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Wirtschaft in Kürze

  • Foto del escritor: Argentinisches Tageblatt
    Argentinisches Tageblatt
  • 23 dic 2020
  • 15 Min. de lectura

Der offizielle Dollarkurs schloss am Dienstag zu $ 88,80, gegen $ 88,33 in der Vorwoche. In diesem Jahr erreichte die Abwertung 40,97%, etwas mehr als die Preiszunahme, die der Index der Konsumentenpreise zum Ausdruck bringt. Die ZB musste am Dienstag u$s 96 Mio. kaufen um den Kurs zu halten, womit es schon 12 Tage in Folge waren, in denen die ZB Devisen am Markt kauft. Im Dezember sind es insgesamt u$s 350 Mio. Der Schwarzkurs schloss zu $ 152, gegen $ 150 in der Vorwoche. Der Kurs, der sich bei gleichzeitigem Kauf und Verkauf von Staatstiteln in Dollar ergibt (“contado con liquidación”) lag bei $ 140 gegen $ 142,70 in der Vorwoche. Die ZB-Reserven lagen leicht über u$s 39 Mrd., von denen um die u$s 4 Mrd. für Kurspflege eingesetzt werden können. Die ZB hat die Devisenbewirtschaftung in letzter Zeit verschärft, um nicht zu dieser letzten effektiven Reserve greifen zu müssen, ohne die sie den Kurs nicht mehr halten kann. Das hat zu zunehmenden Knappheitserscheinungen geführt, weil die importierten Teile fehlen, die für die Fabrikationsprozesse notwendig sind. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.11.21 bei $ 138,45, was einen Zinssatz von 71,83% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires ging in einer Woche zum Dienstag um 5,39% zurück, und liegt jetzt um 20,96% über Ende 2019.

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Die Staatstitel, die auf Dollar lauten und in New York gehandelt werden, weisen in einer Woche zum Dienstag eine leichte Besserung auf. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Bono 2029 LA: +1,22%; Bono LA 2030 LA: +1,78%; Bono 2025 LA: +3,47%; Bono 2038 LA: +2,74%; Bonar 2024: 5,28%.

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Die Handelsbilanz schloss im November 2020 mit einem Überschuss von u$s 271 Mio., viel weniger als in den Vormonaten. In 11 Monaten 2020 betrug der Überschuss u$s 12,50 Mrd. Im Jahr 2019 betrug der Überschuss fast u$s 16 Mrd. Im November lagen die Exporte mit u$s 4,38 Mrd., um 25,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat. Dies wird auf die Einbehaltung von Getreide und Ölsaat durch Landwirte und Exporteure zurückgeführt, die angesichts des hohen Schwarzkurses eine Abwertung erwarten. Im Dezember kommt jetzt noch die Stilllegung der Häfen am Paraná hinzu, wo seit zwei Wochen ein allgemeiner Streik der Hafenarbeiter besteht, den die Regierung nicht lösen kann. Die Importe lagen im November mit u$s 4,11 Mrd. um 20,7% über dem Vorjahr.

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Im November kauften 971.000 Personen Dollar bei Banken für insgesamt u$s 320 Mio. Davon entfielen u$s 174 Mio. auf Dollarscheine und u$s 113 Mio. auf Deckung von Saldi bei Käufen über Kreditkarten im Ausland. Die Dollarkäufe sind gegenüber den voran-gehenden Monaten stark gesunken.

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Durch Dekret 1034/20 (Amtsblatt vom 21.12.20) wurde das neue Gesetz reglementiert, dass sich auf Informatikunternehmen u.a. des Bereiches des “Wissens” (“economía del conocimiento”) bezieht. Der Exportzoll von 5% für diese Dienstleistungen wurde abgeschafft. Es wird auf diesem Gebiet mit steigenden Exporten gerechnet, von ca. u$s 6 Mrd. in den letzten Jahren auf über u$s 7,5 Mrd. 2024. Dabei sollen bis dahin an die 750.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt sein. Die Exporte von Software sind in vielen Fällen schwer zu kontrollieren, weil sie über Internet erfolgen. Somit geht ein Teil dieser Exporte über den schwarzen Devisenmarkt, und nährt auch hier die Schwarzwirtschaft. Bei der anormal hohen Differenz zwischen dem offiziellen und dem schwarzen Kurs, ist dies unvermeidlich.

