Wirtschaft in Kürze
- Argentinisches Tageblatt
- 28 ene 2021
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Argentinische Wirtschaft
Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 92,44, gegen $ 91,76 eine Woche zuvor. Im Januar 2021 betrug die Abwertung bisher 2,86%. Die ZB musste diese Woche an die u$s 100 Mio. verkaufen, um den Kurs zu halten. Dennoch ergibt sich im Monat Januar ein Saldo zu Gunsten der ZB. Der Schwarzkurs schloss bei $ 154, gegen $ 155 in der Vorwoche. Der Kurs, der sich über Kauf und Verkauf von Staatstiteln ergibt (“contado con liquidación”) schloss bei $ 150,16, gegen $ 148,16 in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.12.21 bei $ 129, was einen Zinssatz von 58,76% jährlich ergibt.
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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires ging in einer Woche zum Mittwoch um 0,51% zurück und liegt somit um 2,45% unter Ende Dezember 2020.
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Die Staatstitel in Dollar, die in New York gehandelt werden, verzeichnen in einer Woche zum Mittwoch vorwiegend Baissen. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2028LA: -1,03%; Bono 2030 LA: -1,80%; Bono 2035 LA: -0,59%; Bono 2038 LA: +0,43%, Bonar 2024: +3,95%.
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Das Schatzamt hat am Mittwoch Staatstitel für $ 200 Mrd. untergebracht, und somit die Amortisation von Titeln in Höhe von $ 194 Mrd., die am 29.1.21 fällig ist, voll gedeckt. Bei kurzfristigen Titeln (Lede) konnten $ 43,42 Mrd. zu 37,75% untergebracht werden, bei Titel mit längeren Fristen (Lepase) wurden $ 62,95 Mrd. zu 38% untergebracht. $ 62,93 entfielen auf langfristige Titel, und $ 30,63 auf Titel, die im Juni verfallen und zu 38,5% verzinst werden.
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Der Umsatz der Supermärkte, die vom INDEC erfasst werden, erreichte im November 2020 $ 91,18 Mrd., 34,1% über dem gleichen Vorjahresmonat. In konstanten Werten waren es 2,2% weniger als ein Jahr zuvor. Die Grossistensupermärkte hatten einen Umsatz von $ 15,16 Mrd., 33,2% über dem Vorjahr. Der Umsatz bei den Shopping-Centers lag mit $ 12,41 Mrd. um 17,2% unter dem Vorjahr.
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In der Bundeshauptstadt wurden im Dezember 2020 3.065 Immobilien notariell übertragen, 6,1% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 22% über November 2020. In Werten waren es $ 22,93 Mrd., 12,2% über dem Vorjahr. Nur 125 Übertragungen fanden mit einem Hypothekarkredit statt, 51,5% unter dem Vorjahr. Im ganzen Jahr 2020 betrug die Zahl 18.764, 43,9% unter dem Vorjahr. In Werten waren es $ 174 Mrd., 10,47% unter dem Vorjahr. Von den Immobilienverkäufen des Jahres wurden knapp über 1.000 mit einem Hypothekarkredit finanziert.
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Die Zahl der Unternehmenskäufe und Fusionen lag 2020 mit nur 63 auf einem historischen Minimum, berichtet die Firma KPMG. 2020 liegt um 25% unter 2019 und knapp über der Hälfe des bisherigen Durchschnittes von 120 Fällen pro Jahr. Die lokalen Käufer machten 2020 70% aus, gegen 50% im Vorjahr. Ausländische Interessenten haben sich weitgehend zurückgezogen.
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Am Montag um 14.40 Uhr wurde ein neuer Rekord beim landesweiten Stromkonsum erreicht, von 26.398, 47 MW, womit der bisherige Rekord von 26,320 MW, der am 8.2.2018 erreicht wurde, übertroffen wurde. Die hohe Nachfrage wurde ohne Importe und ohne Lieferkürzungen gedeckt. Nur wurden Stromexporte nach Brasilien unterbrochen, bei denen dies vorgesehen ist. In der Zeitspanne des höchsten Konsums gab es einen Stromausfall bei 45.865 Kunden von Edesur und 3.272 von Edenor.
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2020 wurden über argentinische Häfen 56,5 Mio. Tonnen Getreide und Ölsaaten exportiert, 6% unter dem Vorjahr. Es war jedoch die zweithöchste Menge, die bisher erreicht wurde. Mais stellte 64% der Verschiffungen dar. Etwa 90% der Exporte von Getreide und Ölsaaten erfolgen über Schiffe und 10% über Lastwagen.
