.000 Arbeitnehmer einsetzen.
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Im Januar 2021 haben die lokalen Kfz-Fabriken 24.308 Automobile, Pick-ups und Lastwagen erzeugt, 17,5% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 19,4% unter Dezember 2020, berichtet der Verband Adefa. Die Lieferungen an die Agenturen betrugen 27.303 Einheiten, 6,1% über dem gleichen Vorjahresmonat und 30% unter dem Vormonat. Die Exporte betrugen 11.924 Einheiten, 37,2% über Januar 2020 und 30,7% unter Dezember 2020. Daraus ergibt sich (ohne Veränderungen des Bestandes zu berücksichtigen) ein Import von 15,019 Kfz, 3.095 Einheiten mehr als exportiert wurden. Die Exporte bestehen jedoch weitgehend aus Pick-ups, und die Importe aus billigeren Automobilen, so dass die Differenz wertmäßig schrumpft. Normalerweise kommen zu den Importen noch diejenigen hinzu, die auf Modelle entfallen, die nicht von den lokalen Fabrikanten hergestellt werden, wie BMW. Diese Importe sind im Januar auf ein Minimum geschrumpft, weil die ZB keine Devisen dafür bereitgestellt hat.
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Im Januar wurden 132.519 gebrauchte Kfz verkauft, 13,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 6,64% unter Dezember 2020. Nachdem im Januar 47.00 neue Kfz verkauft wurden, bedeutet dies, dass für jedes neue Fahrzeug 2,8 gebrauchte verkauft wurden. 178.519 Menschen oder Unternehmen konnten im Januar entweder ein neues Kfz beziehen oder zu einem neueren oder besseren gelangen.
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Die Weizenernte 2020/21 betrug 17 Mio. Tonnen, ohne Dürre wären es über 20 Mio. Tonnen gewesen. Der Binnenmarkt nimmt 7 Mio. Tonnen auf, so dass 10 Mio. für den Export übrig bleiben. Die Exportgesuche machen schon über 8,6 Mio. Tonnen aus, so dass befürchtet wird, dass Weizen für den Binnenmarkt fehlt, oder dass die Mühlen einen höheren Preis bezahlen müssen. Die Landwirtschaftsverbände befürchten, dass die Regierung den Export beschränkt oder zu anderen interventionistischen Maßnahmen greift, um den internen Weizenpreis niedrig zu halten.
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Die Milchwirtschaft steht vor einem Problem: die Produktionskosten sind infolge der Preiszunahme bei Mais und Sojamehl, die für die Ernährung der Milchkühe eingesetzt werden, in einem Jahr um 48% gestiegen, und liegen laut Angaben des technologischen Institutes der Landwirtschaft INTA zwischen $ 22,5 und $ 24 pro Liter, aber der Verkaufspreis liegt bei $ 21,36. Die Milchindustrie verzeichnet eine Kostenzunahme von 35% im Jahr 2020, wobei die Preise nur um durchschnittlich 15% gestiegen seien. Es wird somit unmittelbar mit einer bedeutenden Preiserhöhung von Milch und Milchprodukten im Supermarkt gerechnet.
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Die Einnahmen aus provinziellen Steuern lagen 2020 in der Provinz Buenos Aires mit $ 467,01 Mrd. um 27,6% über dem Vorjahr, sind also real gesunken. Vom Gesamterlös entfallen $ 339,08 Mrd. auf die Bruttoumsatzsteuer, 29,1% über dem Vorjahr. Das stellt 72,60% der gesamten Einnahmen dar, was erklärt, dass es so schwer ist, diese verzerrende Steuer abzuschaffen. Die Stempelsteuer nahm nur $ 37,04 Mrd. ein, 22,9% über dem Vorjahr. Die städtische Immobiliensteuer erreichte $ 28,27 Mrd., 41% über dem Vorjahr, und die Immobiliensteuer auf Landgüter $ 14,13 Mrd., 40,6% über dem Vorjahr. In beiden Fällen wurden die Immobilien stark aufgewertet. Der Erlös der Steuer auf Automobile und Motorboote lag bei $ 37,65 Mrd., 28,5% über dem Vorjahr.
