Wirtschaft in Kürze
- Argentinisches Tageblatt
- 8 ene 2021
- 12 Min. de lectura
Argentinische Wirtschaft
Der offizielle Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 90,55, gegen $ 89,70 in der Vorwoche. Die ZB konnte per Saldo einen geringen Betrag von Dollar kaufen. Der Devisenmarkt wird grundsätlich durch eine strenge Devisenbewirtschaftung reguliert, bei der die Überweisungsgenehmigungen an Importeure verzögert und nur im Ausmaß des jeweiligen Dollarangebotes gewährt werden. Das wirkt störend auf die Wirtschaft, weil es zu akuter Knappheit importierter Teile von lokal montierten Produkten führt, sodas diese Produkte auch Knappheitserscheinungen aufweisen. Am Dienstag bestimmte die ZB, dass die Importeure von teuren Automobilen, großen Motorrädern, Yachten und Flugzeugen, sowie Luxusgütern im allgemeinen, erst in einem Jahr die entsprechenden Devisen erhalten. Ebenfalls verfügte die ZB, dass die hundert wichtigsten Exporteure sich in ein Sonderregister der AFIP eintragen müssen, und all ihre Geschäfte angeben müssen. Der schwarze Kurs schloss bei $ 160, leicht unter der Vorwoche. Der Kurs, der sich aus gleichzeitigem Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) schloss zu $144,57, gegen $140,32 eine Woche zuvor.
***
Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch eine Zunahme von 1,28%.
***
Die Staatstitel, die auf Dollar lauten und in New York gehandelt werden, standen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen der Baisse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029 LA:-1,83%; Bono 2030 LA: -1,25%; Bono 2035 LA: -2.36%: Bono 2038 LA: -3,16%; Bonar 2024 LA: -4,50%.
***
Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 6.236,29 pro Gramm gehandelt, und bei 18 Karat zu $ 4.385,40.
***
Die lokale Fabrikation von Automobilen, Pick-ups und Lastwagen lag im Dezember bei 30.172 Einheiten, 107,7% über dem gleichen Vorjahresmonat, aber 7,4% unter November 2020, berichtet der Verband Adefa. De Lieferungen an die Agenturen erreichten 38.994 Kfz, 25,2% über Dezember 2019 und 24,1% über November 2020. Die Exporte betrugen 17.200 Einheiten, 9,3% unter dem Vorjahr und 49,5% über November 2020. Daraus ergibt sich (ohne Berücksichtigung der Veränderungen des Bestandes) ein Import von 26.022 Kfz. Im ganzen Jahr 2020 wurden 257.187 Kfz erzeugt, 18,3% unter dem Vorjahr. Die Lieferungen an die Agenturen betrugen 312.789 Einheiten, 16% unter dem Vorjahr, und die Exporte 137,891 Einheiten, 28,5% unter dem Vorjahr. Daraus ergibt sich ein Import von 193.493 Kfz, 40,3% über den Exporten. Da Argentinien nach Brasilien mehr Pick-ups exportert, die teurer sind als die importierten Automobile, ist die Kfz-Handelsbilanz in Werten weniger negativ.
***
Im Dezember 2020 wurden 20.580 Kfz in das offizielle Register eingetragen, 3,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet der Agenturenverband Acara. Das entspricht den Verkäufen der Agenturen an ihre Kunden. Im ganzen Jahr 2020 waren es 342.474 Kfz, 25,5% unter dem Vorjahr. Davon entfallen 232.128 Einheiten (-30% gegen Vorjahr) auf Automobile, und 91.564 Einheiten auf Pick-ups u.dgl. (-14,5%). Im Jahr 2020 war das Modell Hilux von Toyota mit 19.064 Einheiten das meistverkaufte, gefolgt vom Modell Chevrolet Onix mit 16.545 Einheiten, dem FIAT Cronos mit 16.558 Einheiten, dem VW Gold Trend mit 14.571 Einheiten), dem VW-Amarok mit 12.929 Einheiten, dem Ford Ranger mit 11.341 Einheiten, dem Peugeot 208 mit 10.488 Einheiten, dem Ford KA mit 10.217 Einheiten, dem VW T-Cross mit 9.779 Einheiten und dem Toyota Etios mit 994 Einheiten.
