Wirtschaft in Kürze
- Argentinisches Tageblatt
- 15 ene 2021
- 13 Min. de lectura
Argentinische Wirtschaft
Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 91,03, gegen $ 90,55 eine Woche zuvor. Die ZB musste weiter Devisen am Markt kaufen, um den Kurs zu halten. In drei Tagen dieser Woche waren es schon u$s 300 Mio. Die ZB-Reserven erreichten u$s 39,76 Mrd., gegen u$s 39,50 Mrd. eine Woche zuvor. Der Schwarzkurs schloss zu $ 160, unverändert gegenüber der Vowoche. Der Kurs, der sich über Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) schloss bei $ 145,51, gegen $ 144,57 in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.12.21 bei $ 135,30, was einen Zinssatz von 61,06% zum Ausdruck bringt.
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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch einen Rückgang von 1,77%.
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Die argentinischen Staatstitel, die auf Dollar lauten und in New York gehandelt werden, wiesen in einer Woche zum Mittwoch allgemeine Baissen auf. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029LA: -1,90%; Bono 2030LA:-1,90%; Bono 2035LA:-2,28%; Bono 2038LA; -1,63%; Bonar 2024: -3,80%. Die Landesrisikorate stieg auf 1450 Basispunkte, was bedeutet, dass die argentinischen Staatstitel zum Börsenkurs Renditen von über 16% ergeben.
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Das Binnenhandelsekretariat, geleitet von Paula Español, hat am Dienstag eine neue Etappe des Programmes der “gepflegten Preise” eingeleitet, bei der 260 zu den bestehenden 400 Produkten hinzugefügt wurden. Bei diesem Programm werden Preise mit den Fabrikanten und Supermärkten vereinbart, die unter den normalen liegen. Die Preise des neuen Warenkorbes liegen laut offizieller Angabe um 5,6% über den vorherigen. Die Produkte werden von 54 Supermarktketten in 2.800 Geschäften verkauft. Unter den neuen Produkten befinden sich Tomatenkonserven, Zucker, Hamburger, Maiskonserven, Salz, Hefte u.a.
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Die Auslastung der Kapazität der Industrie erreichte im November 63,3%, 2,6 Prozentpunkte über dem gleichen Vorjahresmonat und 3 Punkte über Februar 2020, vor der Pandemie, hat das INDEC ermittelt.
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Die Regierung hat im Kongress ein Gesetzesprojekt eingebracht, durch das der Satz der Gewinnsteuer für Aktiengesellschaften und G.m.b.hs dieses Jahr bei 30% verbleibt, und die in der Steuerreform von 2017 vorgesehene Senkung auf 25% erst 2022 eintritt.
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Der Construya-Index, den die Fabrikanten von Baumaterialien auf Grund ihrer Lieferungen (in Mengen) aufstellen, lag im Dezember 2020 um 18,1% über dem gleichen Vorjahresonat, aber 9,65% unter November 2020. Im ganzen Jahr 2020 lag der Index um 5,70% unter dem Vorjahr. Indessen fand im 1. Halbjahr ein starker Rückgang statt, der im 2. Halbjahr weitgehend aufgeholt wurde. Es gab viele Verbesserungen und Erweiterungen von Wohnungen, was durch die Präsenz der Bewohner gefördert wurde, die dabei die Arbeiten selber vollzogen. Nur beim Asphalt ist ein interannueller Rückgang eingetreten, was auf geringere Straßenreparaturen hinweist.
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Der Index der Industrieproduktion des INDEC weist für November 2020 eine Zunahme von 4,5% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat und eine von 3,5% gegenüber Oktober 2020 auf. 10 der 126 Bereiche, die der Index erfasst, wiesen interannuelle Zunahmen auf. An erster Stelle stand die Sparte “Maschinen und Anlagen” mit einer interannuellen Zunahme von 30,9%. Hier lagen Maschinen für die Landwirtschaft an erster Stelle, und Haushaltsgeräte (Eisschränke, Waschmaschinen u.a.) an zweiter. In diesem Bereich hat sich das Kreditsystem “Ahora 12” ausgewirkt, das Zahlung in monatlichen Raten zu einem subventionierten Zinssatz vorsieht. Bei nicht metallischen Bergbauprodukten (an erster Stelle Zement) und bei Kfz betrug die Zunahme 15,7%. Bei den Bereichen mit Rückgang lagen Bekleidung und Schuhe mit 19,6% an erster Stelle. Für ganz 2020 wird eine Abnahme von ca. 8% erwartet.