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Der elektrische Strom, der mit Wind- und Sonnenanlagen erzeugt wird, hat 2020 um 64% zugenommen und stellt 9,4% der gesamen Stromerzeugung dar. 2018 betrug der Anteil nur 2,4%. Die Macri-Regierung hat diese Energieerzeugung besonders gefördert. Von der gesamtem Stromerzeugung entfällt 61% auf Wärmekraftwerke, 21,5% auf Wasserkraftwerke, 7,4% auf Atomkraftwerke und 0,7% auf andere Energiequellen.
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Der Index der Industrieproduktion des INDEC verzeichnet im Dezember eine interannuelle Zunahme von 4,9%. Dennoch liegt ganz 2020 um 7,6% unter 2019. Nach einem Tiefpunkt im April, als ein interannueller Rückgang von 33,3% verzeichnet wurde, fand eine bedeutende Erholung statt. Im Dezember wiesen 11 der 16 Branchen, die den Index bilden, interannuelle Zunahmen auf, die in mehreren Fällen sehr bedeutend waren, so bei Maschinen und Anlagen (+35,3%), nicht metallischen Erzen (+26,5%), Kfz, deren Zubehörteile und Karosserien (+40,6%). Die Entwicklung war bei den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich, mit einer geringen Zunahme bei Lebensmitteln, Getränken und Tabak.
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Der Index der Bautätigkeit des INDEC (ISAC, Indice sintético de la actividad de la construcción) weist im Dezember 2020 eine interannuelle Zunahme von 27,4% aus, liegt jedoch für ganz 2020 um 19,5% unter dem Vorjahr. Im Dezember nahmen die Lieferungen von Ziegelsteinen interannuell um 54,2% zu, die von Gipsplatten um 45,2%, die von Asphalt um 33,3%, die von Zement um 26,6% die von Fließen um 26,6%, die von Kalk um 25,1%, die von Eisenbeton um 22,2%, die von Stahlprodukten um 21,9% und die von Badezimmerausstattungen um 15,1%. Pandemie und Quarantäne haben dazu geführt, dass mehr Reparaturen von Wohnungen vorgenommen wurden, die von den Bewohnern direkt vollzogen werden. Abgesehen davon, wurde die Bautätigkeit zum Teil wieder zugelassen und sofort intensiv aufgenommen, vor allem was Bauten betrifft, die schon begonnen worden waren.
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Die Zahl der Menschen, die in Argentinien wohnhaft sind und im Dezember 2020 und Januar 2021 ins Ausland gereist sind, betrug 296.457, was sich mit 4,11 Mio. in der gleichen Vorjahresperiode vergleicht, ergeben die offiziellen Zahlen. Es ist ein Rückgang von 95%. Außerdem stand dieses Mal Chile mit 29% der Reisenden an erster Stelle, während es im Vorjahr Brasilien mit 29% war. An zweiter Stelle standen dieses Jahr die USA, mit 16%, während es im Vorjahr Paraguay mit 23,5% war.
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Lateinamerikanische Wirtschaft
Innerhalb des Mercosur bestehen zwei entgegengesetzte Positionen. Am Mittwoch der Vorwoche besuchte der Präsident von Uruguay, Luis Lacalle Pou, den von Brasilien, Jair Bolsonaro, und sie vereinbarten, Handelsabkommen mit Drittländern voranzutreiben, die Zollsenkungen beibehalten, als Gegenleistung für besseren Marktzugang. Doch der argentinische Präsident Alberto Fernández hat sich gegen diese Strategie ausgesprochen, nachdem er am 16.12.2020 die Präsidentschaft des Mercosur übernommen hatte. Er sprach sich für einen “anderen” Mercosur aus, der die haltbare Entwicklung, die technologische Erneuerung und (vor allem) den sozialen Einschluss fördere. Argentinien habe keine Eile, die Verhandlung mit Kanada, Südkorea, dem Libanon und Singapur aufzunehmen. Beim Abkommen mit der EU und der EFTA sei Vorsicht geboten. Fernández bemüht sich auch, dass Bolivien als volles Mitglied aufgenommen wird. Am 26. März sollen sich die Staatschefs anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Mercosur in Puerto Iguazú treffen. Dabei dürften die bestehenden Differenzen offen zum Ausdruck kommen. Brasilien, Uruguay und Paraguay treten für die Öffnung gegenüber Drittländern ein, Argentinien für Schließung und engere Zusammenarbeit innerhalb des Blocks.
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Das Kfz-Abkommen zwischen Argentinien und Chile, das den Kfz-Handel stärker liberalisiert, tritt am 13. April in Kraft. Es wird erwartet, dass dies zu Exporten, vor allem von Pick-ups, von ca. 10.000 Einheiten jährlich von Argentinien nach Chile führt.