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Der INDEC-Index der Grossistenpreise verzeichnet im November eine Zunahme von 4,2%, was sich mit einer Zunahme von 3,2% bei den Konsumentenpreisen vergleicht. In 11 Monaten 2020 betrug die Zunahme 29,7%, und in 12 Monaten zum November 34,4%. Lokal erzeugte Produkte stiegen im November um 4,1% und importierte um 5,2%.

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Der Index der Industrieproduktion des Spitzenverbandes “Union Industrial Argentina” weist im Oktober einen Rückgang von 4,1% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat und von 5% gegenüber September 2020 aus. Die ersten 10 Monate 2020 lagen um 8,3% unter dem Vorjahr.

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Der Index der Baukosten des INDEC weist im November eine Zunahme von 12,4% aus, wobei Baumaterialien um 7,5%, Arbeitskosten um 17,9% und Gemeinkosten um 10% stiegen. Die Lohnerhöhung, die im neuen Arbeitsvertrag bestimmt wurde, hat sich sofort ausgewirkt.

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Das primäre Defizit der Finanzen des Bundesstaates lag im November bei $ 58,69 Mrd., was 0,2% des Bruttoinlandsproduktes darstellt, berichtet das Schatzamt. Mit Zinsen steigt das Defizit auf $ 127 Mrd. In 11 Monaten 2020 erreichte das primäre Defizit $ 1,44 Bio., was 5,3% des BIP ausmacht. Dies stimmt jedoch nicht, weil die Abhebung des ZB-Gewinnes als echte Staatseinnahme gebucht wird, obwohl es sich um einen reinen Buchgewinn handelt, der bei der Umrechnung der ZB-Devisenreserven auf Pesos entsteht. Die ZB deckt diese Übertragung an das Schatzamt mit Geldschöpfung. Im November lagen die Staatsausgaben mit $ 524,14 Mrd. um 40,5% über dem gleichen Vorjahresmonat, während die echten Einnahmen auf $ 468,45 Mrd. um 27% zunahmen. Dabei nahmen die Steuereinnahmen um 32% zu.

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Etwa 300.000 Arbeiter des landwirtschaftlichen Bereiches haben eine Zulage von $ 10.000 erhalten, die in drei gleichen Teilen im Dezember, Januar und Februar gezahlt wird. Die Löhne wurden dieses Jahr um 32% erhöht, und für Anfang 2021 ist eine Revision vorgesehen, nachdem die Inflation höher liegt.

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Der Preis für Sojabohne kletterte in der Vorwoche an der Börse von Chicago auf u$s 441,50 pro Tonne, was der lokalen Sojabohnenernte für 2020/21 einen Zusatzwert von u$s 4,8 Mrd. gegeben hat. Bis September 2020 wurde der Gesamtwert der Ernte von Sojabohne, Mais und Weizen der Periode 2020/21 auf u$s 25 Mrd. geschätzt, was Fiskaleinnahmen von u$s 12 Mrd. bedeutete. Die Mediterránea-Stiftung schätzt jetzt den Gesamtwert, bei geringeren Mengen (wegen Dürre) und höheren Preisen auf u$s 29 bis u$s 33 Mrd. Doch die Zunahme des Sojapreises wirkt sich auch auf den noch nicht verkauften Teil der Sojaernte 2019/20 aus, der auf 13 Mio. Tonnen veranschlagt wird.