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Der Index der Bautätigkeit des INDEC, benannt ISAC (Indice sintético de la actividad de la construcción) weist im November 2020 eine interannuelle Zunahme von 6,2% und eine von 7,2% gegenüber Oktober 2020 auf. Die ersten 11 Monate 2020 lagen um 22,8% unter dem Vorjahr, was jedoch auf einen interannuellen Rückgang von 55% im März und April zurückzuführen ist.
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Im Jahr 2020 wurden 3,17 Mio. Tonnen Rindfleisch erzeugt, 1,3% über 2019, berichtet der Verband CICCRA. Davon wurden 917,2 Mio. Tonnen exportiert, 28,9% der gesamten Produktion und 8,4% über dem Vorjahr. Der Wert der Rindfleischexporte erreichte in 11 Monaten 2020 u$s 2,51 Mrd., 9% unter der gleichen Vorjahresperiode. China ist jetzt der wichtigste Kunde für argentinisches Rindfleisch, aber China kauft vornehmlich billigere Teile des Rinderleibes, während die EU die teuersten aufnimmt. Der Binnenkonsum pro Kopf der Bevölkerung lag 2020 bei 49,7 kg, 2,3% unter dem Vorjahr.
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Die Mautgebühr der Autobahnen der Bundeshauptstadt (25 deMayo, Perito Moreno und Illia) wurde ab letztem Samstag um 55% erhöht. Der Tarif war ab Januar 2019 nicht erhöht worden, und außerdem wurde während zwei Monaten der Quarantäne keine Gebühr erhoben. Die letzte Erhöhung, von 35%, war auch schon hinter der Inflation zurückgeblieben.
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Die Unterstaatssekretärin für Provinzen des Innenministeriums, Silvia Batakis, bestätigte, dass intensiv an der Festsetzung realistischer Immobilienwerte im ganzen Land gearbeitet werde. Im Durchschnitt liegen die Fiskalwerte im ganzen Land (die als Grundlage für die provinzielle Immobiliensteuer gelten) bei etwa 30% der Marktwerte. Das führt dazu, dass diese Steuer landesweit nur 0,6% des BIP ergibt, und dass ca. 80% der gesamten provinziellen Steuereinnahmen auf die Bruttoumsatzsteuer entfallen. 2018 wurde ein föderales Amt für Immobilienbewertungen geschaffen, das jedoch keinen konkreten Erfolg aufwies. Die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) hat vor einigen Jahren einen Kredit erteilt, um das System der Immobilienbewertung zu verbessern. Dabei wurde jedoch kaum etwas erreicht. Schon 1973 und1974 hat eine Kommission Marktwerte im ganzen Land ermittelt, die unter der Militärregierung als Richtlinien an die Provinzregierungen weitergeleitet, aber nicht eingehalten wurden. Dennoch wurden damals die Fiskalwerte stark erhöht, aber danach blieben sie wieder weit hinter der Inflation zurück.
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Im Dezember 2020 wurden 141.940 gebrauchte Kfz verkauft, 1,06% über dem gleichen Vorjahresmonat und 2,11% unter November 2020, berichtet die Kammer des Fahrzeughandels CCA. Im ganzen Jahr 2020 waren es fast 1,5 Mrd., 12,75% unter 2019. Im Dezember wurden für jedes neue Kfz 6,9 gebrauchte verkauft, und im ganze Jahr 2020 waren es 4,4. Das bedeutet, dass abgesehen von den Käufern neuer Einheiten, viele Inhaber von gebrauchten Kfz auf ein neueres Modell übergehen, und auch Erstkäufer auftreten, die am Ende dieser Kette ein sehr billiges Kfz kaufen.