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In Kuba hat die Regierung die Liste abgeschafft, die die Tätigkeiten der Selbstständigen auf 127 Bereiche beschränkte. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Liberalisierung, mit dem erwartet wird, dass Personen, die auf eigene Rechnung arbeiten, bis zu 2.000 verschiedene Tätigkeiten verrichten können. Dieses private Unternehmertum beschäftigt laut María Elena Feitó, Ministerin für Arbeit und Soziale Sicherheit, schon jetzt 600.000 Menschen, die 13% der gesamten Beschäftigten darstellen.
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In Brasilien ging der Umsatz des Einzelhandels im Dezember 2020 um 6,1% zurück, lag jedoch um 1,2% über Dezember 2019, meldet das statistische Amt. Der Rückgang hängt mit dem Ende der Nothilfe an arme Familien und auch mit der Preiszunahme von 1,35% im Dezember zusammen.
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Deutsche Wirtschaft
Die Commerzbank plant den Abbau Tausender Stellen und will ihr Filialnetz in Deutschland fast halbieren. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat entsprechende Eckpunkte für die künftige Strategie vorgelegt. Das Kontrollgremium wollte am Mittwoch (3.2.) zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die Sparpläne zu beraten. Brutto sollen den Plänen zufolge bis 2024 rund 10.000 Vollzeitstellen wegfallen. In Deutschland würde dies jeden dritten Arbeitsplatz betreffen. Von bundesweit 790 Filialen sollen noch 450 Standorte übrig bleiben. (dpa)
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Der neuerliche Corona-Lockdown hat die Kurzarbeit in Deutschland nach Schätzung des Ifo-Instituts wieder stark ansteigen lassen. Im Januar waren nach Berechnungen der Münchner Wirtschaftswissenschaftler 2,6 Mio. Arbeitnehmer in Kurzarbeit, 400.000 mehr als im Dezember. Damit waren 7,8% aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer in Kurzarbeit, nach 6,6% im Dezember. (dpa)
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Die Deutsche Post bringt erstmals eine Briefmarke auf den Markt, die einen Matrixcode enthält und dadurch nachverfolgbar ist. Der Verbraucher kann in einer App sehen, wann der Brief im Briefzentrum seiner Region ist und wann er in der Region des Adressaten ankommt. Die Zustellung selbst wird nicht gescannt. Die Marken sollen fälschungssicher sein und Mehrfachverwendung ausschließen. Ab 2022 sollen alle neuen Briefmarken den Code haben. (dpa)
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Die staatliche Förderbank KfW hat im Corona-Krisenjahr 2020 so viele Kredite vergeben wie nie. Das Fördervolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 75% auf den historischen Höchstwert von E 135,3 Mrd. Mit mehr als E 50 Mrd. habe die KfW Unternehmen, Start-ups, Studierende und gemeinnützige Organisationen in Deutschland sowie Partner in Entwicklungs- und Schwellenländern im Kampf gegen die Folgen der Pandemie unterstützt. (dpa)
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Im vergangenen Jahr sind in Deutschland wegen der Corona-Krise so wenige Menschen mit dem Flugzeug geflogen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das Statistische Bundesamt zählte 2020 an den 24 größten Verkehrsflughäfen zusammen noch 57,8 Mio. Passagiere. Das war nur 25,5% des Vorjahres. 1991 hatten im wiedervereinten Deutschland 63 Mio. Passagiere die Flughäfen genutzt. (dpa)
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Die Corona-Krise hat im vergangenen Jahr tiefe Löcher in die deutsche Exportbilanz gerissen. Die Warenausfuhren brachen gegenüber 2019 um 9,3% auf E 1204,7 Mrd. ein. Es war der stärkste Rückgang seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009. Damals waren die Exporte um 18,4% gesunken. Das Import-Volumen verringerte sich im vergangenen Jahr um 7,1% auf 1025,6 Mrd. Für dieses Jahr rechnete der Außenhandelsverband BGA zuletzt mit einem deutlichen Plus. Das Vorkrisenniveau soll demnach spätestens im Sommer 2022 wieder erreicht werden. (dpa)
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Die deutsche Industrie hat im vergangenen Jahr 8,5% weniger produziert als 2019. Nach dem Tiefpunkt während des ersten Corona-Lockdowns im April hat sich die Lage im weiteren Jahresverlauf kontinuierlich erholt, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Im Dezember lag der preisbereinigte Wert der hergestellten Güter nur noch 1% unter dem Vorjahresmonat und stabil im Vergleich zum November. (dpa)
