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Wirtschaft in Kürze

  • Foto del escritor: Argentinisches Tageblatt
    Argentinisches Tageblatt
  • 1 ene 2021
  • 14 Min. de lectura

Argentinische Wirtschaft

Der offizielle Dollarkurs schloss am Dienstag zu $ 89,70, gegen $ 88,80 eine Woche zuvor. Im Laufe des Jahres 2020 betrug die Abwertung 42,40%. Die ZB musste Dollar auf dem Markt kaufen, um den Kurs zu halten. In einer Woche waren es u$s 381 Mio. und im Dezember u$s 564 Mio. Der Schwarzkurs kletterte auf $ 165, gegen $ 152 eine Woche zuvor. Der Kurs, der sich aus gleichzeitigem Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) lag bei $ 140,32, gegen $ 140 in der Vorwoche. Die ZB-Reserven lagen am Dienstag bei u$s 38,90 Mrd. Die ZB berichtete, dass auf Termin ein Betrag von 4,96 Mrd. verkauft wurde, während es im Oktober noch u$s 5,68 Mrd. waren. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.11.21 bei $ 138, was einen Zinssatz von 72,77% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires stieg in einer Woche zum Dienstag um 1,81%, und liegt somit um 23,15% über Ende Dezember 2019.

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Die Staatstitel in Dollar, die in New York gehandelt werden, wiesen eine Hausse auf. Die Entewicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029LA: ohne Veränderung; Bono 2030LA: +0,50%; Bono 2035LA: +0,56%; Bono 2038LA: +11,80%; Bonar 2024: +1,58%

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Der EMAE-Index des INDEC, der eine grobe Schätzung des Bruttoinlandsproduktes auf Grund kurzfristig verfügbarer Daten darstellt, lag im Oktober um 7,4% unter dem gleichen Vorjahresmonat und (saisonbereinigt) um 1,9% über September 2020. Die ersten 10 Monate 2020 liegen um 11,3% unter dem Vorjahr. Die Entwicklung war im Oktober bei den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich. Den höchsten interannuellen Rückgang weisen Hotels & Restaurants aus (-54,5%), gefolgt von von kommunitären Diensten (-26,7%), Fischerei (-25,8%), Bergbau (-17,3%), Bauwirtschaft (-13,3%), Staatsverwaltung & Verteidigung (-7,7%), Lehrtätigen (-4,7%), Industrie (-3,5%), Strom, Gas und Wasser (-3,5%), Immobilienmakler (-3,1%), Gesundheitsdienste (-1,4%), Handel (-0,7%) und Landwirtschaft (-0,3%), Nur der Finanzbereich weist eine Zunahme auf (+9,4%).

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Der landesweite Konsum von elektrischem Strom lag im November um 4,2% unter dem gleichen Vorjahresmonat, hat die Stiftung Fundelec ermittelt. Das hängt mit der geringeren Nachfrage der Industrie und den höheren Temperaturen zusammen. In der Stadt Buenos Aires betrug der Rückgang bei Edesur 8,2%, bei Edenor 4,3%. Bezogen auf das ganze Land nahm der Konsum der Haushalte um 1,4% zu, während der des Handels um 11,3% und der Industrie um 5,8% zurückgingen. In 10 Monaten 2020 lag der Stromkonsum um 1,9% unter dem Vorjahr.

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Im November wurden 94.584 Tonnen Rindfleisch (mit Knochen) exportiert, die größte Menge in diesem Jahr, berichtet das Rindfleischinstitut IPCVA (Instituto de Promoción de la Carne Vacuna Argentina). Auf diese Weise wird erwartet, dass der Rindfleischexport im Jahr 2020 950.000 Tonnen erreicht. In Werten betrugen die Exporte im November u$s 261,6 Mio., 7,7% über Oktober 2020, aber 22,6% unter November 2019. Im November 2020 gingen 75% der Exporte (in Mengen) nach China. Das erklärt den Preisrückgang, da China vorwiegend billigere Fleischsorten kauft.

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Im Jahr 2020 wurden ca. 42.000 Tonnen Schweinefleisch exportiert, 70% über dem Vorjahr. Auch hier ist China mit Abstand der größte Käufer.