***
Im November wurden in der Bundeshauptstadt 12.512 Immobilien notariell übertragen, 4,2% über dem gleichen Vorjahresmonat, aber 0,6% unter Oktober 2020. In Werten waren es $ 38,60 Mrd., 159% über dem gleichen Vorjahresmonat. Dennoch sind die durchschnittlichen Dollarwerte gegenüber November 2019 um 18,5% zurückgegangen.
***
In der Provinz Buenos Aires wurden im November 7.349 Immobilien übertragen, 1,64% mehr als im gleichen Vorjahresmonat, aber 9,3% unter Oktober 2020. In Werten waren es $ 25,14 Mrd., 38,1% über dem Vorjahr. Bei den Übertragungen werden normalerweise niedrigere Werte angegeben, weil ein Teil schwarz bezahlt wird, weil der Käufer den Kaufbetrag steuerlich nicht rechtfertigen kann, wobei dann der Käufer auch eine geringere Vermögenssteuer zahlt. Der Sprung des schwarzen Dollarkurses hat bestimmt dazu geführt, dass der schwarze Anteil gestiegen ist.
***
Die Regierung hat den Maisexport verboten, um die Versorgung der lokalen Verbraucher zu sichern, was sich vornehmlich auf Produzenten von Hühnern und Eiern, Schweinen, Milch und Feed-lots für Rinder bezieht. Bisher ist der Export von 34,23 Mio. Tonnen der Maisernte 2020 zugelassen worden, von einer verfügbaren Gesamtmenge von 38,50 Mio. Tonnen. Die verbleibenden 4,27 Mio. Tonnen sollen jetzt für den Inlandskonsum reserviert werden. Für die Periode 2020/21 ist eine Aussaat von 6,3 Mio. Hektar vorgesehen, von der 74,8% schon gesät wurden.
***
Die ZB hat die bestehenden Beschränkungen für Devisenkäufe auf dem Grossistenmarkt bis zum 31. März 2021 verlängert, aber die Devisenüberweisungen bei Kapitalgüterimporten flexibler gestaltet. In diesem Fall kann ein Unternehmen mit Dollar zahlen, die es durch Kredite im Ausland oder sonst wie erhalten hat. Dies muss jedoch in jedem Fall von der ZB genehmigt werden.
***
Durch Dekret 1060/20 (Amtsblatt vom 31.12.20) wurden bei 4593 Zollpositionen die Exportzölle geändert. Dies bezieht sich auf 3.641 Industrieprodukte und 952 landwirtschaftliche Produkte. Bei reinen Industrieprodukten wird der Exportzoll abgeschafft, und bei anderen wird der Zollsatz von 4,5% auf 3% verringert. Einige Produkte, bei denen der Zollsatz als fester Betrag festgesetzt war, werden jetzt auch einen Prozentsatz zahlen. Z.B. zahlte Wein $ 3 je Dollar, und wird jetzt mit 4,5% belastet. Doch beim Wein war schon die Rückerstattung von Steuern (die eine direkte Subvention darstellt) vor kurzem von 3,5% auf 7% erhöht worden. Dass Exportzölle und Subventionen gleichzeitig bestehen, ist unverständlich. Was Landwirtschaft betrifft, so handelt es sich um Gemüsearten, Oliven, Eier, Pilze, Obst (auch trockenes Obst), Fruchtsäfte usw.
***
Nachdem im Amtsblatt der Beschluss 2987 des Gesundheitsministeriums veröffentlicht wurde, der eine Erhöhung von 7% der Tarife der privaten Gesundheitsanstalten ab Februar 2021 verfügte, wurde am gleichen Tag durch Beschluss 2988 des gleichen Ministeriums dieser Beschluss rückgängig gemacht. Dieser zweite Beschluss wurde in einer Sonderausgabe des Amtsblattes am gleichen Tag wie der erste veröffentlicht. Im Dezember war eine Erhöhung der Tarife um 10% zugelassen worden, nachdem es zunächst 15% sein sollten,wobei im Februar weitere 10% hinzukommen sollten, so dass es insgesamt 25% sein sollten. Jetzt sind es 10%, und man weiß nicht, wie es weitergeht.