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Die Regierung hat bestimmt, dass Maisexporte von 30.000 Tonnen täglich zugelassen werden. Das stellt eine Ausnahme beim Exportverbot dar. Die Maßnahme wurde getroffen, nachdem ermittelt wurde, dass noch ca. 10 Mio. Tonnen Mais der Ernte 2019/20 verbleiben, während nur 4,2 Mio. Tonnen für den Bedarf der Züchter von Hühnern, Schweinen und Rindern u.a. Zwecke notwendig sind. 93% der Ernte ist schon exportiert worden, oder hat die entsprechenden Genehmigungen erhalten.
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Die AFIP teilt mit, dass beim Moratorium des letzten Jahres 1,2 Mio. Zahlungspläne gewährt wurden, mit denen Schulden von Steuern und Zöllen von insgesamt $ 533 Mrd. in monatlichen Raten gezahlt werden. Der Betrag stellt 71,4% des Gesamtbetrages der registrierten Schulden von Steuern und Zöllen dar. Dem Moratorium konnten die Steuerzahler sich ab September 2020 bis zum 15. Dezember 2020 anschließen. Zunächst schlossen sich 813.606 Steuerzahler mit einem Gesamtbetrag von $ 426 Mrd. an. Dann kamen 384.649 weitere Ausschließungen für $ $ 107 Mrd. hinzu, die auf ganz kleine Unternehmen (“micropymes”) entfallen. Im Durchschnitt erhielten diejenigen, die sich dem Moratorium angeschlossen haben, einen Rabatt von 28,5%, gleich $ 213 Mrd. In konstanter Währung wird der Abschlag auf den ursprünglichen Betrag wegen der Inflation noch stark steigen.
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Die Nationale Wertpapierkommission hat verfügt, dass bei Devisengeschäften über den MEP-Markt die Periode, während der die Titel nicht verkauft werden dürfen (genannt “parking”), von zwei Tagen auf einen verringert wird. Gleichzeitig wurde der Betrag bei Verkäufen durch das System des gleichzeitigen Kaufs und Verkaufs von Staatstiteln in Dollar (“contado con liqui”) auf u$s 100.000 wöchentlich beschränkt. Diese Maßnahmen wurden am Finanzmarkt als Mittel interpretiert, um einen Höhenflug auf dem Schwarzmarkt zu vermeiden. Es ist jedoch nicht klar, wie dies mit diesen Maßnahmen erreicht werden soll.
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Die Provinz Córdoba hat eine Schuld von u$s 1,7 Mrd. umgeschuldet und dabei eine Zinsverringerung, von durchschnittlich 7,23% auf 6,09%, erreicht, was eine Ersparnis von ca. u$s 200 Mio. darstellt. Die Amortisation der Schuld wurde bis 2029 gestreckt.
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Am Montag dieser Woche wurden die formellen Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds über ein neues Abkommen eingeleitet, das eine langfristige Abzahlung der Schuld von u$s 44 Mrd. erlaubt. Dabei kam sofort ein Konflikt auf: für die Regierungsvertreter soll die Begrenzung des primären Defizites nur eine Empfehlung sein, die dann den Marktumständen angepasst wird, während der IWF darauf besteht, dass die Finanzierung über Geldschöpfung nur bis zu 1,5% des BIP betragen könne, und eine echte Finanzierung für ein höheres Defizit vorgesehen sein müsse. Im Haushaltsgesetz für 2021 ist ein Defizit von 4,5% des BIP vorgesehen, das zu 40% mit Aufnahme neuer Schulden und zu 60% mit Geldschöpfung finanziert werden soll. Laut Fonds muss dieser letzte Prozentsatz zumindest halbiert werden.