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Der Investmentfonds Waso Holding, der kaum bekannt ist, hat sich der Klage gegen den argentinischen Staat wegen des Wachstumscoupons angeschlossen, der bei der Umschuldung von 2005 ausgegeben worden war. Dieser Coupon sieht eine Sonderzahlung vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt über 3,2% zunimmt. Die Klage, die schon der Geierfonds Aurelius eingeleitet hatte, dem sich dann weitere Fonds angeschlossen haben, bezieht sich auf den Tatbestand, dass der damalige Wirtschaftsminister Axel Kicillof am 21.2.2014 angekündigt hatte, dass das BIP im Jahr 2015 um 4,9% gewachsen sei, und danach am 26.3.14 bekanntgab, dass die BIP-Berechnung revidiert worden sei und die Zunahme nur 2,9% ergebe. Die Kläger weisen darauf hin, dass die BIP-Zahlen dabei manipuliert worden seien, um dieses Ergebnis zu erreichen. Der Coupon als solcher war eine Dummheit, und die Erklärung von Kicillof ist eine noch größere. Die Zahl des Bruttoinlandsproduktes ist prinzipiell sehr ungenau, weil sie auf allerlei Annahmen und Schätzungen fußt, wobei als Grundlage eine veraltete Erhebung aus dem Jahr 1994 dient. Wir sind der Meinung, dass das BIP heute viel höher ist, als es offiziell ausgewiesen wird. Doch wenn das BIP jetzt neue berechnet wird und uns dabei recht gibt, dann entsteht ein noch größeres Problem mit den Couponinhabern.

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Die ZB hat die bestehende Aufhebung von Provisionen bei Abhebungen über automatische Kassen der Banken, und die Erhebung von Strafzinsen bei Säumigkeit bei Zinsen auf Kredite (mit Ausnahme der Kredite über Kreditkarten), die Ende Dezember ablaufen, bis Ende März verlängert.

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Die Vertreter der chinesischen Firmen China Railway Construction Corp.Ltd, China Machinery Engeneering Corp. CRRC Corp. Ltd und Yutong haben vier Kreditlinien von insgesamt u$s 4,69 Mrd. gewährt. Die entsprechenden Verträge wurden in Anwesenheit von Präsident Alberto Fernández unterzeichnet. Das umfasst die Erneuerung von Schienen, und die Lieferung von Lokomotiven und Waggons. U$s 850 Mio. sind für die Vollendung der Erneuerung der Eisenbahn Belgrano Norte (Buenos Aires bis Jujuy) bestimmt, die unter der Macri-Regierung schon stark fortgeschritten ist.

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Die Regierung hat den Aufsichtsbehörden für die Strom- und Gaswirtschaft, ENRE und Enargas, angeordnet, binnen 90 Tagen ein neues Tarifschema vorzulegen. Die Aufgabe entfällt auf die Interventoren María Soledad Manin und Federico Bernal. Gleichzeitig wird die bestehende Einfrierung der Tarife bis Ende März verlängert. Präsident Fernández wollte schon vor einigen Monaten die Tarife erhöhen, und Kabinettschef Cafiero hatte die Arbeit schon aufgenommen, doch Cristina Kirchner gab damals den Befehl, die Tarife nicht zu ändern. Das Problem, das sich jetzt stellt, besteht darin, dass ohne diese Erhöhung das Budget 2021 nicht erfüllt werden kann. Die Tarife für Strom und Gas waren unter den Kirchner-Regierungen stark zurückgeblieben, so dass über zwei Drittel der Kosten über Subventionen gedeckt wurden. Unter Macri wurde dies korrigiert, aber es verblieb immer noch eine hohe Subvention. Seit Dezember 2019 sind die Subventionen erneut stark gestiegen. Es soll jetzt auch intensiv an der Tarifstruktur gearbeitet werden, so dass der Tarif bei niedrigem Haushaltskonsum stark subventioniert wird, jedoch bei höherem Konsum viel weniger.