***
Der Umsatz des unabhängigen Einzelhandels lag, gemessen in Mengen, im Dezember 2020 um 8% unter dem gleichen Vorjahresmonat und im Jahr 2020 um 21,4% unter 2019, berichtet der Verband CAME.
***
Die Consulting-Firma LCG hat berechnet, dass der Finanzbedarf des Schatzamtes für 2021 insgesamt $ 4,88 Bio. erreichen werde, was 11,6% des Bruttoinlandsproduktes darstellt. Davon entfallen $ 1,89 Bio. auf das primäre Defizit (4,5% des BIP), $ 740 Mrd. auf Zinsen (1,8% des BIP), und $ 2,4 Bio. (5,6% des BIP) auf Amortisation von Schulden.
***
Im Jahr 2020 hat die ZB Zinsen auf Leliq und passive Swaps in Höhe von knapp über $ 700 Mrd. gezahlt. Dieser Betrag wird vom Schatzamt nicht als Defizit gebucht, obwohl die ZB auch zum Staat gehört. Der Leliq-Bestand beläuft sich per Ende 2020 auf $ 1,5 Bio. zu dem noch $ 1,2 Bio. an passiven Swaps hinzukommen. Im Dezember 2019, als die neue Regierung begann, betrugen die Passiven der ZB $ 1,1 Bio., von denen 679 auf Leliq und der Rest auf Swaps entfielen.
***
Im Winter muss das Schiff für Umwandlung von importiertem flüssigen Gas in normales Gas wieder in den Hafen von Bahía Blanca gebracht werden, weil wieder dieses Gas importiert werden muss. Das ist auf den starken Rückgang der lokalen Förderungen und auf geringere Lieferungen aus Bolivien zurückzuführen. Die Kapazität des Schiffes für Aufnahme von Flüssiggas (GLC), das im Hafen von Escobar (am Paraná) stationiert ist, wird im Winter ohnehin schon voll ausgelastet sein.
***
Die Berufungskammer für Handelsangelegenheiten hat bestimmt, dass die K-Unternehmer Cristóbal López und Fabián de Souza über ihr Unternehmen Oil Combustibles ab 2011 und bis 2015 einen systematischen Steuerbetrug begangen haben, indem sie die Brennstoffsteuer, die kurzfristig an die AFIP abgeführt werden muss, nicht zahlten, und sich dann 192 Zahlungsplänen anschlossen, die die Zahlung in Raten erlaubten, obwohl dies bei der Brennstoffsteuer nicht zulässig ist. Das Geld setzten López und de Souza dann für ihre anderen Unternehmen ein. Die Richter bezeichnen dies in ihrem Urteil als Betrug. Die Kammer hat auch das Argument der Angeklagten zurückgewiesen, dass die Macri-Regierung sie in eine Lage versetzt habe, die ihnen die Zahlung ihrer Schulden unmöglich machte. Der Syndikus des Konkursverfahrens von Oil Combustbles hatte das Betrugsmanöver schon in Einzelheiten dargestellt. Das Urteil der Kammer bedeutet, dass López und de Souza, die vor einiger Zeit auf freien Fuß gesetzt wurden, wieder verhaftet werden müssten. Der Umfang der einbehaltenen Brennstoffsteuer entsprach ursprünglich einer Milliarde Dollar.
***
Der bilaterale Handel zwischen Argentinien und Brasilien schloss im Dezember 2020 mit einem Defizit von u$s 20 Mio. für Argentinien, das sich mit einem Überschuss von u$s 200 Mio. im gleichen Vorjahresmonat vergleicht. Die argentinischen Exporte lagen mit u$s 770 Mio. um 15% unter dem Vorjahr, und die Importe mit u$s 790 Mio. um 11% höher al im Vorjahr. Das ganze Jahr 2020 schloss für Argentinien mit einem Defizit von u$s 700 Mio., das sich mit einem Überschuss von u$s 760 Mio. im Vorjahr vergleicht. Die argentinischen Exporte lagen 2020 um 26,1% unter dem Vorjahr, und die Importe gingen um 13% zurück.