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Bei den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen wollen die Arbeitgeber Einkommensverbesserungen auf das nächste Jahr verschieben. Sie legten am Freitag vergangener Woche einen Vorschlag für die Struktur eines Tarifabschlusses vor, der unter anderem einen "Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab dem Jahr 2022" ermöglichen soll. IG Metall reagierte mit scharfer Kritik. Eine Nullrunde sei "schlicht inakzeptabel", sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Das Konzept der Arbeitgeber sei "bei allen Themen eine Wundertüte ohne Inhalt". (dpa)
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Der Versicherer Allianz übernimmt seine chinesische Lebensversicherungstochter Allianz China Life Insurance (AZCL) komplett. Der Münchner Konzern kauft seinem bisherigen Partner Citic Trust die verbliebenen 49% der Anteile an AZCL ab, Die chinesischen Aufsichtsbehörden müssen der Komplettübernahme aber noch zustimmen. Zum Kaufpreis machte der Dax-Konzern keine Angaben. (dpa)
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Nach dem Auslaufen niedrigerer Mehrwertsteuersätze und der Einführung der CO2-Abgabe zu Jahresbeginn hat die Inflation in Deutschland einen Sprung nach oben gemacht. Im Januar 2021 lagen die Verbraucherpreise um 1,0% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Dezember hatte die Jahresinflationsrate noch bei minus 0,3%. (dpa)
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Viele Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 Urlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen gemacht. Gut jede zweite Urlaubsreise fand einer Umfrage zufolge im eigenen Land statt - ein Reiseverhalten ähnlich wie in den 1970er Jahren. Dennoch verzeichnete der Deutschland-Tourismus einen massiven Einbruch. Die Übernachtungszahlen sanken auf ein Rekordtief. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet vor allem für die Sommermonate mit einer Belebung der Reisen aus Deutschland und Europa. Allerdings ist die Verunsicherung der Menschen einer Umfrage zufolge derzeit noch groß. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch sank die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr um 39,0% auf das Rekordtief von 302,3 Mio. Es war der niedrigste Stand seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992. (dpa)
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Der seit Jahren in einer tiefen Krise steckende Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. "Wir spüren Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung und unsere Maßnahmen tragen erste Früchte", kommentierte Vorstandschefin Martina Merz die am Mittwoch in Essen vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21. "Wir haben schwarze Zahlen geschrieben, noch sind wir aber nicht über den Berg." Für die Modernisierung seiner Stahlsparte gab Thyssenkrupp Investitionen von gut E 700 Mio. frei. Im Gegenzug will der Konzern beim Stahl aber mehr Stellen streichen als bisher geplant. (dpa)
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Die Bundesregierung will effektiver gegen Geldwäsche vorgehen und sich auch international dafür besser vernetzen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch, das Transparenzregister auszuweiten, mit dem Hintermänner verschachtelter Unternehmenskonstruktionen sichtbar werden. Das bestehende "Arsenal im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung" werde weiter aufgerüstet, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). "Damit soll es leichter fallen, die oft absichtlich komplexen Firmenkonstrukte zu durchschauen, Strohmänner zu erkennen und Briefkastenfirmen aufzuspüren." Das Register solle Unternehmen davor schützen, mit unseriösen Geschäftspartnern und kriminellen Machenschaften in Verbindung zu kommen. Zugleich sollen die Ermittler in Deutschland enger mit Behörden in anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Die Weitergabe von Daten über das Bundeskriminalamt an Europol soll erleichtert werden. (dpa)
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Weltwirtschaft
