Bitcoin-Kurs über u$s 50.000
- Argentinisches Tageblatt
- 18 feb 2021
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Der Bitcoin-Höhenflug hat die Digitalwährung diese Woche über die Marke von u$s 50.000 getrieben. Der Bitcoin befindet sich seit Monaten im Höhenflug, der sich zuletzt noch einmal beschleunigte. Allein seit Weihnachten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, in etwa einem halben Jahr sogar verfünffacht. Beflügelt wurde der Kurs zuletzt vor allem durch die Entscheidung von Elon Musk, der die Firma Tesla kontrolliert (die elektrische Automobile erzeugt), einen Betrag von u$s 1,5 Mrd. in Bitcoin anzulegen, wobei angeblich die Digitalwährung künftig von der Firma als Zahlungsmittel akzeptiert werden soll. Indessen ist es in der Praxis nicht möglich, den Preis eines Produktes in einer Währung festzusetzen, deren Wert gegenüber dem Dollar so stark schwankt. Denn die Kosten der Produkte werden in Dollar und nicht in Bitcoin berechnet.
Musk zeichnet sich durch viel Phantasie aus. Dass er mit dem Elektroauto bisher erfolgreich war, bedeutet nicht, dass er immer richtig entscheidet. Auch beim elektrisch angetriebenen Automobil fragt man sich, wie es ihm gehen wird, wenn die großen Fahrzeugfabrikanten auch elektrisch angetriebene Kfz in großen Mengen erzeugen. Denn die Tesla-Automobile sind sehr teuer, und das geht nur solange es keine Konkurrenz gibt.
Der Bitcoin u.a. sogenannte Kryptowährungen sind schwer zu erklären. Formell ist das Bitcoin-System sehr einfach. Der Betreiber des Systems setzt einen bestimmten Betrag fest, bis zu dem jedermann Bitcoins für einen bestimmten Preis kaufen kann. Es ist nicht klar, ob derjenige, der das System eingeführt hat, dabei das von Erstkäufern eingezahlte Geld kassiert hat, oder dieses auf einem gesperrten Konto verblieb. Von da an besteht ein Markt, auf dem Bitcoins gehandelt werden.
Wer Bitcoin kauft, erhält etwas, das keinen objektiven Wert hat. Er kauft nicht eine materielle Ware oder eine Dienstleistung, oder sonst etwas objektiv wertvolles, sondern nur eine Phantasie. Der Bitcoin führt seinen Wert darauf zurück, dass er knapp ist, und davon ausgegangen wird, dass ein zunehmendes Interesse für den Kauf besteht. Warum sollte dieses Interesse bestehen? Nur weil die Käufer davon ausgehen, dass nach ihnen noch jemand kommt, der ein noch größeres Interesse am Bitcoin aufweist. Ist so etwas rationell? Gewiss nicht.
Es bestehen gegenwärtig sehr viele Investitionen, die auf ähnlichen Voraussetzungen fußen. Der Wert der Aktien von Google u.a. Unternehmen dieser Art, der den von Unternehmen mit einem hohen Anlagevermögen und langer Tradition bei weitem übersteigt, beruht auch auf ähnlichen Phantasien wie der Bitcoin. Der von Tesla-Aktien auch. Und im Grunde ist es bei Gold auch so. Denn die Nachfrage nach Gold für industrielle Zwecke deckt nur einen Bruchteil der Produktion, und noch weniger des weltweiten Goldbestandes. Gold hat nur einen hohen Wert, weil es allgemein für wertvoll gehalten wird und die Zentralbanken einen Teil ihrer Reserven in Gold anlegen. (AT/jea)
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