***
YPF u.a. Firmen, die Benzin und Dieselöl vertreiben, haben den Preis dieser Brennstoffe um 2,9% erhöht, nachdem die Regierung den Preis für Biodieselöl um 59,3% und den für Bioethanol aus Zuckerrohr um 33% erhöht hat. Dabei wurde jedoch der obligatorische Anteil dieser Brennstoffe von 12% auf 5% gesenkt. Nachdem der internationale Erdölpreis gestiegen ist (nachdem die OPEP die Fördermenge ihrer Mitglieder von 7,7 auf 7,2 Mio. Barrel pro Tag verringert hat) werden unmittelbar weitere Preiserhöhungen bei Benzin und Dieselöl erwartet.
***
Für den 14. Januar 2021 ist die erste von 7 Ausschreibungen von Schatzscheinen des ersten Quartals 2021 vorgesehen, mit denen Amortisationen bestehender Schatzscheine für $ 677 Mio. vorgesehen sind. Im ganzen Jahr 2021 verfallen Titel für insgesamt $ 4,89 Mrd. Bei den letzten Ausschreibungen ist die Regierung weitgehend auf Titel übergegangen, die an den Dollarkurs gebunden sind (“dollar linked”).
***
Die Regierung der Provinz Buenos Aires, hat die Frist für die Verhandlung über die Umschuldung der provinziellen Schulden, die auf Dollar lauten und der Gerichtsbarkeit von New York unterstehen, bis Ende Januar verlängert, nachdem die bisherige Frist am Montag abgelaufen war. Die Provinzregierung von Entre Rios wies darauf hin, dass Gläubiger, denen u$s 11,9 Mio. geschuldet wird, mit einer Klage vor Gericht (in New York) gedroht und in diesem Sinn schon eine Anwaltskanzlei verpflichtet haben. Die provinziellen Auslandsschulden sind immer vom Bundesstaat erlaubt und auch garantiert worden.
***
AFIP-Generaldirektorin Mercedes Marcó del Pont gab bekannt, dass bei der Einheitssteuer eine Zunahme der Beträge (Umsatz, Steuer und Sozialabgabe, u.a.) der einzelnen Kategorien von 35,3% vorgesehen sei, was in einem Gesetzesprojekt enthalten sei, das dem Kongress vorliege. Die Zunahme hält sich an die Oberste, die bei Pensionen verfügt worden sei, die 25,3% und 35,3% betragen.
***
Deutsche Wirtschaft
Kräftiges Wachstum im Gastgewerbe und in der Autoindustrie, Rückgänge im Bergbau: Nicht alle Branchen werden dem Prognos-Institut zufolge von dem erwarteten Konjunkturaufschwung nach der Corona-Krise profitieren. „Die Spanne zwischen der schwächsten und der stärksten Branchenentwicklung fällt größer aus als je zuvor“, sagte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer. Das kräftigste Wachstum trauen die Experten in diesem Jahr Branchen zu, die die Corona-Krise besonders getroffen hat. Bergbau, Kokerei und Mineralölverarbeitung dürften wegen des deutlichen Strukturwandels weiter schrumpfen. (dpa)
***
Die Ende 2020 ausgelaufene, befristete Senkung der Mehrwertsteuer hat nach Einschätzung des Ifo-Instituts für die Konjunktur kaum etwas gebracht. Ziel der Bundesregierung sei es gewesen, die Bürger zu größeren Anschaffungen zu bewegen. Dieses ist nicht erreicht worden, wie zwei Umfragen nahelegen. Die Senkung der Mehrwertsteuer von Juli bis Dezember 2020 habe E 6,3 Mrd. an zusätzlichem Konsum gebracht. Das entspreche einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um nur 0,6% gegenüber dem Vorjahr. Der geschätzte Steuerausfall betrage hingegen E 20 Mrd. (dpa)
***
Die Bundesregierung ist bei milliardenschweren Zuschüssen für Unternehmen und Selbstständige in der Corona-Krise einen Schritt weitergekommen. Von diesem Dienstag an fließen erste Gelder der Dezemberhilfen. Konkret geht es um Abschlagszahlungen, ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Firmen bekommen Abschlagszahlungen von bis zu E 50.000, Soloselbstständige von bis zu E 5000. Dies gilt bereits bei den Novemberhilfen. Die Bundesregierung hatte die milliardenschweren Hilfen für Unternehmen etwa aus der Gastronomie beschlossen, die ihren Geschäftsbetrieb wegen des Teil-Lockdowns seit Anfang November dicht machen mussten. Erstattet werden über Zuschüsse Umsatzausfälle von bis zu 75% im Vergleich zum Vorjahresmonat. (dpa)
***
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 8000 auf 2,7 Mio. und im Vergleich zum Dezember 2019 um 480.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 5,9%. Die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie treiben die Kurzarbeit wieder in die Höhe. Von 1. bis 28. Dezember erreichten die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg Anzeigen zur Kurzarbeit für 666.000 Personen. Tatsächlich in Kurzarbeit waren im Oktober 1,99 Mio. Menschen - nach fast 6 Mio. im April. (dpa)