Der Elektronik-Riese Samsung hat im Schlussquartal 2020 dank des robusten Chip-Geschäfts und der anziehenden Nachfrage nach Displays deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der Überschuss ist in den Monaten Oktober bis Dezember um 26,4% auf 6,61 Bio. Won (etwa E 4,9 Mrd.) gestiegen. Der Umsatz kletterte um 2,8% auf 61,55 Billionen Won (E 45,5 Mrd.). (dpa)
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Der größte US-Autobauer General Motors (GM) will sein weltweites Neuwagenangebot bis 2035 komplett emissionsfrei aufstellen. „General Motors schließt sich Regierungen und Unternehmen rund um den Globus bei der Arbeit für eine sicherere, grünere und bessere Welt an“, erklärte Konzernchefin Mary Barra am Donnerstag vergangener Woche. GM steckt sich damit ehrgeizigere Klimaziele als andere Autobauer, doch die Entscheidung erfolgt auch auf politischen Druck hin. So hat etwa der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien bereits angekündigt, ab 2035 keine neuen Benziner und Dieselwagen mehr zuzulassen. Kalifornien ist der regional größte US-Automarkt und gilt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, dessen Abgasregeln viele andere US-Staaten folgen. (dpa)
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Um Arbeitsplätze während der Corona-Krise zu sichern, haben neun EU-Länder weitere Milliarden aus dem EU-Programm Sure bekommen. Zu den Profiteuren der ersten Auszahlung 2021 zählen Belgien, Zypern, Ungarn, Lettland, Polen, Slowenien, Spanien, Griechenland und Italien. Es ist die insgesamt vierte Tranche des Hilfsprogramms. Es kann Darlehen in Höhe von bis zu E 100 Mrd. an betroffene Mitgliedstaaten vergeben. Es handelt sich um günstige Kredite, mit denen Kurzarbeiterprogramme und Hilfen für Selbstständige finanziert werden können. (dpa)
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Der größte US-Ölmulti ExxonMobil hat im vierten Quartal wegen enormer Abschreibungen auf Gasanlagen tiefrote Zahlen geschrieben. 2020 schloss der Konzern mit dem größten Verlust seit mehr als vier Jahrzehnten ab. Insgesamt fiel auf Jahressicht ein Minus von u$s 22,4 Mrd. an. Alleine in den drei Monaten bis Ende Dezember betrug der Verlust u$s 20,1 Mrd. Zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Exxon noch u$s 5,7 Mrd. Gewinn gemacht. Da die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft stark ausgebremst hat, ging auch die Nachfrage nach Öl und Gas erheblich zurück. Exxons Umsatz brach 2020 um gut 30% auf u$s 181,5 Mrd. ein. Trotz des schlechten Geschäftsberichts legte die Aktie vorbörslich zu. (dpa)
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Genau ein Jahr nach seinem EU-Austritt will sich Großbritannien für eine Aufnahme in das Handelsabkommen der Pazifikanrainerstaaten bewerben. Das teilte die britische Regierung in der Nacht zu Sonntag mit. Zu den Mitgliedern des 2018 in Kraft getretenen „Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership“ (CPTPP) gehören unter anderen Japan, Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko, Singapur und Vietnam. Ursprünglich hatten auch die USA geplant, der Gruppe beizutreten, doch Ex-Präsident Donald Trump zog sein Land aus den Verhandlungen zurück. Die CPTPP-Mitglieder haben beispielsweise zollfreien Handel auf viele Waren und gemeinsame Standards vereinbart. Die elf Mitgliedsstaaten haben damit einen Binnenmarkt mit etwa 500 Mio. Menschen geschaffen, in dem 13% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet werden. (dpa)
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Drohende Kreditausfälle und Abschreibungen haben der spanischen Großbank Santander 2020 einen hohen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von fast E 8,8 Mrd. Ohne die bereits bekannten Abschreibungen auf ihr Geschäft in Großbritannien, Polen und den Vereinigten Staaten hätte die Bank einen Gewinn von rund E 5,1 Mrd. eingefahren, 38% unter 2019. (dpa)
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Die Werbung bei der Google-Suchmaschine und der Videoplattform YouTube bleibt für die Konzernmutter Alphabet auch in der Corona-Pandemie ein lukratives Geschäft. Die Aktivität der Verbraucher verlagere sich immer mehr ins Internet, damit sei auch die zunächst gehemmte Online-Werbung wieder angesprungen, erklärte der Konzern bei Vorlage aktueller Zahlen am Dienstag. Der Alphabet-Umsatz stieg im vergangenen Quartal um 23,5% auf u$s 56,9 Mrd. Beim Gewinn gab es einen Sprung von fast 43% auf gut u$s 15,2 Mrd. (dpa)