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Präsident Alberto Fernández hat sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewendet, und dabei die Wiederaufnahme des Wasserkraftprojektes Chihuidos in Aussicht gestellt. Dieses Objekt liegt am oberen Lauf des Limay, in Neuquén, hat eine Leistung von ca. 700 MW und soll sehr wirtschaftlich sein, wobei der Staudamm auch den Fluss reguliert und eventuelle Überschwemmungen vermeidet. Das Projekt war ursprünglich einer russischen Firma zugeteilt worden, die dann zurücktrat, nachdem die Macri-Regierung einen Zinsnachlass gefordert hatte. Dann trat die deutsche Voigth Hydro zusammen mit der lokalen Corporación América (von Eurnekian) auf. Doch auch hier zog sich Voight schließlich wegen der Zinsdiskussion zurück, die keinen Sinn hatte, weil die Zinsen nicht überhöht waren. Es war ein großer Fehler der Macri-Regierung, das Angebot von Voight nicht anzunehmen. Ob die Firma jetzt, bei viel schlechteren finanziellen Rahmenbedingungen, am Projekt noch Interesse hat, sei dahingestellt. Ebenfalls steht nicht fest, ob die Bundesrepublik bereit ist, eine Hermes-Garantie zu erteilen oder das Projekt sonst zu unterstützen. Darüber muss Frau Merkel jetzt entscheiden.

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Argentinien und Chile haben ein Abkommen abgeschlossen, das den Export von argentinischen Kfz nach Chile ab März 2021 erleichtert. Chile erhebt auf diese Lieferungen keinen Zoll, und dabei wurde der Anteil an Mercosur-Wertschöpfung von 60% auf 50% verringert. Der Anteil von importierten Teilen (auch aus Mercosur-Staaten) darf nicht 40% übersteigen. Es wird jetzt mit einem Jahresexport von 10.000 Einheiten, hauptsächlich Pick-ups, im Wert von ca. u$s 150 Mio. gerechnet. Bei diesen Exporten entfällt die Exportsteuer von 5%. In Chile müssen die argentinischen Kfz mit denen konkurrieren, die zu niedrigem Zoll aus China, Japan u.a. Ländern importiert werden.

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Lateinamerikanische Wirtschaft

Der Autobauer Daimler zieht die Konsequenz aus dem wirtschaftlichen Niedergang Brasiliens in den vergangenen Jahren und beendet die Produktion von Pkw der Stammmarke Mercedes-Benz in dem Land. Die schon länger schwierige wirtschaftliche Situation Brasiliens sei durch die Corona-Krise noch verschlimmert worden, was zu einem Rückgang der Verkaufszahlen von Oberklasse-Pkw geführt habe, teilten die Stuttgarter am Donnerstag vergangener Woche mit. Im Zuge des laufenden Konzernumbaus und der angestrebten bestmöglichen Kapazitätsauslastung sei daher entschieden worden, die Pkw-Produktion in Brasilien auslaufen zu lassen. Betroffen seien 370 Angestellte. (dpa)

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Deutsche Wirtschaft

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Gehälter der Tarifbeschäftigten einschließlich Sonderzahlungen im Jahresschnitt 2020 um 2,1% höher als 2019. Dies wäre der geringste Zuwachs seit 2016, wie die Behörde mitteilte. Im vergangenen Jahr waren die Entgelte noch um durchschnittlich 3,2% gestiegen. Die Tarifverdienste legten deutlich stärker zu als die Verbraucherpreise insgesamt, die in diesem Jahr um etwa 0,6% stiegen. (dpa)

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Die Zahl der Unternehmenspleiten ist trotz der Corona-Krise in den ersten neun Monaten gesunken. Von Januar bis September 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 12.491 Firmeninsolvenzen, 13,1% weniger als im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die von März bis Ende September ausgesetzte Antragspflicht bei Zahlungsunfähigkeit. Für Überschuldung gilt die Ausnahme weiterhin zunächst bis Ende Januar 2021.(dpa)