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Die Regierung der Stadt Buenos Aires hat die städtische Immobiliensteuer, genannt ABL (“Alumbrado, barrido y limpieza”) für 2021 grundsätzlich geändert. Bisher wurde die Steuer für ein Jahr gemäß der Inflation des vorangehenden Jahres berichtigt, wobei der Gesamtbetrag und die monatlichen Quoten danach unverändert blieben. Jetzt erfolgt zunächst die Berichtigung gemäß der Inflation von 2020, und dann werden die monatlichen Raten mit dem städtischen Index der Konsumentenpreise berichtigt. Wer alles auf einmal zahlen will, muss einen Zusatz von 15% zahlen, wird aber von der Indexierung in den folgenden Monaten nicht betroffen. Die Stadtregierung will auf diese Weise höhere Einnahmen bei dieser Steuer sichern, um den Ausfall zum Teil auszugleichen, der wegen der Abschaffung der Beteiligung an den Bundessteuern entsteht.
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Das Produktionsministerium hat den lokalen Fabrikanten von Kfz den Devisenbetrag mitgeteilt, den sie 2021 für den Import von fertigen Einheiten einsetzen können, der gleich hoch oder etwas geringer als der effektiv 2020 eingesetzte Betrag ist. Da für 2021 mit einem höheren Umsatz auf dem lokalen Markt gerechnet wird, und dieser zu mehr als der Hälfte mit importieren Einheiten versorgt wird, bedeutet dies, dass Knappheit bei vielen Modellen erwartet wird. Ob die potentiellen Käufer dann auf den Kauf eines neuen Modells verzichten oder auf lokal gefertigte übergehen, sei dahingestellt. Diese Kontingentierung verletzt das Abkommen über kompensierten Kfz-Austausch mit Brasilien, das ohnehin neu ausgehandelt werden muss.
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Die Regierung hat am Dienstag das Exportverbot für Mais, und auch die Exportquote von 30.000 Tonnen täglich, aufgehoben. Diese Quote erforderte ein Zuteilungssystem, das schwer zu verwalten war und zu Willkür und wohl auch zu Korruption geführt hätte. Stattdessen soll jetzt nur dafür gesorgt werden, dass der Export die interne Versorgung mit Mais bis zur kommenden Ernte, die im März beginnt, nicht beeinträchtigt.
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Lateinamerikanische Wirtschaft
Paraguay erlitt im Jahr 2020 einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von nur 1,5%, wobei jedoch in den letzten 15 Jahren eine Wachstumsrate von durchschnittlich 4,5% jährlich erreicht wurde. Für 2021 rechnet die paraguayische ZB mit einer BIP-Zunahme von 4%. Die Inflation, gemessen am Index der Konsumentenpreise, lag 2020 bei 2,2%. Immer mehr argentinische Unternehmer gründen Betriebe in Paraguay und/oder verlegen ihren Steuersitz in dieses Land. Die Zeitung “7 días” berichtet, dass von 10 Appartements, die in Asunción verkauft werden, 7 von Argentiniern gekauft werden. In Paraguay ist die Steuer auf Unternehmensgewinne viel niedriger als in Argentinien.
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Ford hat beschlossen, seine Fabriken in Brasilien zu schließen, in denen u.a. die Modelle Ecosport und Ka erzeugt werden. Die Fabriken in Camacari und Taubaté werden unmittelbar die Kfz-Fabrikation aufgeben, aber noch während einigen Monaten Teile erzeugen, um Knappheit mit Ersatzteilen zu vermeiden. Die Fabrik in Troller, im Staat Belo Horizonte, soll erst im 4. Quartal 2021 geschlossen werden. Die Firmenleitung weist darauf hin, dass die Tätigkeit von Ford in Argentinien unverändert weitergeht, ebenso wie die Filialen in anderen südamerikanischen Ländern weiter normal tätig sein werden. Die Schließung der brasilianischen Fabriken kostet den Konzern über u$s 4 Mrd. Für die argentinische Filiale bedeutet dies, dass es keinen kompensierten Austausch mit Brasilien mehr gibt, der der lokalen Fabrik erlaubte, sich auf bestimmte Modelle zu spezialisieren. Ob die Fabrik jetzt auch Modelle erzeugen wird, die in Brasilien produziert wurden, wie der Ecosport und der Ka, oder ob diese Modelle aus anderen Ländern importiert werden, weiß man nicht. Die Entscheidung von Ford hat allgemein überrascht.