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Landwirte in Europa können einer EU-Studie zufolge von Freihandelsabkommen profitieren. Demnach steigern solche Abkommen die Exporte von Lebensmitteln aus Europa stärker als die Importe, wie die EU-Kommission mitteilte. Untersucht wurden den Angaben zufolge die Auswirkungen von zwölf Freihandelsabkommen, etwa mit Australien, Chile oder Japan. Die nun veröffentlichte Studie ist die Fortsetzung einer ähnlichen Arbeit aus dem Jahr 2016. Bereits damals ging die EU-Kommission von großen Chancen für die europäische Agrarbranche durch Freihandelsabkommen aus. Jedoch erwarteten die Studienautoren damals Druck vor allem für Rindfleischproduzenten wegen der Freihandelsabkommen. Die Auswirkungen seien jedoch nicht so schlimm ausgefallen wie 2016 angenommen. (dpa)
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Die Corona-Pandemie hat den Tourismus in Österreich 2020 schwer getroffen. Die Beherbergungsbetriebe verbuchten im Vorjahr nur noch 97,9 Mio. Übernachtungen, 36% unter 2019, als es fast 1253 Mio. waren. Die Zahl der Urlauber halbierte sich nahezu, wie die vorläufigen Daten der Statistikbehörde zeigten. Besonders stark betroffen war Wien mit einem Minus von 74%. (dpa)
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Als Ausgleich für den Verlust ihrer Exporte in die EU zahlt die britische Regierung Fischereiunternehmen 23 Mio. Pfund Schadenersatz. Exporteure, die von Lieferschwierigkeiten betroffen sind, können bis zu 100.000 Pfund beantragen. Wegen neuer Zollhürden nach dem Brexit waren viele Händler von Lieferproblemen betroffen. Zahlreiche Lastwagen standen tagelang an der Grenze im Stau - die Ware verdarb. (dpa)
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Der EU-Brexit-Unterhändler Michel Barnier hat die derzeitigen Probleme beim Handel zwischen Großbritannien und der EU sowie Nordirland als logische Konsequenz des Brexits bezeichnet. „Es gibt mechanische, offensichtliche, unvermeidbare Konsequenzen, wenn man den Binnenmarkt verlässt, und das ist es, was die Briten tun wollten“, sagte der Franzose unter anderem der „Financial Times“. Barnier warnte Großbritannien davor, zu stark von EU-Standards abzuweichen, da das Land dann den zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt - wie er nun dank des in letzter Minute ausgehandelten Handelspakts besteht - verlieren könne. (dpa)
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Der boomende Wertpapierhandel an den Finanzmärkten und gesunkene Kreditrisiken in der Corona-Krise haben die größte US-Bank JPMorgan Chase zum Jahresende glänzend verdienen lassen. Unter dem Strich gab es im vierten Quartal einen Rekordgewinn von u$s 12,1 Mrd. 42% mehr als vor einem Jahr. Während die Zinseinnahmen sanken, florierte wie schon im Vorquartal erneut das Handelsgeschäft mit Aktien und Anleihen. Besonders gut lief zudem diesmal das klassische Investmentbanking. Die Bilanz profitierte darüber hinaus sehr stark davon, dass ein Teil der milliardenschweren Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite, die aufgrund der Pandemie gebildet worden waren, angesichts verbesserter wirtschaftlicher Aussichten wieder aufgelöst werden konnte. Insgesamt strich JPMorgan 2020 einen Nettogewinn in Höhe von u$s 29,1 Mrd. ein, 20% unter dem Vorjahr. Die gesamten Erlöse legten im vergangenen Jahr dennoch um 4% auf knapp u$s 120 Mrd. zu. (dpa)
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Der französische Energiekonzern Total ist im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise und eines Preiseinbruchs beim Öl tief in die roten Zahlen geraten. Der auf die Aktionäre anfallende Verlust betrug u$s 7,24 Mrd. 2019 hatte der Konzern noch einen Nettogewinn von rund u$s 11,3 Mrd. gemacht. Zum Jahresende war der Energiegigant wieder auf Erholungskurs. Der Konzern erzielte im vierten Quartal von Oktober bis Dezember einen Gewinn von u$s 891 Mio. Im Vorjahreszeitraum waren es noch u$s 2,6 Mrd. gewesen. Der Ölpreis habe sich zwar stabilisiert, liege aber rund 30% unter dem Vorjahr. (dpa)