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Die Exporte von Milch und Milchprodukten erreichten in 11 Monaten 2020 344.775 Tonnen, 30,4% über der gleichen Vorjahresperiode, berichtet das Observatorium der Milchkette OCLA. In Werten waren es u$s 1,05 Mrd., 29,5% über dem Vorjahr. Brasilien hatte an diesen Exporten einen Anteil von 32%, Algerien 19% und Russland 10%. Die Milchexporte erreichten 2011 mit 450.415 Tonnen einen Mengenrekord und 2013 mit u$s 1,78 Mrd. einen Wertrekord.

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Im 3. Quartal 2020 betrugen die Auslandsanlagen plus Dollaranlagen im Inland von Personen, die in Argentinien wohnhaft sind, laut ZB u$s u$s 336 Mrd., gegen u$s 324,16 Mrd. ein Jahr zuvor. Die Zunahme betrug u$s 12 Mrd. 2009 waren es nur u$s 161,91 Mrd., 2014 232,32 Mrd. (+20 Mrd.). Und seither sind über u$s 100 Mrd. hinzugekommen. Von den Auslandsaktiven, die auch die Haltung von Dollarscheinen in Argentinien umfasst, wird nur ein geringer Teil durch konkrete Daten erfasst. Der größte Teil ergibt sich als Differenz bei der Zahlungsbilanz. Dabei werden Zahlungen nicht berücksichtigt, die bei der ZB nicht angegeben werden, wie die Differenz, die bei Unterfakturierten Importen gezahlt wird, vor allem bei Produkten mit hohem Zollsatz. Auch Zahlungen für geschmuggelte Waren werden nicht erfasst. Auch viele Zahlungen für Dienstleistungen u.a. werden nicht berücksichtigt. Der Gesamtbetrag ist in Wirklichkeit somit wesentlich geringer. Der Bestand an Dollarnoten in Argentinien wird auf über u$s 50 Mrd. geschätzt. Hinzu kommt noch der Betrag, der in Dollarnoten bei lokalen Banken deponiert wird. Und wenn man noch Dollarkonten im Ausland hinzuzählt, so gelangt man auf weit über u$s 100 Mio. Bei diesem Betrag handelt es sich zum geringsten Teil um Kapitalflucht. Der größte Teil entfällt auf Liquiditätshaltung, die in Ländern mit stabilen Währungen in der eigenen Währung erfolgt, in Argentinien hingegen in Dollar.

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Die AFIP hat durch Beschluss 4888 eine Reihe von Empfehlungen der OCDE (Organisation für internationale Kooperation und Entwicklung) zur Kontrolle von Bankkonten im Ausland von lokalen Steuerzahlern in Kraft gesetzt. Die AFIP kann dabei über Daten über Konten lokaler Steuerzahler in ausländischen Banken verfügen. Der neue Beschluss ändert den bestehenden (4056/2017), der sich auf das gleiche Thema bezog.

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Das Gesetzesprojekt über Reform des Konkursgesetzes, das in der zuständigen Kommission der Deputiertenkammer während neun Monaten ausgearbeitet und einstimmig angenommen wurde, ist nicht in die Liste der Gesetzesprojekte aufgenommen worden, die in den außerordentlichen Sitzungen der Kammer behandelt werden sollen. Das Projekt hat Fristen eingeführt, durch die die Konkursanträge vor Gericht hinausgeschoben werden, so dass die zahlreichen Unternehmen, die wegen der Krise in Zahlungsunfähigkeit geraten sind, den Gläubigern Zahlungsvorschläge machen können und das Problem durch Verhandlung lösen können. Obwohl Experten meinen, die Reform müsse tiefgreifender sein, wäre das bestehende Projekt ein erster Schritt. Aber die Regierung hat dem Thema offensichtlich nicht die Bedeutung gegeben, die es hat.