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Das für den Stromvertrieb zuständige Amt ENRE (Ente naconal de regulación eléctrica) hat den Unternehmen Edesur und Edenor mitgeteilt, dass sie gelegentlich zu einer Audienz einberufen werden, in der sie ihre Tarifansprüche vorlegen können. Die Stromtarife sind bis zum 15. März eingefroren, und von da an soll es Zunahmen geben, wobei von 9% die Rede war. In einem zweiten Beschluss wurden die Unternehmen, die sich mit Ferntransport von Strom befassen (Transener, Tranba, Transpa, Transco, Transnea, Distribuidora Cuyo und EPEN (Neuquén) im gleichen Sinn benachrichtigt. Danach sollen auch Konsumentenverbände u.a. einberufen werden, damit sie ihre Meinung äußern. Es geht hier um die allgemeine Tariferhöhung und auch um die Tarifstruktur. Mit diesen Audienzen will die Regierung das Problem der unvermeidlichen Tariferhöhung bei Strom politisch entschärfen.
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Die Regierungsprogramme, die mit dem Covid-19 zusammenhängen haben den Staat im Jahr 2020 (zu konstanten Preisen von 2020) insgesamt $ 719,17 Mrd. gekostet, hat die Consulting-Firma ivecq berechnet. Das stellt zwischen 2,5% und 3,7% des Bruttoinlandsproduktes dar, je nach dem wie hoch dieses berechnet wird. Die Subventionen, die notwendig waren, um die Tarife öffentlicher Dienste eingefroren zu halten, betrugen 2020 $ 260,27 Mrd. Weitere $ 105,4 Mrd. entfielen auf das Nahrungsmittelprogramm (AlimentAr und direkte Nahrungsmittelzufuhr an Essanstalten), auch an erhöhte Defizite staatlicher Unternehmen. Doch auf der anderen Seite wurden im Vergleich zu 2019 $ 175 Mrd. gespart, durch Verringerung des realen Einkommens von Rentnern und öffentlichen Angestellten.
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Der EMAE-Index des INDEC, der eine grobe Schätzung des BIP auf Grund kurzfristig verfügbarer Daten darstellt, lag in 11 Monaten 2020 um 10,6% unter der gleichen Vorjahresperiode. November lag 1,4% über Oktober, aber 3,7% unter November 2019 und 3,3% unter Februar 2020, bevor die Pandemie eintrat.
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Die Industrieproduktion lag gesamthaft 2020 um 7,9% unter 2019, hat das Studienzentrum von Orlando Ferreres ermittelt. Dezember lag um 1,7% unter November, was auf den Streik bei der Speiseölindustrie zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite wiesen im Dezember folgende Bereiche bedeutende Zunahmen auf: nicht metallische Erze (Zement u.a.), Grundmetalle (Stahl und Aluminium), und Maschinen und Anlagen.
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Die private Auslandsschuld betrug laut ZB per Ende September 2020 insgesamt u$s 78,88 Mrd., 7,14% unter der gleichen Vorjahresperiode. Von der Gesamtverschuldung entfielen u$s 4,99 Mrd. auf Exportfnanzierung, u$s 22,30 Mrd. auf Importfinanzierung, u$s 7,56 Mrd. auf Finanzierung von Dienstleistungen und u$s 44,02 Mrd. auf rein finanzielle Kredite.
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Das Steueramt, das der AFIP untersteht, hat sich in letzter Zeit damit befasst, festzustellen, ob Dollargeschäfte, die von Unternehmen oder natürlichen Personen durchgeführt wurden, mit den Steuererklärungen vereinbar sind. In 300 Fällen wurde festgestellt, dass viele davon wirtschaftlich nicht der Lage waren, diese Geschäfte durchzuführen, oder falsche Daten angegeben hatten, oder Einheitssteuerzahler waren. Die AFIP erhielt dabei Daten der nationalen Wertpapierkommission über Geschäfte mit Staatstiteln, wie sie beim gleichzeitigen Kauf und Verkauf (“contado con liqui”) erfolgen.