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Deutsche Wirtschaft
Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat bei geplanten weiteren Umwelt- und Tierschutzvorgaben für die Landwirtschaft praktisch umsetzbare Lösungen angemahnt. „Regionale Produktion kann es nur mit regionalen Bauern geben“, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. So gehe es um Insektenschutz, aber auch um Schutz von Pflanzen und Erntesicherung. Bei einem Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei Obst von 28% sei keinem gedient, wenn Maximalforderungen etwa Streuobstwiesen nicht mehr möglich machten. Die Ministerin bekräftigte die Erwartung an die großen Supermarktketten, im Januar einen Verhaltenskodex für einen faireren Umgang mit den Landwirten und Lieferanten vorzulegen. (dpa)
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Auch im Oktober 2020 hat es trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen in der Corona-Krise deutlich weniger Firmenpleiten gegeben als ein Jahr zuvor. Das Statistische Bundesamt zählte in dem Monat 1084 Fälle, 31,9% weniger als im Oktober 2019. Von Januar bis einschließlich Oktober lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen mit 13 575 um 15% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Hauptgrund ist eine Sonderregelung während der Pandemie: Firmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig wurden, waren von März bis einschließlich September 2020 nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Für Fälle von Überschuldung hat der Gesetzgeber diese Ausnahme bis Ende Januar 2021 verlängert. dpa)
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Nach der Raumstation ISS zieht es Bosch mit seinen Forschungsprojekten zur Künstlichen Intelligenz (KI) nun noch etwas weiter hinaus ins All. Für die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet der Technologiekonzern gemeinsam mit anderen Firmen an Technologien für Roboter, die auf der Mondoberfläche eingesetzt werden sollen. Konkret geht es dabei um intelligentes autonomes Navigieren und kabelloses Laden, wie Bosch am Montag bei der Online-Ausgabe der Technikmesse CES mitteilte. Das Ganze ist eine Kooperation mit den US-Unternehmen Astrobotic und Wibotic sowie der Universität Washington. (dpa)
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Deutschlands Maschinenbauer haben im November 2020 erstmals seit Beginn des vergangenen Jahres Auftragszuwächse aus dem In- und dem Ausland verbucht. Die Bestellungen legten bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 5% im Vergleich zum Vorjahreswert zu, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Im Inlandsgeschäft gab es im November 2020 ein leichtes Plus von 1%. Aus dem Ausland gingen 7% mehr Aufträge für Maschinen und Anlagen aus deutscher Produktion ein. (dpa)
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Wirtschaftsverbände haben Kritik an der schleppenden Umsetzung der Corona-Hilfen geäußert. Es gebe große Verunsicherung über die Bedingungen. Der Präsident des Verbands Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, sprach von einem „Kommunikations-Wirrwarr“. Es herrsche Intransparenz beim Anmeldeverfahren und bei den Beihilfe-Bedingungen. Laut Peter Klotzki vom Bundesverband der Freien Berufe wurde eine auf „ungedeckte Fixkosten“ beschränkende Regelung bei der Berechnung der Überbrückungshilfen nachträglich aufgenommen. „Das ist kein lapidarer Haken, der im Kleingedruckten gesetzt wurde. Damit rutschen sicherlich etliche Anträge mindestens in die Grauzone, Rückzahlungen stehen zu befürchten.“ (dpa)