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Der Hafenstreik wurde nach 20 Tagen aufgehoben. Dabei erhielten die Arbeiter der Speiseölindustrie u.a. eine Zulage von 4% für November und von 6% für Dezember, womit es für ganz 2020 35% sind. Für 2021 ist eine Erhöhung von 25% vorgesehen, mit einer Revision im August. Ausserdem wurde die Zahlung eines Bonus von $ 70.000 verfügt (der schon in Vorjahren gezahlt wurde) plus ein Bonus von $ 90.000, der in 9 Monatsraten gezahlt wird. Während des Streiks mussten etwa 150 Schiffe im Paraná-Fluss auf Zulassung der Häfen von Rosario und Umgebung warten, wo sie Weizen, Mais, Sojabohne, Sojaöl und Mehl u.a Produkte für insgesamt u$s 1,8 Mrd. aufladen sollten. Die Wartezeit kostet pro Tag u$z 20.000 bis u$s 50 000 pro Schiff. Der Schaden ist so gross, dass die Unternehmen schliesslich nachgeben mussten. Es war eine Erpressung. Es ist schlicht absurd, dass das Gesetz eine Gewaltmassanhme wie diese bei der Verhandlung zulässt, die der argentinischen Wirtschaft in einem kritischen Moment grossen Schaden zufügt. Die Regierung hatte Mittel, um Druck auf die Gewerkschaften auszuüben, die sie jedoch nicht eingesetzt hat.

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Das Schatzamt hat diese Woche Schatzscheine für $ 131,84 Mrd. untergebracht. Davon entfielen $ 60,36 Mrd. auf Lecer X21Y1 mit Verfall im Mai 2021, die mit dem CER-Index wertberichtigt werden und dazu einen Zinssatz von 0,4% erhalten. Weitere $ 39,68 Mrd. entfallen auf den Lecer X12S1, mit Verfall am 13.8.21, der auch mit CER indexiert wird und dazu noch 0,9% zahlt. Weitere $ 22,86 entfielen auf Ledes, die 39% ergeben, und dann wurden $ 8,39 Mrd. in Lepase ausgegeben, die 38% rentieren. Im Januar verfallen Schatzscheine für $ 237 Mrd. und ganz 2021 für $ 2,1 Bio.

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Die von INDEC erfassten Supermärkte erreichten im Oktober 2020 einen Umsatz von $ 89,31 Mrd., 34,5% über dem gleichen Vorjahresmonat. In konstanten Werten fand jedoch ein Rückgang von 2,2% statt, was auf eine Abnahme bei den verkauften Produktmengen und einen Übergang auf Zweitmarken und billigere Produkte hinweist.

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Die Grossistensupermärkte wiesen im Oktober einen Umsatz von 15 Mrd. aus, 36,3% über dem Vorjahr, was eine Zunahme von 4% in konstanten Werten darstellt. Diese Supermärkte wachsen ständig, auch weil sie immer mehr Haushalte als Kunden haben, obwohl diese sich dabei gezwungen sehen, größere Mengen der einzelnen Produkte zu beziehen.

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Die vom INDEC erfassten Shopping-Centers wiesen im Oktober einen Umsatz von $ 8,43 Mrd. aus, 50,1% unter dem Vorjahr. Viele Geschäfte waren auch im Oktober geschlossen, und allgemein ist der Umsatz bei Produkten, die nicht zum täglichen Konsum gehören, stark zurückgegangen.

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Lateinamerikanische Wirtschaft

Die Entdeckung eines riesigen Gasfeldes im südlichen Department Chuquisaca lässt die Gasvorkommen in Bolivien um mehr als 10% steigen. Nach 12 Jahren hat YPFB (das staatliche Erdöl- und Erdgasunternehmen Boliviens) dieses eine Billion Kubikfuß große Feld gefunden", hatte Präsident Luis Arce auf Twitter geschrieben. Bolivien ist stark abhängig vom weitgehend verstaatlichten Rohstoffsektor. Rund die Hälfte des Staatshaushaltes wird durch Einnahmen aus dem Export von Gas und Erzen gedeckt. (dpa)

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Deutsche Wirtschaft

Die Commerzbank streicht für ihren Konzernumbau 2300 Stellen und muss dafür Millionenlasten stemmen. Für den geplanten Jobabbau will das Geldhaus im Schlussquartal Rückstellungen von E 610 Mio. verbuchen. Der Schritt werde das Ergebnis im vierten Quartal entsprechend stark belasten. Die Commerzbank, die wegen der Niedrigzinsen und der Digitalisierung unter Druck steht, hat sich mit dem Konzernbetriebsrat auf diese Restrukturierungsmaßnahmen für die Jahre von 2021 bis 2024 geeinigt. Damit aber nicht genug: Die Bank plane zudem weitere Schritte im Rahmen ihrer neuen Strategie Commerzbank 5.0, die im ersten Quartal des neuen Jahres angekündigt werden soll. (dpa)