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Im Jahr 2020 wurden 1,31 Mio. Laptop-Computer importiert, 33% über dem Vorjahr. Das war eine Folge der Abschaffung der Importzölle, die die Macri-Regierung verfügt hatte, die bisher beibehalten wurde, aber auch der Tatsache, dass diese Kleincomputer, deren interne Preise auf Grund des offiziellen Wechselkurses berechnet wurden, zum freien Kurs berechnet sehr billig waren. Die Regierung bremst gegenwärtig diese Importe, indem die ZB keine Genehmigung für die Überweisung der entsprechenden Dollar erteilt.
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Lateinamerikanische Wirtschaft
Paraguay hat in den letzten 25 Jahren die mit Sojabohne bebaute Fläche mehr als verdreifacht, so dass der Export von leicht über einer Million Tonnen auf über 6 Mio. Tonnen pro Jahr gestiegen ist. Paraguay ist weltweit zum vierten Exporteur von Sojabohne aufgestiegen, nach Brasilien, USA, und Argentinien.
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In Brasilien sind die Staatsausgaben 2020 infolge der pandemiebedingten Sonderausgaben um 40% gestiegen. Der größte Teil entfällt auf die “corona vouchers”, eine Notsubvention, die etwa ein Drittel der Bevölkerung erhielt. Die Staatsschuld stellt jetzt 91% des Bruttotinlandsproduktes dar. Inzwischen stagnieren die Reformprojekte von Bolsonaro, um die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Das bezieht sich auf die Reform des Systems für Gehälter und Zulagen im öffentlichen Bereich, auf die Steuerreform, und auf die Privatisierungen.
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Deutsche Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft beweist nach Einschätzung der Bundesbank auch im verschärften Lockdown ihre Widerstandsfähigkeit. Es gebe „ermutigenden Signale“, die darauf hoffen ließen, „dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und noch weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen“, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht Januar. Ihre Zuversicht begründen die Volkswirte der Bundesbank mit der Entwicklung im Schlussquartal 2020. Wie das Statistische Bundesamt geht die Bundesbank davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres „in etwa stagniert“ hat. Dass es zu keinem größeren konjunkturellen Rückschlag kam, liege unter anderem daran, dass einige nicht unmittelbar durch die Maßnahmen betroffene Wirtschaftsbereiche sich weiter erholten, erklärte die Bundesbank. Dabei sei vor allem die Industrie zu nennen. Nach den bis November vorliegenden Zahlen sei dort die Produktion stark gestiegen. Auch der Bau habe kräftig zugelegt. Und selbst im Einzelhandel gab es vor der Schließung vieler Geschäfte im Dezember noch steigende Umsätze. Im Gesamtjahr 2020 brach die Wirtschaftsleistung Deutschlands einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge um 5% im Vergleich zum Vorjahr ein. (dpa)
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Die insolvente Steakhaus-Kette Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt. Weil kaum noch Liquidität vorhanden sei für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sei man zu diesem Schritt gezwungen, heißt es in einem Brief der Chefetage an die Belegschaft. Nur eine Rumpftruppe in der Verwaltung arbeitet vorerst weiter. Zuvor hatte das Branchenportal Food Service darüber berichtet. Maredo hatte im März 2020 Insolvenzantrag gestellt. Von 35 Restaurants wurden 15 zugemacht, etwa die Hälfte der rund 950 Beschäftigten musste gehen. Die coronabedingten Schließungen ab November waren ein weiterer Rückschlag. (dpa)
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Deutschland hat im Corona-Jahr seinen Spitzenplatz beim Leistungsbilanzüberschuss verloren. China löste die Bundesrepublik ab, wie das Ifo-Institut mitteilte. Der deutsche Überschuss sank 2020 demnach um rund u$s 13 Mrd. auf u$s 261 Mrd., bzw. von 7,1% auf 6,9% der Wirtschaftsleistung. "Der chinesische Überschuss dagegen schnellte hoch um u$s 170 Mrd. auf u$s 310 Mrd. Das sind 2,1% des BIP. Den drittgrößten Überschuss hat Japan mit u$s 158 Mrd. Das Leistungsbilanzdefizit der USA wuchs deutlich - um u$s 155 Mrd. auf u$s 635 Mrd. - den höchsten Wert seit 2008. Während das Ifo-Institut Corona für den deutschen Überschuss-Rückgang verantwortlich macht, wirkte sich die Pandemie für die chinesischen Exporteure positiv aus: Sie verkauften etwa mehr elektronische Ausrüstungen wie Datenverarbeitungsgeräte, als Folge der verstärkten Arbeit von zu Hause. Außerdem stieg die chinesische Ausfuhr von Mund-Nasen-Masken kräftig. (dpa)