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Der Weinkonsum in Deutschland ist zuletzt deutlich gestiegen. Für das vergangene Weinwirtschaftsjahr bis Ende Juli 2020 weist die Bilanz einen Verbrauch von 20,7 Litern pro Einwohner aus, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte. Das sind pro Kopf 0,6 Liter mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Sektverbrauch ging hingegen um 0,1 Liter auf 3,2 Liter pro Person zurück. Insgesamt wurden in Deutschland 2019/20 rund 17,2 Millionen Hektoliter Wein aus dem In- und Ausland verbraucht sowie 2,6 Millionen Hektoliter Schaumwein. Deutschland steht damit nach DWI-Angaben weltweit an vierter Stelle der Verbrauchermärkte für Wein und Sekt. (dpa)
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Die Agrarbranche in Deutschland ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der Corona-Pandemie oder weggebrochenen Exportmärkten gut durch das vergangene Jahr gekommen. Einer gemeinsame Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) und der Universität Göttingen zufolge schrumpfte der geschätzte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 1,7% auf E 234 Mrd. Die Ernährungsbranche habe als größte Teilbranche mit geschätzten E 186,3 Mrd. sogar einen Rekordumsatz erzielt. Zu diesem Bereich gehören unter anderem die Schlacht- und Fleischverarbeitung, die Molkereiwirtschaft oder die Getränkeindustrie. (dpa)
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Das Arbeiten und Lernen zuhause in der Corona-Pandemie hat dem PC-Markt im vergangenen Jahr zum stärksten Wachstum seit 2010 verholfen. Die beiden großen IT-Marktforscher definieren die Produktkategorie der Personal Computer etwas unterschiedlich und kamen daher auf unterschiedliche Zahlen. IDC errechnete für 2020 ein Absatzplus von gut 13% auf 302,6 Mio. Geräte. Gartner, das zum Beispiel die Chromebooks mit Google-Software nicht mitberechnet, kam auf ein Plus von 4,8% bei gut 275 Mio. verkauften Notebooks und Desktop-Rechnern. Unter den einzelnen Herstellern gab es das stärkste Plus bei Apple. Der Verkauf der Mac-Computer stieg laut IDC um gut 29% an und Gartner zufolge um 22,5%. Für Marktführer Lenovo ging es um 12% (IDC) bzw. um 8,4% (Gartner) aufwärts. (dpa)
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Die Corona-Krise hat den Verkäufen des Volkswagen-Konzerns im vergangenen Jahr einen kräftigen Dämpfer verpasst - bei E-Fahrzeugen geht es aber voran. Insgesamt sanken die Auslieferungen der weltgrößten Autogruppe um 15,2% auf rund 9,3 Mio. Kfz. Deutliche Zuwächse gab es bei Autos mit alternativen Antrieben: Für reine Elektrofahrzeuge meldete der Konzern 2020 mehr als eine Verdreifachung auf knapp 232.000 Stück, bei Plug-in-Hybriden eine Steigerung um 175% auf über 190.000 Einheiten. (dpa)
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Die Digitalwirtschaft in Deutschland hat sich von den negativen Folgen der Corona-Pandemie schneller erholt als die deutsche Wirtschaft insgesamt. So schrumpfte der Umsatz mit Produkten und Dienstleitungen der ITK-Unternehmen 2020 nur um 0,6% auf knapp E 170 Mrd. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband Bitkom mit einem „robusten Wachstum“ in Höhe von 3,7% . Die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Segment werde 2021 um 20 000 steigen und damit erstmals die Schwelle von 1,2 Mio. überschreiten. (dpa)
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Weltwirtschaft
Der Luftfahrtkonzern Airbus hat im abgelaufenen Jahr trotz der Corona-Krise mehr Flugzeug-Bestellungen hereingeholt als Stornierungen kassiert. Netto wuchs der Auftragsbestand auf Jahressicht um 268 Maschinen. Dank eines Schlussspurts gelang es Airbus, im Gesamtjahr 566 Jets auszuliefern. Von ursprünglich für das Gesamtjahr angepeilten 880 Auslieferungen blieb Airbus aber wegen der Pandemie und ihrer Folgen wie erwartet weit entfernt. Dennoch verteidigte der Konzern seine Position als größter Flugzeugbauer der Welt. Der US-Rivale Boeing hatte die Spitzenposition wegen des Start- und Auslieferungsverbots für seinen wichtigsten Flugzeugtyp 737 Max im Jahr 2019 an Airbus verloren. Die Europäer hatten in dem Jahr 863 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert. (dpa)