***
Der Einzelhandel hat im Corona-Krisenjahr 2020 ein Rekordumsatzplus erzielt, dennoch sind die Sorgen vieler Händler groß. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Erlöse bereinigt um Preiserhöhungen (real) insgesamt um rund 4,1%. Vor allem der Onlinehandel boomte, auch Lebensmittelhändler sowie Möbel- und Heimwerkermärkte machten gute Geschäfte. Der Textilhandel stürzte dagegen tief in die Krise. Das geht aus den Zahlen für die ersten elf Monate hervor. (dpa)
***
Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften haben Kritik am verlängerten Lockdown geäußert und mehr Hilfe vom Staat gefordert. Die Gewerkschaften NGG und Verdi pochen auf ein höheres Kurzarbeitergeld für Beschäftigte der Gastronomie. Der Einzelhandel fordert einen Fahrplan zur Wiedereröffnung der Geschäfte und höhere Staatshilfen. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer mahnte nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern mehr Tempo bei Corona-Impfungen an. Ökonomen glauben, dass der verlängerte Lockdown und neue Beschränkungen der Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots insgesamt überschaubare Folgen für die Wirtschaft haben. (dpa)
***
In der Fleischindustrie hat das seit Jahresanfang geltende Gesetz für bessere Arbeitsbedingungen die Zahl der Festanstellungen in der Branche deutlich erhöht. Die großen Schlachtbetriebe in Deutschland haben ihre Stammbelegschaft stark aufgestockt. Bundesweit sind bei den nordrhein-westfälischen Unternehmen Tönnies (Rheda-Wiedenbrück) und Westfleisch (Münster) sowie bei Vion Deutschland im bayerischen Buchloe insgesamt rund 12 300 Werkarbeiter als Angestellte von Subunternehmen in die Unternehmensbelegschaften gewechselt. (dpa)
***
Die große Koalition will für mehr Frauen in den Chefetagen der großen Unternehmen sorgen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, nach dem in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens ein Frau sitzen muss. Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gibt es noch strengere Regeln: Hier soll generell bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. (dpa)
***
Der Online-Handel hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht zuletzt dank der Auswirkungen der Corona-Pandemie noch einmal einen kräftigen Wachstumsschub verzeichnet. Nach einer Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) Deutschland lagen die Online-Umsätze im vierten Quartal um fast 24% über dem Vorjahresniveau. Damit hat sich die Wachstumsrate im E-Commerce im Vergleich zum Weihnachtsquartal 2019 mehr als verdoppelt. (dpa)
***
Weltwirtschaft
Der Wert der Digitalwährung Bitcoin ist abgestürzt. Nach starken Kursgewinnen war noch am Wochenende ein Rekordhoch von rund u$s 34.800 erreicht worden. Am Montag fiel der Wert bis auf u$s 27.700. Starke Kursschwankungen sind für Digitalwährungen nicht ungewöhnlich. Kritiker sehen darin einen Beleg dafür, dass der Bitcoin als Zahlungsmittel und Finanzanlage ungeeignet sei. 2020 hatte sich der Kurs in etwa vervierfacht. (dpa)
***
Die Aktionäre von PSA (Marken Peugeot und Citroen) haben die Megafusion mit Fiat Chrysler (FCA) mit überwältigender Mehrheit gebilligt. Das teilte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Hauptversammlung am Montag mit. Der Konzern steht jetzt unter dem Namen „Stellantis“. Mit dem Zusammenschluss soll der viertgrößte Autokonzern der Welt entstehen. Fiat Chrysler und PSA setzten vor der Corona-Krise zusammen rund 8,7 Mio. Kfz pro Jahr ab und hatten einen Umsatz von E 170 Mrd. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund waren 2019 größer. (dpa)
***
Der US-Elektroautobauer Tesla hat im letzten Quartal des Jahres 2020 so viele Autos ausgeliefert wie noch nie. Mit einem Absatz von 180.570 Autos wurde der bisherige Rekordwert von knapp 140 000 aus dem dritten Quartal noch mal deutlich übertroffen. Auf Jahressicht konnte Tesla den Absatz um 36% auf 499.550 Autos steigern - und damit das selbst gesteckte Ziel von einer halben Million ausgelieferter Fahrzeuge so gut wie erfüllen. Der Börsenwert Teslas stieg in 2020 um mehr als 700% auf zuletzt knapp u$s 670 Mrd. Zum Vergleich: BMW, Daimler und Volkswagen kommen auf E 47 Mrd., E 62 Mrd. und E 82 Mrd. Obwohl Tesla deutlich weniger Autos als die deutschen Hersteller produziert, honoriert die Börse den Erfolg sehr. (dpa)