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Die Hannover Messe als größte Industrieschau der Welt soll im kommenden Jahr ausschließlich digital stattfinden. In Abstimmung mit den Ausstellern habe die Deutsche Messe AG entschieden, dass eine Präsenzmesse im April coronabedingt "nicht zu realisieren und auch nicht zu verantworten" sei, sagte Messechef Jochen Köckler am Donnerstag vergangener Woche. Ursprünglich war ein gemischtes Format - teils vor Ort und teils digital - geplant gewesen. Jetzt stehen unter anderem digitale Produktvorstellungen und Geschäftskontakte im Fokus. "Der virtuelle Besucher kann sich schnell einen Überblick über Produktinnovationen verschaffen und über neue Tools direkten Kontakt zu den für ihn relevanten Unternehmen aufnehmen", versprach Köckler. In diesem Jahr war die Hannover Messe wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal in ihrer mehr als 70-jährigen Geschichte abgesagt worden. Weil auch viele andere Veranstaltungen ausfielen, kämpft die Messe AG mit hohen (dpa)

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Weltwirtschaft

Siemens Energy soll die Stromversorgung in Afghanistan verbessern. Dafür unterzeichneten Vertreter der islamischen Republik und des Unternehmens am Montag eine Vereinbarung, wie Siemens Energy mitteilte. Diese sehe mehrere Phasen vor. Auch die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien solle vorangetrieben werden. „Wir werden ein Afghanistan aufbauen, in dem sich die Bürger auf zuverlässige Energie freuen können“, sagte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani während der virtuellen Abkommensunterzeichnung. Man wolle Afghanistan zur „Energie-Drehscheibe“ in Zentralasien entwickeln, hieß es weiter. Afghanistan bezieht einen Großteil der Energie aus den Nachbarländern Usbekistan, Turkmenistan und Iran. Immer wieder gibt es Stromausfälle in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Auch das Stromnetz wird regelmäßig von Extremisten durch Anschläge beschädigt. Das Nachbarland Tadschikistan hatte Stromexporte im Juli eingestellt. Nur etwa ein Drittel der Landesbewohner hat Zugang zu Strom. (dpa)

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Die USA wehren sich gegen das Urteil der Welthandelsorganisation (WTO), demzufolge die von ihnen gegen China verhängten Strafzölle von bis zu 25% gegen die internationalen Handelsregeln verstoßen. Da allerdings die USA selbst Ende 2019 ein Veto gegen die Ernennung neuer Berufungsrichter für die WTO-Streitschlichtung eingelegt hatten, kann die Berufung vorerst nicht verhandelt werden. Die Streitschlichter der Welthandelsorganisation hatten im September beschieden, dass die 2019 verhängten Strafzölle auf chinesische Güter im Umfang von u$s 200 Mrd. gegen die WTO-Regeln verstoßen. Die USA hätten die Notwendigkeit, dass ihr Markt durch Zölle gegen unfairen Wettbewerb geschützt werden müsse, nicht ausreichend begründet. Die USA hatten seit 2018 den Handelskrieg mit China durch Verhängung von Strafzöllen ausgelöst. Hunderte von chinesischen Waren wurden auf eine Liste gesetzt. Peking reagierte seinerseits mit Strafzöllen auf US-Güter. (dpa)

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Japans Industrieproduktion legt nach den schweren Einbrüchen in Folge der Corona-Pandemie weiter zu. Der Ausstoß stieg im Oktober um 3,8% im Vergleich zum Vormonat. Damit setzte sich die moderate Erholung der Produktion in Japan im nunmehr fünften Monat in Folge fort. Die japanische Volkswirtschaft hatte im Zuge der Corona-Krise einen Rekordeinbruch erlitten. Experten rechnen jedoch damit, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich Japan vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholen wird. (dpa)

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Nach Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wird die Rohölnachfrage im ersten Quartal 2021 niedriger ausfallen als bisher erwartet. Die bisherige Prognose wurde um eine Million Barrel pro Tag reduziert. Damit würde die Ölnachfrage nur noch um 500.000 Barrel pro Tag zum Vorquartal steigen. Die aus 23 Ländern bestehende Opec+ wird sich am 4. Januar treffen und über die Fördermengen sprechen. Bisher hatte man sich auf eine Anhebung der Fördermenge um 500.000 Barrel pro Tag geeinigt. Derzeit werden täglich 7,7 Mio. Barrel gefördert. Bei der Opec+ sind neben den Opec-Staaten auch Länder wie Russland beteiligt.(dpa)