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Nach dem massiven Konjunktureinbruch in der Corona-Krise blicken vor allem große Industriebranchen zuversichtlicher ins Jahr 2021. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erwarten 26 von 43 Branchen eine höhere Wirtschaftstätigkeit als 2020. Ein Boom ist allerdings nicht in Sicht. Der hoffnungsvolle Blick auf 2021 bedeute für eine Reihe von Unternehmen und ganze Branchen noch keine Rückkehr zum Vorkrisenniveau, erläuterte das arbeitgebernahe Institut. Das hat auch Folgen für den Arbeitsmarkt. (dpa)

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Wegen verbotener Absprachen hat das Bundeskartellamt im Jahr 2020 Bußgelder von insgesamt E 358 Mio. verhängt. Betroffen waren 19 Firmen. Es ging unter anderem um Händler von Pflanzenschutzmitteln, Hersteller von Kfz-Schildern sowie Aluminium-Schmieden. Ein kleiner Teil der Bußgelder wurde natürlichen Personen - also Managern - aufs Auge gedrückt. Im Vorjahr lagen die Bußgelder bei E 848 Mio., während sie 2018 ähnlich hoch waren wie jetzt. "Wirtschaftlich schwierige Zeiten sind keine Rechtfertigung für Kartellabsprachen", sagte Behördenchef Andreas Mundt. Die Kartellverfolgung bleibe ganz oben auf der Agenda. (dpa)

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Ausländische Investoren haben dieses Jahr weniger Geld für Beteiligungen oder die Übernahme deutscher Unternehmen ausgegeben. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei die Zahl der Transaktionen von 912 auf 852 zurückgegangen, ihr Gesamtwert von rund E 65 auf E 61 Mrd. gesunken, teilte die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) mit. Vor allem US-amerikanische Investoren investierten 2020 in deutsche Unternehmen, mit 155 Deals für gut E 23,5 Mrd. Danach folgten Investoren aus Großbritannien (89 Deals) und der Schweiz (71 Deals). Private-Equity-Investoren beteiligten sich häufig an kleineren und mittleren Transaktionen. Vier der zehn Mega-Deals wurden von einem Finanzinvestor getätigt - inklusive des größten Deals in Deutschland: die Akquisition der Aufzugssparte von ThyssenKrupp durch Advent und Cinven. (dpa)

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Weltwirtschaft

Die Wirtschaft der USA hat sich im Sommer noch etwas stärker als erwartet von dem coronabedingten Konjunktureinbruch im Frühjahr erholt. Nach der in den USA üblichen Betrachtungsweise stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 33,4%, stärker als im Vorquartal, wie das Handelsministerium mitteilte. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft in historischem Ausmaß um auf das Jahr hochgerechnet 31,4% eingebrochen. Zuletzt aber hat sich die Corona-Krise auch in den USA wieder zugespitzt. In mehreren Bundesstaaten wurden Beschränkungen verschärft. Dies dürfte im vierten Quartal erneut besonders den Dienstleistungssektor belasten. In den USA werden die Wachstumsraten des BIP immer annualisiert angegeben, das heißt, die Daten eines Quartals werden hypothetisch auf das ganze Jahr hochgerechnet. Diese Betrachtungsweise ist bei großen Ausschlägen allerdings missverständlich. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet, weshalb die Quartalsdaten aus den beiden großen Wirtschaftsräumen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind. (dpa)

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Siemens Energy soll die Stromversorgung in Afghanistan verbessern. Dafür unterzeichneten Vertreter der islamischen Republik und des Unternehmens am Montag eine Vereinbarung, wie Siemens Energy mitteilte. Diese sehe mehrere Phasen vor. Auch die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien solle vorangetrieben werden. „Wir werden ein Afghanistan aufbauen, in dem sich die Bürger auf zuverlässige Energie freuen können“, sagte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani während der virtuellen Abkommensunterzeichnung. Man wolle Afghanistan zur „Energie-Drehscheibe“ in Zentralasien entwickeln, hieß es weiter. Afghanistan bezieht einen Großteil der Energie aus den Nachbarländern Usbekistan, Turkmenistan und Iran. Immer wieder gibt es Stromausfälle in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Auch das Stromnetz wird regelmäßig von Extremisten durch Anschläge beschädigt. Das Nachbarland Tadschikistan hatte Stromexporte im Juli eingestellt. Nur etwa ein Drittel der Landesbewohner hat Zugang zu Strom. (dpa)