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Die Stahlproduktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf die geringste Menge seit 2009 gesunken. Die Stahlhütten erzeugten 2020 insgesamt 35,7 Mio. Tonnen Rohstahl, 10% weniger als im bereits schwachen Jahr 2019. In der der Weltfinanzkrise 2009 hatten die Hütten 32,7 Mio. Tonnen Stahl erzeugt. "Auch die leichte Erholung im letzten Quartal 2020 kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturelle Entwicklung der letzten Jahre besorgniserregend ist", kommentierte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, die Zahlen. Zuletzt habe sich zwar eine Erholung der Stahlkonjunktur abgezeichnet. Der Anstieg der Rohstahlerzeugung um 9% im vierten Quartal 2020 müsse jedoch vor dem Hintergrund des bereits außerordentlich schwachen Vorjahreszeitraums gesehen werden. Die deutsche Stahlindustrie leidet nicht nur unter den Folgen der Corona-Pandemie. Bereits zuvor hatte sie Absatzprobleme. "Grundsätzlich bleibt der Stahlstandort Deutschland durch die Verwerfungen auf den globalen Stahlmärkten aber auch infolge der energie- und klimapolitischen Regulierungen unter Druck", sagte Kerkhoff. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen dürfe nicht weiter eingeschränkt werden. Die Stahlhersteller wie Thyssenkrupp und Salzgitter stehen vor Milliardeninvestitionen, um die Produktion durch den Einsatz von Wasserstoff klimaneutral zu machen. (dpa)
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Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird nach dem Einbruch 2020 nach den Worten von Wirtschaftsminister Peter Altmaier in diesem Jahr weniger Dynamik haben als erhofft. Der CDU-Politiker sprach am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts von einem gespaltenen Bild. Während sich die Industrie weiter robust zeige, sei der Dienstleistungssektor stark betroffen. Zwar flachten die Corona-Infektionszahlen ab. Die Lage sei aber weiter ernst, die Gefahr der Virus-Mutanten noch nicht ausgestanden. Vor diesem Hintergrund senkte die Bundesregierung ihre Wachstumserwartungen für 2021. Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr rechnet die Regierung mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3%. Das Niveau der Wirtschaftsleistung vor der Krise dürfte erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden. In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Altmaier für 2021 noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4% gerechnet. (dpa)
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Weltwirtschaft
Als Ausgleich für den Verlust ihrer Exporte in die EU zahlt die britische Regierung Fischereiunternehmen 23 Mio. Pfund Schadenersatz. Exporteure, die von Lieferschwierigkeiten betroffen sind, können bis zu 100.000 Pfund beantragen. Wegen neuer Zollhürden nach dem Brexit waren viele Händler von Lieferproblemen betroffen. Zahlreiche Lastwagen standen tagelang an der Grenze im Stau - die Ware verdarb. (dpa)
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Der EU-Brexit-Unterhändler Michel Barnier hat die derzeitigen Probleme beim Handel zwischen Großbritannien und der EU sowie Nordirland als logische Konsequenz des Brexits bezeichnet. „Es gibt mechanische, offensichtliche, unvermeidbare Konsequenzen, wenn man den Binnenmarkt verlässt, und das ist es, was die Briten tun wollten“, sagte der Franzose unter anderem der „Financial Times“. Barnier warnte Großbritannien davor, zu stark von EU-Standards abzuweichen, da das Land dann den zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt - wie er nun dank des in letzter Minute ausgehandelten Handelspakts besteht - verlieren könne. (dpa)
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Der boomende Wertpapierhandel an den Finanzmärkten und gesunkene Kreditrisiken in der Corona-Krise haben die größte US-Bank JPMorgan Chase zum Jahresende glänzend verdienen lassen. Unter dem Strich gab es im vierten Quartal einen Rekordgewinn von u$s 12,1 Mrd. 42% mehr als vor einem Jahr. Während die Zinseinnahmen sanken, florierte wie schon im Vorquartal erneut das Handelsgeschäft mit Aktien und Anleihen. Besonders gut lief zudem diesmal das klassische Investmentbanking. Die Bilanz profitierte darüber hinaus sehr stark davon, dass ein Teil der milliardenschweren Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite, die aufgrund der Pandemie gebildet worden waren, angesichts verbesserter wirtschaftlicher Aussichten wieder aufgelöst werden konnte. Insgesamt strich JPMorgan 2020 einen Nettogewinn in Höhe von u$s 29,1 Mrd. ein, 20% unter dem Vorjahr. Die gesamten Erlöse legten im vergangenen Jahr dennoch um 4% auf knapp u$s 120 Mrd. zu. (dpa)
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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der Federal Reserve), hat in den Vereinigten Staaten im Jahr 2020 um 64,6% zugenommen, aber der Index der Konsumentenpreise weist eine Zunahme unter 2% jährlich auf. Dies deutet auf eine erhöhte Liquiditätshaltung der Bevölkerung und auch der Unternehmen hin, die durch die Unsicherheit bedingt sind, die die pandemiebedingte Krise hervorgerufen hat. Die Ökonomen fragen sich jetzt, wie dies weitergeht, und ob es schließlich doch einen Inflationssprung geben wird. Die traditionelle Geldtheorie erfordert auf alle Fälle eine Sondererklärung für diesen Fall.