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In der Pharmabranche kommt es zu einer Milliardenübernahme: Der britische Arzneimittelhersteller Astrazeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt u$s 39 Mrd. kaufen, wie die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mitteilten. Dabei will Astrazeneca u$s 175 je Alexion-Aktie in bar sowie in eigenen Papieren zahlen. Die Verwaltungsratsgremien beider Parteien hätten der Übernahme zugestimmt. Damit will Astrazeneca sein Geschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen ausbauen, auf das Alexion spezialisiert ist. Das US-Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von rund u$s 5 Mrd. Die Regulierungsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, der Abschluss ist für das dritte Quartal kommenden Jahres geplant. Alexion-Aktionäre sollen dann rund 15 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Astrazeneca erhofft sich Synergien von u$s 500 Mio. jährlich ab dem Ende des dritten Jahres der Übernahme. Astrazeneca erwartet durch den Zukauf ein zweistelliges prozentuales Plus beim Kernergebnis je Aktie in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion. Für die Übernahme hat Astrazeneca eine Brückenfinanzierung mit mehreren US-Banken über u$s 17,5 Mrd. abgeschlossen. (dpa)

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Die Europäische Bankenaufsicht EBA warnt vor steigenden Risiken in Bankbilanzen als Folge der Corona-Krise. Im zweiten Quartal 2020 sei das Volumen ausfallgefährdeter Darlehen nach jahrelangen Rückgängen erstmals wieder leicht gestiegen, teilte die Behörde anhand einer Untersuchung von 135 Banken am vergangenen Freitag mit. Allerdings sei die Menge gestundeter Kredite merklich gewachsen, und die Banken stuften deutlich mehr Darlehen als potenziell kritisch ein. Sobald die Garantien der Regierungen und die Moratorien für die Rückzahlung vieler Kredite ausliefen, werde dies auf die Bewertung der Darlehen durchschlagen, schätzen die Aufseher. Für ihre Studie hat die EBA die Bilanzen von 129 Banken in Kontinentaleuropa sowie von sechs Instituten in Großbritannien analysiert. Die Geldhäuser sollten so schnell wie möglich nach Lösungen für Kunden suchen, die mit der Rückzahlung ihrer Kredite Probleme hätten, rät die EBA. Ein Weg wäre, die Tilgung über einen längeren Zeitraum zu strecken. Zugleich warnte die Behörde die Institute davor, die Kreditvergabe für überlebensfähige Unternehmen zu beschränken. Denn wenn ein solches Unternehmen mangels Liquidität zusammenbreche, könne es weitere Firmen mit in die Pleite reißen, was weitere Kreditausfälle bei den Banken nach sich ziehe. (dpa)

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Der Bau der deutsch-russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 ist am vergangenen Freitag wieder aufgenommen worden. Die US-Regierung will die Vollendung der zum großen Teil fertigen Gasleitung verhindern und droht mit Sanktionen für Firmen, die an dem Projekt beteiligt sind. (dpa)

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Die US-Regierung und mehr als 40 Bundesstaaten werfen Facebook unfairen Wettbewerb vor und wollen vor Gericht die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen. Facebook habe die Foto-Plattform und den Chatdienst gekauft, um seine Dominanz vor den Rivalen zu schützen, argumentieren sie in den am Mittwoch vergangener Woche eingereichten Klagen. Facebook wies die Vorwürfe zurück: Chefjuristin Jennifer Newstead konterte: „Kartellgesetze existieren, um Verbraucher zu schützen und Innovationen zu fördern, nicht um erfolgreiche Unternehmen zu bestrafen.“ Facebook habe Milliarden Dollar investiert, um Instagram und Whatsapp erfolgreich zu machen. (dpa)