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Die USA wehren sich gegen das Urteil der Welthandelsorganisation (WTO), demzufolge die von ihnen gegen China verhängten Strafzölle von bis zu 25% gegen die internationalen Handelsregeln verstoßen. Da allerdings die USA selbst Ende 2019 ein Veto gegen die Ernennung neuer Berufungsrichter für die WTO-Streitschlichtung eingelegt hatten, kann die Berufung vorerst nicht verhandelt werden. Die Streitschlichter der Welthandelsorganisation hatten im September beschieden, dass die 2019 verhängten Strafzölle auf chinesische Güter im Umfang von u$s 200 Mrd. gegen die WTO-Regeln verstoßen. Die USA hätten die Notwendigkeit, dass ihr Markt durch Zölle gegen unfairen Wettbewerb geschützt werden müsse, nicht ausreichend begründet. Die USA hatten seit 2018 den Handelskrieg mit China durch Verhängung von Strafzöllen ausgelöst. Hunderte von chinesischen Waren wurden auf eine Liste gesetzt. Peking reagierte seinerseits mit Strafzöllen auf US-Güter. (dpa)

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Japans Industrieproduktion legt nach den schweren Einbrüchen in Folge der Corona-Pandemie weiter zu. Der Ausstoß stieg im Oktober um 3,8% im Vergleich zum Vormonat. Damit setzte sich die moderate Erholung der Produktion in Japan im nunmehr fünften Monat in Folge fort. Die japanische Volkswirtschaft hatte im Zuge der Corona-Krise einen Rekordeinbruch erlitten. Experten rechnen jedoch damit, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich Japan vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholen wird. (dpa)

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Nach Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wird die Rohölnachfrage im ersten Quartal 2021 niedriger ausfallen als bisher erwartet. Die bisherige Prognose wurde um eine Million Barrel pro Tag reduziert. Damit würde die Ölnachfrage nur noch um 500.000 Barrel pro Tag zum Vorquartal steigen. Die aus 23 Ländern bestehende Opec+ wird sich am 4. Januar treffen und über die Fördermengen sprechen. Bisher hatte man sich auf eine Anhebung der Fördermenge um 500.000 Barrel pro Tag geeinigt. Derzeit werden täglich 7,7 Mio. Barrel gefördert. Bei der Opec+ sind neben den Opec-Staaten auch Länder wie Russland beteiligt. (dpa)

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In der Pharmabranche kommt es zu einer Milliardenübernahme: Der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt u$s 39 Mrd. kaufen, wie die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mitteilten. Dabei will AstraZeneca u$s 175 je Alexion-Aktie in bar sowie in eigenen Papieren zahlen. Die Verwaltungsratsgremien beider Parteien hätten der Übernahme zugestimmt. Damit will AstraZeneca sein Geschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen ausbauen, auf das Alexion spezialisiert ist. Das US-Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von rund u$s 5 Mrd. Die Regulierungsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, der Abschluss ist für das dritte Quartal kommenden Jahres geplant. Alexion-Aktionäre sollen dann rund 15 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. AstraZeneca erhofft sich Synergien von u$s 500 Mio. jährlich ab dem Ende des dritten Jahres der Übernahme. AstraZeneca erwartet durch den Zukauf ein zweistelliges prozentuales Plus beim Kernergebnis je Aktie in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion. Für die Übernahme hat AstraZeneca eine Brückenfinanzierung mit mehreren US-Banken über u$s 17,5 Mrd. abgeschlossen. (dpa)