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht China in diesem Jahr als einen der wichtigsten Motoren der Weltwirtschaft. 2021 werde mit einem Wachstum von 7,9% gerechnet. Das ist leicht weniger als die 8,2 Prozent, die der IWF noch im Oktober für China vorhergesagt hatte. Dennoch würde die chinesische Wirtschaft nach der IFW-Schätzung in diesem Jahr schneller wachsen als die meisten anderen Volkswirtschaften der Welt. China legt am 18. Januar seine Wachstumszahlen für das gerade abgelaufene Jahr vor. Der IWF rechnet mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 1,9%, womit China die einzige große Volkswirtschaft wäre, die 2020 nicht schrumpfte. (dpa)
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Gut eine Woche nach dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus dem Binnenmarkt und der Zollunion zum Jahreswechsel machen sich die Folgen beim Warenverkehr bemerkbar. Der Paket-Dienstleister DPD stellte Lieferungen von Großbritannien auf den europäischen Kontinent und nach Irland vorübergehend ein. Grund sei die erhöhte Belastung durch die erforderliche Zollbürokratie, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. 20% der Pakete wurden demnach ohne ausreichende Zollerklärung abgesendet und müssten an die Absender zurückgeschickt werden. Schwierigkeiten gibt es auch für die Textileinzelhändler, deren Waren häufig in Asien hergestellt werden. Probleme gibt es auch für Exporteure von Fisch- und Meeresfrüchten, die für ihre Waren nun aufwendige Erklärungen ausfüllen müssen. Viele Unternehmen seien nicht in der Lage, die erforderlichen Unterlagen auszufüllen. Hinzu kämen Probleme bei den IT-Systemen und Verwirrung über die neuen Regelungen. Sollte die leicht verderbliche Ware nicht rechtzeitig ausgeführt werden können, müsse sie weggeworfen werden. (dpa)
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Die Industrie in der Eurozone hat ihre Erholung vom schweren Corona-Einbruch den sechsten Monat in Folge fortgesetzt. Im November erhöhten die Unternehmen ihre Produktion zum Vormonat um 2,5%, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Der Produktionszuwachs zeigte sich im November vor allem bei der Herstellung von Investitionsgütern, die im Monatsvergleich um 7%, zulegten. (dpa)
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Der Videokonferenzdienst Zoom hat sich über ein Aktienangebot frisches Geld besorgt. Es seien u$s 1,75 Mrd. eingespielt worden. Der Ausgabepreis der neuen Aktien lag knapp 5% unter dem Schlusskurs von Dienstag. In den nächsten 30 Tagen kann Zoom noch einmal gut 735.000 Aktien losschlagen, falls die Konsortialbank diese Option nutzt. Trotz der Verluste seit dem Rekordhoch zog der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 400% an. Das Unternehmen wurde zuletzt mit rund u$s 100 Mrd. bewertet und damit zehnmal höher als beim Börsengang im Frühjahr 2019. Das Zoom-Papier gehört damit am Finanzmarkt zu den Profiteuren der Corona-Krise. Zoom hat in der Corona-Krise ein beispielloses Wachstum erlebt. Der ursprünglich für den Einsatz in Unternehmen gedachte Dienst wird auch breit von Verbrauchern und Bildungseinrichtungen zum Beispiel für private Kommunikation und Kurse genutzt. (dpa)
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Die Schweizer Großbank UBS will noch im ersten Quartal dieses Jahres gut jede fünfte ihrer 239 Filialen auf dem Heimatmarkt schließen. Immer mehr Kunden wickelten ihre Bankgeschäfte online ab, hieß es am Dienstag zur Begründung. Die Corona-Pandemie habe die Transformation noch beschleunigt. Die Schließungen beträfen vor allem kleinere Filialen. Auch die zweite Schweizer Großbank Credit Suisse hatte im vergangenen Jahr Filialschließungen angekündigt, eine Abnahme von 146 auf 109 in der Schweiz. (dpa)
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Statistiken

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