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Europas Währungshüter stemmen sich mit weiteren Milliarden gegen die wirtschaftlichen Folgen der zweiten Corona-Welle. Das Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen wird um E 500 Mrd. auf E 1,85 Bio. ausgeweitet. Die Laufzeit des Programms wird zudem um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert. Zugleich versorgt die EZB Geschäftsbanken mit weiteren besonders günstigen Langfristkrediten (PELTROs) und lockert die Bedingungen für bereits laufende Langfristkredite. (dpa)

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Bei Apple beginnt ein neues Zeitalter: 15 Jahre lang hat der Konzern seine Macintosh-Computer mit den Chips von Intel gebaut. Künftig gehen Apple und Intel aber getrennte Wege. Der iPhone-Konzern hat nun die ersten drei Mac-Modelle mit Chips aus eigener Entwicklung vorgestellt. Apple verspricht, dass die Computer dadurch deutlich schneller und auch stromsparender arbeiten. Mit dem Umstieg kann der Konzern zudem erstmals seine Macs auf derselben Software-Plattform wie seine iPhones und iPads betreiben. „Dies ist ein historischer Tag für den Mac“, sagte Apple-Chef Tim Cook. (dpa)

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Der Industriegase-Konzern Linde beginnt in Kalifornien mit der Produktion von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie. Damit könnten dort täglich bis zu 1600 Fahrzeuge CO2-frei fahren, teilte der Weltmarktführer für Wasserstoff mit. Linde betreibe weltweit 80 Wasserstoff-Fabriken und rechne mit einer wachsenden Nachfrage nach klimafreundlich erzeugten Wasserstoff. „Grauen“ Wasserstoff erzeugt Linde im kalifornischen Werk Ontario aus Erdgas, „grünen“ Wasserstoff nun aus Methan aus einer Mülldeponie. (dpa)

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Die spanische Großbank BBVA will ihr US-Geschäft an den amerikanischen Finanzkonzern PNC verkaufen. Der Kaufpreis liegt bei u$s 11,6 Mrd. Die PNC Financial Services Group will ihr Filialnetz dabei um 637 Standorte in wichtigen US-Bundesstaaten erweitern - etwa in Alabama, Arizona, Colorado, Florida, New Mexiko, Kalifornien und Texas. Der US-Konzern PNC hat das nötige Geld für die Übernahme des BBVA-Geschäfts, nachdem er sich im Mai von seiner Beteiligung an dem Finanzinvestor Blackrock getrennt hat. Die Amerikaner wollen die Übernahme in bar bezahlen und Mitte kommenden Jahres umsetzen. Anschließend werde PNC in 29 der 30 größten US-Märkte vertreten sein, hieß es. BBVA-Chef Carlos Torres Vila will das Geld unter anderem in den Ausbau des Geschäfts stecken. Zudem bekomme die Bank durch das gestärkte Kapitalpolster mehr Spielraum für die Kreditvergabe, um die Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen. Auch die BBVA-Aktionäre sollen von dem Geldfluss profitieren. So fasst die Bank den Rückkauf eigener Aktien im großen Stil ins Auge. (dpa)

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Der US-Kongress hat zur Bewältigung der Corona-Krise ein weiteres großes Konjunkturpaket beschlossen. Das Maßnahmenbündel mit einem Umfang von rund u$s 900 Mrd. wurde am Montagabend (Ortszeit) sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat mit großer Mehrheit beschlossen. Das Paket soll Bürgern in finanzieller Not helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und zusätzliche Mittel für den Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen. (dpa)

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Die Wirtschaft der USA hat sich im Sommer noch etwas stärker als erwartet von dem coronabedingten Konjunktureinbruch im Frühjahr erholt. Nach der in den USA üblichen Betrachtungsweise stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 33,4%, stärker als im Vorquartal, wie das Handelsministerium mitteilte. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft in historischem Ausmaß um auf das Jahr hochgerechnet 31,4% eingebrochen. Zuletzt aber hat sich die Corona-Krise auch in den USA wieder zugespitzt. In mehreren Bundesstaaten wurden Beschränkungen verschärft. Dies dürfte im vierten Quartal erneut besonders den Dienstleistungssektor belasten. In den USA werden die Wachstumsraten des BIP immer annualisiert angegeben, das heißt, die Daten eines Quartals werden hypothetisch auf das ganze Jahr hochgerechnet. Diese Betrachtungsweise ist bei großen Ausschlägen allerdings missverständlich. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet, weshalb die Quartalsdaten aus den beiden großen Wirtschaftsräumen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind. (dpa)