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Die Europäische Bankenaufsicht EBA warnt vor steigenden Risiken in Bankbilanzen als Folge der Corona-Krise. Im zweiten Quartal 2020 sei das Volumen ausfallgefährdeter Darlehen nach jahrelangen Rückgängen erstmals wieder leicht gestiegen, teilte die Behörde anhand einer Untersuchung von 135 Banken am vergangenen Freitag mit. Allerdings sei die Menge gestundeter Kredite merklich gewachsen, und die Banken stuften deutlich mehr Darlehen als potenziell kritisch ein. Sobald die Garantien der Regierungen und die Moratorien für die Rückzahlung vieler Kredite ausliefen, werde dies auf die Bewertung der Darlehen durchschlagen, schätzen die Aufseher. Für ihre Studie hat die EBA die Bilanzen von 129 Banken in Kontinentaleuropa sowie von sechs Instituten in Großbritannien analysiert. Die Geldhäuser sollten so schnell wie möglich nach Lösungen für Kunden suchen, die mit der Rückzahlung ihrer Kredite Probleme hätten, rät die EBA. Ein Weg wäre, die Tilgung über einen längeren Zeitraum zu strecken. Zugleich warnte die Behörde die Institute davor, die Kreditvergabe für überlebensfähige Unternehmen zu beschränken. Denn wenn ein solches Unternehmen mangels Liquidität zusammenbreche, könne es weitere Firmen mit in die Pleite reißen, was weitere Kreditausfälle bei den Banken nach sich ziehe. (dpa)

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Die US-Regierung und mehr als 40 Bundesstaaten werfen Facebook unfairen Wettbewerb vor und wollen vor Gericht die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen. Facebook habe die Foto-Plattform und den Chatdienst gekauft, um seine Dominanz vor den Rivalen zu schützen, argumentieren sie in den am Mittwoch vergangener Woche eingereichten Klagen. Facebook wies die Vorwürfe zurück: Chefjuristin Jennifer Newstead konterte: „Kartellgesetze existieren, um Verbraucher zu schützen und Innovationen zu fördern, nicht um erfolgreiche Unternehmen zu bestrafen.“ Facebook habe Milliarden Dollar investiert, um Instagram und Whatsapp erfolgreich zu machen. (dpa)

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Europas Währungshüter stemmen sich mit weiteren Milliarden gegen die wirtschaftlichen Folgen der zweiten Corona-Welle. Das Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen wird um E 500 Mrd. auf E 1,85 Bio. ausgeweitet. Die Laufzeit des Programms wird zudem um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert. Zugleich versorgt die EZB Geschäftsbanken mit weiteren besonders günstigen Langfristkrediten (PELTROs) und lockert die Bedingungen für bereits laufende Langfristkredite. (dpa)

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Bei Apple beginnt ein neues Zeitalter: 15 Jahre lang hat der Konzern seine Macintosh-Computer mit den Chips von Intel gebaut. Künftig gehen Apple und Intel aber getrennte Wege. Der iPhone-Konzern hat nun die ersten drei Mac-Modelle mit Chips aus eigener Entwicklung vorgestellt. Apple verspricht, dass die Computer dadurch deutlich schneller und auch stromsparender arbeiten. Mit dem Umstieg kann der Konzern zudem erstmals seine Macs auf derselben Software-Plattform wie seine iPhones und iPads betreiben. „Dies ist ein historischer Tag für den Mac“, sagte Apple-Chef Tim Cook. (dpa)

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Der Industriegase-Konzern Linde beginnt in Kalifornien mit der Produktion von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie. Damit könnten dort täglich bis zu 1600 Fahrzeuge CO2-frei fahren, teilte der Weltmarktführer für Wasserstoff mit. Linde betreibe weltweit 80 Wasserstoff-Fabriken und rechne mit einer wachsenden Nachfrage nach klimafreundlich erzeugten Wasserstoff. „Grauen“ Wasserstoff erzeugt Linde im kalifornischen Werk Ontario aus Erdgas, „grünen“ Wasserstoff nun aus Methan aus einer Mülldeponie. (dpa)

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Die spanische Großbank BBVA will ihr US-Geschäft an den amerikanischen Finanzkonzern PNC verkaufen. Der Kaufpreis liegt bei u$s 11,6 Mrd. Die PNC Financial Services Group will ihr Filialnetz dabei um 637 Standorte in wichtigen US-Bundesstaaten erweitern - etwa in Alabama, Arizona, Colorado, Florida, New Mexiko, Kalifornien und Texas. Der US-Konzern PNC hat das nötige Geld für die Übernahme des BBVA-Geschäfts, nachdem er sich im Mai von seiner Beteiligung an dem Finanzinvestor Blackrock getrennt hat. Die Amerikaner wollen die Übernahme in bar bezahlen und Mitte kommenden Jahres umsetzen. Anschließend werde PNC in 29 der 30 größten US-Märkte vertreten sein, hieß es. BBVA-Chef Carlos Torres Vila will das Geld unter anderem in den Ausbau des Geschäfts stecken. Zudem bekomme die Bank durch das gestärkte Kapitalpolster mehr Spielraum für die Kreditvergabe, um die Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen. Auch die BBVA-Aktionäre sollen von dem Geldfluss profitieren. So fasst die Bank den Rückkauf eigener Aktien im großen Stil ins Auge. (dpa)