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Einer Analyse des unabhängigen Haushaltsamtes des US-Kongresses zufolge würde die von Präsident Joe Biden angestrebte Verdoppelung des Mindestlohns Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten. Sollte der landesweite Mindestlohn bis 2025 wie vorgeschlagen stufenweise auf u$s 15 pro Stunde steigen, würden 1,4 Mio. Jobs wegfallen. Gleichzeitig würde die Zahl der in den USA in Armut lebenden Menschen um 900 000 sinken. Der landesweite Mindestlohn in den USA liegt derzeit bei u$s 7,25. Daneben gibt es in manchen Bundesstaaten auch höhere Grenzen. Das wirtschaftlich starke New York etwa hat bereits eine stufenweise Erhöhung des Mindestlohns auf u$s 15 beschlossen. Die Demokraten wollen den landesweiten Mindestlohn einer Gesetzesvorlage zufolge ab Juni bis 2025 schrittweise auf u$s 15 anheben, gefolgt von Erhöhungen, die sich an der durchschnittlichen Lohnentwicklung aller Arbeitnehmer orientieren würden. Für eine Verabschiedung bräuchten die Demokraten aber im Senat auch die Unterstützung mehrerer Republikaner, was unwahrscheinlich scheint. Das Haushaltsamt (CBO) erklärte, die geplante Erhöhung des nationalen Mindestlohns würde das US-Haushaltsdefizit bis 2031 um insgesamt u$s 54 Mrd. erhöhen - eine eher kleine Summe in Relation zum jährlichen Haushalt von mehr als u$s 4 Bio. (dpa)
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Die Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max hat dem US-Luftfahrtriesen Boeing zu Jahresbeginn eine deutlich verbesserte Auslieferungsbilanz beschert. Im Januar brachte der Konzern 26 Flugzeuge an die Kundschaft. Damit fiel die monatliche Statistik erstmals seit zwei Jahren besser aus als die des europäischen Erzrivalen Airbus, der 21 Maschinen loswurde. Boeing hat Rückenwind, seit die nach zwei Abstürzen mit 346 Toten verhängten Flugverbote für die 737 Max aufgehoben wurden, so dass der Bestseller wieder ausgeliefert werden kann. (dpa)
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Der US-Elektroautobauer Tesla öffnet sich für digitale Währungen - und der Bitcoin-Kurs schießt nach oben. Für die älteste und bekannteste Cyber-Devise ging es nach Bekanntwerden einer milliardenschweren Tesla-Investition am Montag direkt um mehrere Tausend Dollar nach oben. Auf der Handelsplattform Bitstamp stieg der Kurs um mehr als 15% auf bis zu u$s 44.899. Der bisherige Rekord von u$s 42.000 wurde damit klar übertroffen. (dpa)
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Vor der Küste Großbritanniens will der Karlsruher Energiekonzern EnBW mit der britischen BP Windparks für die Stromversorgung von rund 3,4 Mio. Haushalten bauen. Bei einer Auktion zur Vergabe von Flächenrechten hätten die Partner die Zuschläge für zwei große Areale in der Irischen See erhalten, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Die zwei Offshore-Windparks, die EnBW und BP zu gleichen Teilen planen, sollen eine Leistung von insgesamt 3 GW haben und ab dem Jahr 2028 in Betrieb gehen. EnBW-Chef Frank Mastiaux erinnere daran, dass Großbritannien der derzeit größte Offshore-Markt der Welt sei. Zudem habe man mit BP einen "starken und im Offshore-Geschäft international erfahrenen Partner". Nach dem Erhalt der Flächenrechte stünden nun unter anderem Umweltuntersuchungen an. Die konkreten Projekte müssen noch genehmigt werden. Die Flächen liegen im Meer zwischen der Isle of Man und Nordwestengland auf Höhe des Lake District National Parks. (dpa)
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Nach dem Regierungswechsel in den USA hat sich die auf internationalem Parkett erfahrene Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala im Rennen um den Chefposten der Welthandelsorganisation (WTO) durchgesetzt. Die letzte noch verbliebene Kandidatin, die südkoreanische Handelsministerin Yoo Myung Hee, zog ihre Bewerbung zurück und die Regierung von US-Präsident Joe Biden stellte sich am Freitag vergangener Woche hinter Okonjo-Iweala. Die Personalie scheint damit so gut wie besiegelt, denn zuletzt hatte nur die frühere US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Sieg der Nigerianerin verhindert. (dpa)