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Im vergangenen Jahr ist in der Europäischen Union erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus fossilen Kraftwerken erzeugt worden. Das geht aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Untersuchung des britischen Thinktanks Ember und der deutschen Denkfabrik Agora Energiewende hervor. Danach haben erneuerbare Energien aus Wind, Solar, Wasserkraft oder Biomasse im vergangenen Jahr 38% des europäischen Stroms geliefert, Kohle oder Gas dagegen nur 37%. Dies sei "ein bedeutender Meilenstein in Europas Umbau zu sauberer Energie", heißt es in dem Report. Mit 33% hat Deutschland den dritthöchsten Anteil erneuerbaren Energien in der EU, hinter Dänemark (61%) und Irland (35%), Spanien kommt mit 29% auf Rang vier. Während Wind- und Sonnenstrom stark zugelegt habe, hätten vor allem Kohlekraftwerke weniger Elektrizität geliefert. Ihre Stromerzeugung hat sich den Angaben zufolge gegenüber 2015 nahezu halbiert. Allein im vorigen Jahr sank sie um 20%. (dpa)
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In der Corona-Krise hat China die USA als größter Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) abgelöst. Wie aus einem Montag vorliegenden Bericht der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad) in Genf hervorgeht, sackten die ausländischen Direktinvestitionen in den USA im vergangenen Jahr ab um 49% im Vergleich zum Vorjahr auf schätzungsweise u$s 134 Mrd. Hingegen stieg die Zahl in China um 4% auf u$s 163 Mrd. Weltweit fielen die ausländischen Direktinvestitionen 2020 um 42% auf u$s 859 Mrd. Der Rückgang konzentrierte sich vor allem auf die entwickelten Staaten, die ein Minus von 69% hinnehmen mussten. (dpa)
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Die Corona-Pandemie hat Tausende Pubs, Bars und Restaurants in Großbritannien einer Studie zufolge in den Ruin getrieben. Unterm Strich hätten fast 6000 Betriebe dichtgemacht, ermittelten die Unternehmensberatung AlixPartners und der Branchenanalyst CGA. Das seien etwa dreimal so viele wie 2019. Der Grund seien vor allem die Corona-Beschränkungen mit Verboten von Feiern und geselligen Anlässen. "Es ist leider unvermeidlich, dass es Tausende weitere treffen wird", sagte Karl Chessell von CGA. Der Branchenverband UK Hospitality zeigte sich alarmiert. "Der Verlust von 6000 Betrieben ist ein furchtbarer Schlag für die Branche, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn wir unseren Kurs beibehalten", sagte Verbandschefin Kate Nicholls. (dpa)
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Die EU-Kommission unterstützt Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung des digitalen Euro. "Das erfordert die Digitalisierung der Wirtschaft und des Finanzwesens", sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis dem "Handelsblatt" und anderen europäischen Medien. "Wir beobachten, dass die Bedeutung des Bargeldes schrittweise zurückgeht. Ein digitaler Euro ist eine zusätzliche Möglichkeit zum Bezahlen und Sparen." (dpa)
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Die verschärften Einschränkungen für die Wirtschaft in vielen Eurostaaten veranlassen Europas Währungshüter nicht erneut zum Handeln. Erst im Dezember hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie massiv nachgelegt. Bei seiner ersten Sitzung im neuen Jahr bestätigte der EZB-Rat am Donnerstag vergangener Woche wie erwartet den expansiven geldpolitischen Kurs der Notenbank in Frankfurt. Das vor sechs Wochen um E 500 Mrd. aufgestockte Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) läuft mit einem Volumen von nun E 1,85 Bio. unverändert bis mindestens Ende März 2022. (dpa)