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Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat ein vom Kongress mit überparteilicher Mehrheit beschlossenes Corona- Konjunkturpaket mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Das ging am Sonntag aus einer Stellungnahme des Weißen Hauses zu dem Maßnahmenbündel im Umfang von rund u$s 900 Mrd. hervor. Damit ist auch ein ab Dienstag drohender Stillstand der Regierungsgeschäfte abgewendet. (dpa)

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Die türkischen Notenbank hat den Leitzins erneut erhöht und damit auf die anhaltende hohe Inflation und den Kursverfall der Währung reagiert. Der Leitzins wurde um zwei Prozentpunkte auf 17% angehoben. Im November hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angesichts der fallenden Landeswährung Lira den Notenbankchef ausgetauscht. Der neue Chef, Naci Agbal, hatte den Leitzins bereits im November deutlich um 4,75 Prozentpunkte angehoben und sich damit gegen den Währungsverfall gestellt. Die Lira erholte sich zuletzt. Davor war die Notenbank des Landes dafür bekannt, eine straffere Geldpolitik, insbesondere in Form höherer Zinsen, so weit es geht zu vermeiden. Erdogan hatte zuvor starken Druck auf die Notenbank ausgeübt und sich immer für niedrige Zinsen ausgesprochen. (dpa)

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Chinas Kartellbehörde hat Ermittlungen gegen den chinesischen Internetriesen Alibaba eingeleitet. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, werde gegen den größten Onlinehändler des Landes wegen mutmaßlicher Monopol-Vergehen ermittelt. Dabei gehe es auch um Vorwürfe, wonach Alibaba Unternehmen dazu bringe, nur die eigene Plattform als exklusiven Vertriebskanal zu wählen. Für Alibaba sind die Ermittlungen ein weiterer Rückschlag, nachdem das Unternehmen bereits in den vergangenen Wochen zunehmend ins Visier der chinesischen Behörden geraten war. Anfang November war der geplante Rekord-Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group nach einer Intervention der chinesischen Aufseher kurzfristig geplatzt. Die Shanghaier Börse hatte den Schritt damit begründet, dass sich das "aufsichtsrechtliche Umfeld" bedeutend geändert habe. Die Absage des Börsengangs war von Berichten begleitet, wonach Alibaba-Gründer Jack Ma die chinesische Führung verärgert habe. So soll eine Rede des zweitreichsten Mannes Chinas nicht gut angekommen sein. Der Alibaba-Gründer, der sonst immer loyal zur Kommunistischen Partei steht, hatte darin scharfe Kritik an lokalen und globalen Regulierungsbehörden geübt. (dpa)

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Fast zwei Jahre nach dem Flugverbot für die Maschine Boeing 737 Max kommt der Flugzeugtyp in den USA wieder für Passagierflüge zum Einsatz. Die Fluggesellschaft American Airlines wollte am Dienstag ihre ersten beiden Inlandsflüge mit dem Flugzeug abwickeln - auf der Strecke von Miami nach New York und zurück. Die Maschinen dieses Flugzeugtyps waren im März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm, das die Maschinen Richtung Boden lenkte. Nach einer Reihe technischer Veränderungen und Nachbesserungen an der Software hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA den erneuten Einsatz der Boeing 737 Max genehmigt. Anfang Dezember war bereits in Brasilien eine Maschine dieses Typs mit Passagieren an Bord gestartet. (dpa)

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Das bahnbrechende Investitionsabkommen der Europäischen Union mit China steht nach Angaben aus EU-Kreisen kurz vor dem Abschluss. China sprach am Dienstag offiziell von "großen Fortschritten". Die Verhandlungen auf Expertenebene seien beendet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel. Ein Spitzengespräch am Mittwoch könnte die politische Grundsatzeinigung bringen. (dpa)

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