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Die Höhe der Mindestlöhne klafft in der Europäischen Union weit auseinander. Wie aus am Freitag vergangener Woche veröffentlichten Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht, lagen die Mindestlöhne für Vollzeitbeschäftigte im Osten der EU im Januar bei weniger als E 700 im Monat, etwa in Ungarn, Kroatien und Polen. In nordwestlichen EU-Ländern waren es hingegen mehr als E 1500 monatlich, unter anderem in Deutschland, Frankreich und Irland. Mindestlöhne gibt es den Angaben zufolge mittlerweile in 21 der 27 EU-Länder. Nur Dänemark, Italien, Zypern, Österreich, Finnland und Schweden haben keine. (dpa)
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Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich zu Jahresbeginn wieder gebessert. Die Arbeitslosigkeit ging im Januar deutlich zurück, während die Beschäftigung nach einem schwachen Vormonat wieder zulegte. Der Stellenaufbau fiel schwächer aus als erwartet. Zudem wurden im Dezember mehr Stellen gestrichen als bisher bekannt. Die Arbeitslosenquote fiel von Dezember auf Januar um 0,4 Prozentpunkte auf 6,3%. (dpa)
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US-Präsident Joe Biden hat die Nominierung der umstrittenen Ökonomin Judy Shelton zurückgezogen, die sein Amtsvorgänger Donald Trump für einen Sitz im Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve vorgesehen hatte. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag vergangener Woche mit. Trump hatte Shelton noch vor seinem Abschied aus dem Amt auf den Posten setzen wollen. Ihre Bestätigung war jedoch im November im US-Senat vorerst gescheitert: Trumps Republikaner verfehlten dort knapp die nötige Mehrheit, um die Nominierung voranzubringen. Shelton ist als ausgewiesene Kritikerin der US-Notenbank bekannt. Sie hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Wirtschaftsfragen beraten und arbeitete zuletzt in einer hochrangigen Position für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fachlich fiel Shelton durch ungewöhnliche Positionen auf. Sie vertritt etwa die Ansicht, das internationale Währungssystem solle wieder zu einem System der Golddeckung zurückkehren. Das Direktorium der Fed hat sieben Mitglieder und ist an den wichtigsten Entscheidungen der Notenbank beteiligt, auch der Festsetzung des Leitzinses. (dpa)
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Die hohe Nachfrage nach SUVs und Pick-up-Trucks hat dem größten US-Autobauer General Motors (GM) trotz Corona-Krise einen starken Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal legten die konzernweiten Erlöse im Jahresvergleich um über 21% auf u$s 37,5 Mrd. zu. Unterm Strich verdiente GM in den drei Monaten bis Ende Dezember u$s 2,8 Mrd. Vor einem Jahr hatten hohe Sonderkosten aufgrund eines Streiks die Quartalsbilanz verhagelt und es war ein Verlust von u$s 194 Mio. angefallen. GM warnte, dass Computerchip-Engpässe den Betriebsgewinn 2021 um bis zu zwei Milliarden Dollar drücken könnten. Der Konzern hatte wegen des Chipmangels, der derzeit fast die gesamte Autoindustrie belastet, zuletzt die Produktion in einigen Werken gedrosselt. (dpa)
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Der milliardenschwere Corona-Aufbaufonds der Europäischen Union soll in den nächsten Tagen offiziell starten. Dies kündigte die EU-Kommission am Mittwoch an. Zuvor hatte das Europaparlament den Fonds mit E 672,5 Mrd. endgültig gebilligt. Die letzte Zustimmung des Rats der EU-Staaten gilt als Formsache. Der Fonds soll helfen, die tiefe Rezession durch die Pandemie zu überwinden. Die sogenannte Aufbau- und Resilienzfazilität ist das Herzstück des im vergangenen Sommer vereinbarten Wiederaufbauplans im Umfang von insgesamt E 750 Mrd. Das Geld wird über Schulden finanziert und soll vor allem jenen Staaten helfen, die von der Pandemie am schwersten getroffen wurden, darunter Italien, Spanien und Frankreich. Die Investitionen sollen zugleich die Wirtschaft modernisieren. (dpa)
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Der weltgrößte Reedereikonzern Maersk hat trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2020 sowohl seinen Gewinn als auch seinen Umsatz steigern können. Vor Steuern stand für den dänischen Konzern im abgelaufenen Jahr ein Gewinn von rund u$s 3,3 Mrd. zu Buche. Das entsprach mehr als dem Dreifachen des Vorjahreswertes. Der Umsatz nahm um 2,2% auf u$a 39,7 Mrd. zu. (dpa)
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