***.
China und die EU haben sich grundsätzlich auf ein zukunftsweisendes Investitionsabkommen geeinigt. Nach sieben Jahren verkündeten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und chinesische Staatsmedien am Mittwoch vergangener Woche den Abschluss der Verhandlungen. Das Abkommen soll den Marktzugang für europäische Unternehmen in China verbessern, für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Es ist der bislang umfassendste Versuch der EU, das wirtschaftliche Verhältnis mit der aufstrebenden, zweitgrößten Volkswirtschaft auf neue Füße zu stellen. Kritikern geht es aber nicht weit genug. Auch zeigte die künftige US-Regierung gewisse Vorbehalte gegenüber einem Alleingang der Europäer. (dpa)
***
US-Präsident Donald Trump nimmt trotz des Scheiterns seiner Attacke auf Tiktok in den letzten Tagen seiner Amtszeit weitere Apps aus China ins Visier. Unter acht Anwendungen, die aus dem US-Markt gedrängt werden sollen, sind die populären Bezahldienste Alipay und WeChat Pay. Trump untersagte am Dienstag per Erlass Geschäfte mit den Apps - allerdings mit dem üblichen Aufschub von 45 Tagen. Am 20. Januar wird er mit der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden nicht mehr Präsident sein. Dann wird es Bidens Regierung zufallen, die Order auszuführen oder aufzuheben. Die chinesische Regierung kritisierte den Bann scharf. (dpa)
***
Die Öl-Allianz Opec+ kürzt zur Stabilisierung der Ölpreise ihre Produktion im Februar und März um mindestens 1,425 Mio. Barrel pro Tag. Saudi-Arabien allein werde eine Million Barrel am Tag weniger fördern. Andere sollen freiwillig auch 425.000 Barrel beisteuern. Die Entscheidung Saudi-Arabiens sei ohne Rücksprache gefallen. Die Förderleistung Saudi-Arabiens werden damit von 9,1 auf 8,1 Mio. Barrel pro Tag sinken. (dpa)
***
In der Pharmabranche kommt es zu einer Milliardenübernahme: Der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt u$s 39 Mrd. kaufen, wie die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mitteilten. Dabei will AstraZeneca u$s 175 je Alexion-Aktie in bar sowie in eigenen Papieren zahlen. Die Verwaltungsratsgremien beider Parteien hätten der Übernahme zugestimmt. Damit will AstraZeneca sein Geschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen ausbauen, auf das Alexion spezialisiert ist. Das US-Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von rund u$s 5 Mrd. Die Regulierungsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, der Abschluss ist für das dritte Quartal kommenden Jahres geplant. Alexion-Aktionäre sollen dann rund 15 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. AstraZeneca erhofft sich Synergien von u$s 500 Mio. jährlich ab dem Ende des dritten Jahres der Übernahme. AstraZeneca erwartet durch den Zukauf ein zweistelliges prozentuales Plus beim Kernergebnis je Aktie in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion. Für die Übernahme hat AstraZeneca eine Brückenfinanzierung mit mehreren US-Banken über u$s 17,5 Mrd. abgeschlossen. (dpa)
***
Statistiken

***
Comentarios