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Der Getränke- und Lebensmittelriese Pepsico und der Fleischersatzspezialist Beyond Meat bündeln die Kräfte. Die US-Unternehmen kündigten am Dienstag ein Gemeinschaftsprojekt an, das pflanzenbasierte Drinks und Snacks entwickeln, herstellen und vermarkten soll. Anleger reagierten euphorisch - die Aktien von Beyond Meat schossen zeitweise um 39 Prozent nach oben und verbuchten damit den größten Kurssprung seit anderthalb Jahren. Pepsis Papiere legten indes nur leicht zu. Beyond Meat wurde 2009 gegründet und ist seit Mai 2019 an der Börse. Das Unternehmen stellt Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis her - ohne tierische Zutaten. Die Kalifornier sind vor allem für ihre veganen Burger bekannt, die inzwischen diverse Fast-Food-Ketten führen. Gerade in der Corona-Pandemie bieten Beyond Meat und der Rivale Impossible Foods willkommene Alternativen zur klassischen US-Fleischindustrie, deren Unternehmen zu Beginn der Krise als Covid-19-Infektionsherde in die Kritik geraten waren. (dpa)
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Die Impfstoffe gegen das Coronavirus verbessern die globalen Wachstumsaussichten: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für die Aussichten der Weltwirtschaft in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5% angehoben. Neben der positiven Wirkung der Impfkampagnen rechnet der IWF auch in einigen größeren Industriestaaten mit weiteren Konjunkturspritzen. Für Deutschland und Europa erwartet der IWF aber in diesem Jahr ein schwächeres Wachstum als zuletzt angenommen. Für das kommende Jahr prognostiziert der IWF wie bereits im Oktober ein globales Wirtschaftswachstum von 4,2%. Alle Prognosen seien angesichts der Pandemie und der Zunahme der Infektionen in vielen Industriestaaten Ende vergangenen Jahres weiter mit einer großen Unsicherheit verbunden, schränkte Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Dienstag ein. (dpa)
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Landwirte in Europa können einer EU-Studie zufolge von Freihandelsabkommen profitieren. Demnach steigern solche Abkommen die Exporte von Lebensmitteln aus Europa stärker als die Importe, wie die EU-Kommission mitteilte. Untersucht wurden den Angaben zufolge die Auswirkungen von zwölf Freihandelsabkommen, etwa mit Australien, Chile oder Japan. Die nun veröffentlichte Studie ist die Fortsetzung einer ähnlichen Arbeit aus dem Jahr 2016. Bereits damals ging die EU-Kommission von großen Chancen für die europäische Agrarbranche durch Freihandelsabkommen aus. Jedoch erwarteten die Studienautoren damals Druck vor allem für Rindfleischproduzenten wegen der Freihandelsabkommen. Die Auswirkungen seien jedoch nicht so schlimm ausgefallen wie 2016 angenommen. (dpa)
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Die Corona-Pandemie hat den Tourismus in Österreich 2020 schwer getroffen. Die Beherbergungsbetriebe verbuchten im Vorjahr nur noch 97,9 Mio. Übernachtungen, 36% unter 2019, als es fast 1253 Mio. waren. Die Zahl der Urlauber halbierte sich nahezu, wie die vorläufigen Daten der Statistikbehörde zeigten. Besonders stark betroffen war Wien mit einem Minus von 74%. (dpa)
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Microsoft hat im vergangenen Quartal vor allem dank eines starken Cloud-Geschäfts deutlich die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 17% auf u$s 43,1 Mrd. Microsoft-Chef Satya Nadella richtete den Konzern über das langjährige Kerngeschäft mit dem Windows-Betriebssystem und Office-Büroprogrammen auf Cloud-Dienste aus - das Angebot von Rechenleistung und Software aus dem Netz. In der Sparte "intelligente Cloud" wuchs der Umsatz im vergangenen Quartal um 23% auf u$s 14,6 Mrd. Im Bereich mit Windows und Hardware gab es einen Umsatzsprung von 40% im Geschäft mit der Spielekonsole Xbox. Die Windows-Erlöse legten um 10% zu. (dpa)
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