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Angesichts wieder gestiegener wirtschaftlicher Unsicherheiten sind die Ölpreise zu Wochenbeginn unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagmorgen u$s 50,82, u$s 1,44 weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um u$s 1,35 auf u$s 47,75 Am Freitag hatten die Ölpreise noch den höchsten Stand seit März erreicht.(dpa)

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Die geplante Nachfolge-Fluggesellschaft Ita der insolventen Alitalia hat ihren Geschäftsplan für die kommenden fünf Jahre veröffentlicht. Konkret beabsichtigt die Italia Trasporto Aereo (Ita), im ersten Jahr mit einer Flotte aus 52 Maschinen zu fliegen. 61 Routen sollen damit bedient werden, bei etwa 5200 bis 5500 Beschäftigten. Im April kommenden Jahres könnte die Airline an den Start gehen, hatte Ita-Geschäftsführer Fabio Lazzerini zuletzt in Aussicht gestellt. Am Montag will Ita den Plan in der italienischen Abgeordnetenkammer vorstellen. Damit halbiert sich die Belegschaft verglichen mit der alten teilstaatlichen Alitalia. Ita geht von Investitionen von E 2,9 Mrd. aus. Bis 2025 will die Airline einen jährlichen Umsatz von rund E 3,4 Mrd. machen. Die alte Alitalia gilt als nationales Symbol. Der Staat hatte die notleidende Gesellschaft mehrmals mit hohen Millionenbeträgen und im Zuge der Corona-Hilfen mit E 3 Mrd. unterstützt. (dpa)

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Die US-Regierung hat Dutzende chinesische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, um den Zugang der Chinesen zu Technologie aus den USA abzuschneiden. Das Handelsministerium in Washington teilte am vergangenen Freitag mit, den Chip-Hersteller Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) auf die Liste gesetzt zu haben, um die nationale Sicherheit der USA zu schützen. Handelsminister Wilbur Ross führte beim Sender Fox Business aus, dass 60 weitere chinesische Firmen auf die Liste gesetzt worden seien, von denen elf Verbindungen zu SMIC hätten. Es gebe Hinweise auf Verbindungen zwischen SMIC und dem chinesischen Militär, machte das Handelsministerium in seiner Mitteilung deutlich. "Wir werden nicht zulassen, dass fortschrittliche US-Technologie dabei hilft, das Militär eines zunehmend aggressiven Gegners aufzubauen", erklärte Ross demnach. Unternehmen, die Geschäfte mit SMIC machen wollen, benötigen dafür künftig eine spezielle Erlaubnis. (dpa)

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Das Defizit in der Leistungsbilanz der USA hat sich im dritten Quartal vergrößert. Es stieg zum Vorquartal um u$s 17,1 Mrd. auf u$s 178,5 Mrd. Das Defizit in der Handelsbilanz stieg stark an. Zudem ging der Überschuss in der Dienstleistungsbilanz zurück. Andererseits legte der Überschuss in der primären Einkommensbilanz zu. Die Leistungsbilanz stellt den volkswirtschaftlichen Austausch der USA mit dem Ausland dar. Abgebildet sind der Waren- und Dienstleistungsverkehr sowie Einkommensübertragungen. Letztere resultieren etwa aus Heimatüberweisungen von Gastarbeitern. Die USA weisen seit langem ein Leistungsbilanzdefizit aus, was vereinfacht bedeutet, dass die USA ständig mehr Leistungen aus dem Ausland erhalten als sie selbst dorthin liefern. Finanziert wird dieser Zufluss durch Kredit aus dem Ausland in Form von Kapitalimporten. (dpa)

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